Verschiedene Ansichten, wie man Chinas rapides Industriewachstum mit dem Ziel der Reduzierung des Energieverbrauchs vereinbaren kann, wird wahrscheinlich im Zentrum der Spannungen zwischen den Politikern auf dem Gipfel stehen, obwohl chinesische Diplomaten Brüssel ihren Willen kundgetan haben, beim Ziel die CO2-Emissionen zu senken enger zusammen zu arbeiten.
Gestern (19. Mai 2009) auf einer Konferenz über die Rolle Chinas in einer neuen Weltordnung sprechend sagte der Botschafter Song Zhe, der die Vertretung der Volksrepublik China bei der EU leitet, er fordere eine engere Zusammenarbeit, um die Finanz- und Energiekrise zu bekämpfen.
Trotzdem sagte er, dass China auf der Basis von „gemeinsamen aber differenzierten Verantwortlichkeiten“ für die Reduzierung der Treibhausgase kämpfe.
Das Prinzip, das Teil des Kyoto-Protokolls ist, gibt Industriestaaten wie den USA und der EU mehr Verantwortung, während es Ländern wie China und Indien, auf der Basis, dass diese sich noch entwickeln, mehr Freiräume gestattet.
Ein Botschafter sagte, dass die Industriestaaten für die Mehrheit der historischen Treibhausgasemissionen verantwortlich seien und dass Chinas derzeitige pro Kopf-Emissionen einem Fünftel deren der USA entsprächen. Trotzdem sagte er, dass China seine nationale Wirtschaft aktiv umstrukturiere und seine Produktionsmethoden restrukturiere, um den Energieverbrauch zu senken.
Zhe fügte hinzu, dass Chinas Antwort auf die Krise zeige, dass es eine Nation sei, die sich ihrer Verantwortung bewusst sei.
Auf die Frage hin, was für eine Art von Weltmacht China in einer neuen Weltordnung darstellen würde, sagte der Botschafter, das Beijing keine Gefahr für andere Nationen darstelle.
China wurde bereits von fremden Mächten bedrängt und weiß daher genau um die Erniedrigung der Ungleichheit. China werde Anderen derartigen Schmerz nie zufügen. Genauso wenig werde es auf die Kosten anderer seine eigene Entwicklung vorantreiben.
Die europäische Kommissarin für Auswärtige Beziehungen, Benita Ferrero-Waldner sagte, dass die Beziehungen zwischen der EU und China ein wichtiger Bereich seien, der auf Kommissionsebene diskutiert werde.
Historisch habe der Aufstieg von Staaten zu Weltmächten zu Spannungen und Konflikten geführt. Trotzdem dürfe sich die Geschichte nicht wiederholen. Sie sagte, dass die derzeitigen gemeinsamen Herausforderungen, die die EU und China beträfen, die Wirtschaftskrise und die Umwelt seien und rief zu einer besser koordinierten Antwort auf. Sie sagte das Europa sein Wissen über saubere Kohle sowie über CO2-Abscheidung und Speicherung teilen sollte und China dabei helfen müsse, den CO2-Austoß zu senken.
Ferrero-Waldner fügte hinzu, dass die EU und China ein gemeinsames Interesse daran hätten dem Protektionismus zu widerstehen. Der Gipfel findet in einer Woche statt in der neue Zahlen zeigen, dass es zwischen der EU und China ein Handelsdefizit von 170 Milliarden Euro gibt. Zwischen 2000 und 2008 verdreifachte sich der Warenhandel zwischen den beiden Weltmächten. Alle EU-Länder haben China gegenüber ein Handelsdefizit was bedeutet, dass sie mehr importieren als sie exportieren, wobei die Niederlande (41 Milliarden Euro), Großbritannien (33 Milliarden Euro) und Italien (24 Milliarden Euro) die höchsten Handelsunterschiede zu verzeichnen haben.



