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Gaddafi kritisiert 'Union für das Mittelmeer' [DE]

Veröffentlicht 11. Juni 2008 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Libyens Staatschef Muammar Gaddafi hat die ehrgeizigen französischen Pläne einer ‚Union für das Mittelmeer’, die am 13. Juli 2008 in Paris ins Leben gerufen werden soll, scharf kritisiert. AFP zufolge habe Gaddafi gesagt, “wir sind weder ausgehungert noch Hunde, dass sie uns Knochen hinwerfen müssten“. 

Während eines arabischen Mini-Gipfels in Tripolis gestern (10. Juni 2008) machte Libyens inoffizieller Staatschef sarkastische Bemerkungen über den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, der sich gezwungen sah, seinen ursprünglichen Plan abzuschwächen, um die Zustimmung der EU zu erhalten.

Die EU sei auf ihre Einheit bedacht und habe daher die Initiative seines „lieben“ Freundes Sarkozy mit Nachdruck abgelehnt, so Gaddafi. Auch die Arabische Liga werde nicht zulassen, dass ihre Einheit zerstört werde.

Wenn Europa kooperieren wolle, könne es dies mit der Arabischen Liga oder der Afrikanischen Union tun; man werde jedoch niemals erlauben, die arabische oder die afrikanische Einheit zu untergraben, so Gaddafi weiter. Die ‚Union für das Mittelmeer’ sei zum Scheitern verurteilt, genauso wie der ‚Barcelona-Prozess’ oder die Nachbarschaftspolitik, die die EU mit Ländern südlich des Mittelmeers unterhält, in die Libyen jedoch nie vollständig einbezogen wurde.

Gaddafi hatte bereits deutlich gemacht, dass er während der Eröffnungsyeremonie am 13. Juli 2008 in Paris nicht anwesend sein werde.

Der Mini-Gipfel brachte die Präsidenten von Algerien, Syrien, Tunesien und Mauretanien sowie den Premierminister Marokkos zusammen.

Es wird keine offizielle Entscheidung erwartet, jedoch mussten die Länder ihre Differenzen über die Teilnahme Israels – das der von Sarkozys vorgeschlagenen Union ebenfalls angehören würde – am Gipfel in Paris überwinden. Die algerische Tageszeitung Le Quotidien d'Oran schrieb, dass nur zwei Länder die ‘Union für das Mittelmeer’ unterstützen: Ägypten, dem angeblich gemeinsam mit Frankreich die Präsidentschaft angeboten wurde, und Tunesien, dem nach Medienberichten der Sitz des Sekretarists versprochen wurde. 

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