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Erdogan verlässt Davos und wird in Türkei gefeiert [DE]

Veröffentlicht 30. Januar 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Eine riesige, begeisterte Menschenmenge jubelte heute Morgen (30. Januar 2009) dem türkischen Premierminister Recep Tayyip Erdogan bei seiner Ankunft am Istanbuler Flughafen zu, nachdem dieser beim Weltwirtschaftsforum eine Diskussion mit dem israelischen Präsidenten Shimon Peres abgebrochen und erklärte hatte, er werde nie wieder nach Davos zurückkehren. 

Berichten der BBC zufolge soll die Menge gerufen haben „Die Türkei steht hinter dir“ und einige Menschen hätten Schilder hochgehalten, mit dem Spruch „Welt, schau auf unseren Ministerpräsidenten“.

Erdogan war am Donnerstag aus einer Fernsehdebatte mit Shimon Peres, dem israelischen Präsidenten, gestürmt, nachdem der Moderator ihm nicht erlauben wollte, erneut etwas auf Peres’ Rechtfertigung für den Krieg zu entgegnen.

Nachdem Peres einen langen Monolog gehalten hatte, sagte Moderator David Ignatius, ein Kolumnist der Washington Post, Erdogan, er habe „nur eine Minute”, um zu antworten. 

Daraufhin entgegnete Erdogan: „Ich danke Ihnen. Ich danke Ihnen. Ich danke Ihnen. Ich glaube nicht, dass ich nach Davos zurückkommen werde.”

Doch bevor er die Sendung verließ wandte sich Erdogan nochmals an Präsident Peres und sagte: „Sie töten Menschen!” 

Amr Moussa, Generalsekretär der Arabischen Liga und früherer ägyptischer Außenminister bezeichnete Erdogans Verhalten als verständlich. Erdogan habe „gesagt, was er zu sagen hatte und ist dann gegangen. Er hatte Recht”, meinte Moussa und fügte hinzu, Israel höre nicht zu.

Ein BBC-Korrespondent in Istanbul erklärte, in der Türkei sei man sehr verärgert über Israels Operation im Gazastreifen gewesen und nun scheine es allgemeinen Zuspruch für Erdogans Abreise aus Davos zu geben.

Die israelische Presse zitierte den norwegischen Premierminister Kjell Magne Bondevik, der sagte, er habe Shimon Peres noch nie so leidenschaftlich gesehen, wie während der Debatte.

Er glaube, dass Peres das Gefühl gehabt habe, dass Israel von so vielen Ländern der internationalen Gemeinschaft angegriffen worden sei. Er habe sich isoliert gefühlt, meinte der norwegische Premierminister weiter und gab an sehr bestürzt gewesen zu sein, als Erdogan gegangen sei. Er fügte hinzu, dessen Reaktion habe gezeigt, wie kompliziert die Situation sei.

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