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Tschad: Einsatz der EU-Friedenstruppe aufgeschoben [DE]

Veröffentlicht 04. Februar 2008 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Pläne, mehrere tausend Soldaten aus 14 EU-Mitgliedstaaten als Teil einer EU-Friedensmission in den Tschad zu schicken, wurden am Wochenende aufgeschoben, da es in der Hauptstadt N’Djamena und überall im Tschad zu Kämpfen gekommen war.

Die Missions Eufor (European Union Force) im Tschad und in Zentralafrika werde solang aufgeschoben, bis die Sicherheitssituation stabiler sei, sagte Kommandeur Dan Harvey, Sprecher der Mission, am Sonntag (3. Februar 2008).

3 700 EU-Soldaten – einschließlich 1 300 aus Frankreich – hatten sich auf diese Mission vorbereitet, um Hilfsorganisationen und Flüchtlinge aus der Krisenregion Darfur zu schützen.

Die Pläne wurden jedoch infolge erneuter Kämpfe zwischen Regierungstruppen von Präsident Idriss Déby und Rebellen gestört. Letztere stürmten die Hauptstadt am Sonntag. Auch im Osten und Norden des Landes, in der Nähe der Grenzen zum Sudan und zu Libyen, kam es zu Kämpfen.

Sie Situation in N’Djamena war Presseberichten zufolge am Wochenende „blutig und chaotisch”.

Die Rebellen – von denen weithin ausgegangen wird, dass sie von der sudanesischen Regierung unterstützt werden – versuchen, den Präsidenten des Tschad zu stürzen. Er regiert das Land seit nunmehr fast 18 Jahren. Der Präsidentenpalast Débys war angeblich am Sonntag umstellt.

Jüngsten Berichten zufolge sei es den Truppen von Präsident Déby jedoch gelungen, die Rebellen in den östlichen Teil der Hauptstadt zu drängen. Rebellenführer allerdings jedoch eine weitere Offensive ankündigt, sobald die Zivilisten fliehen konnten.

Seit seiner Unabhängigkeit von der französischen Kolonialherrschaft 1960 war die Lage des ölreichen Lands von Gewalt und Unruhen geprägt. Der Tschad erfuhr einen dreißigjährigen Bürgerkrieg, Einfälle libanesischer Streitmächte und Armut. Erst 1990 konnte ein Zustand relativen Friedens erreicht werden. 

Einige Beobachter fürchten, dass die relative Ruhe unter dem Regime Débys nun zu einem Ende kommen könne. Frankreich hat mit im Tschad stationierten französischen Truppen bereits während früheren rebellischen Übernahmeversuchen die tschadische Armee militärisch unterstützt.

Die französischen Truppen waren diesmal weniger an den Kämpfen beteiligt. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy scheint sich von der politischen Ausrichtung seines Vorgängers Jacques Chirac distanzieren zu wollen. Er bevorzuge laut Henri Boshoff vom Institut für Sicherheitsstudien in Pretoria, Südafrika, die französischen Truppen nicht zu nutzen, um die Regime der ehemaligen französischen Kolonien zu unterstützen. 

EU-Entwicklungskommissar Louis Michel verurteilte die Angriffe der Rebellen am Freitag (1. Februar 2008) und zeigte sich angesichts der aktuellen Lage im Tschad sehr besorgt.

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