Trotz der derzeitigen institutionellen Veränderungen in der Außenpolitik der EU, die auf die Annahme des Lissabonvertrags folgen, ist sich Kovanda sicher, dass in Verbindung mit weiteren demokratiefördernden Tätigkeiten Wahlbeobachtung eine Schlüsselrolle spielen werde, was die EU-Anstrengungen angeht, ein stärkerer globaler Akteur zu werden.
In der Tat zeigt das neue Organigramm der Kommissionsabteilung für Außenbeziehungen (RELEX), dass einer der sechs Direktoren, die ernannt werden sollen, für die Förderung von Menschenrechten und Demokratie überall auf der Welt zuständig sein wird.
Die neue Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik, Catherine Ashton, werde eine genau so begeisterte Wahlbeobachterin sein wie ihre Vorgängerin, Benita Ferrero-Waldner, betonte Kovanda.
Die ehemalige EU-Kommissarin für Außenbeziehungen Benita Ferrero-Waldner, eine Politikerin der Europäischen Volkspartei, hat die EU-Anstrengungen zur Förderung der Demokratie stark unterstützt und sich schonungslos eingesetzt, um die EU-Tätigkeit der Wahlbeobachtung zu stärken. Politikbeobachter haben sich in den letzten Monaten gefragt, ob Ashton dieselbe langfristige Unterstützung in dieser Hinsicht anbieten werde.
Kovanda versucht, die Skeptiker zu überzeugen, und betont, dass der derzeitige Haushalt für Wahlunterstützung, in derem Rahmen die Wahlbeobachtung die best sichtbare Aktivität sei, jährlich circa 30 Millionen Euro betrage und man erwarte, dass er in den kommenden Jahren stabil bleibe.
Die Methoden der EU bei der Wahlbeobachtung seien weltweit hoch angesehen, außergewöhnlich objektiv und stellten deswegen für die beobachteten Länder ein gutes Beispiel dar, betonte RELEX-Generaldiektor Kovanda.
In der Tat gebe es jedes Jahr von viel mehr Ländern die Bitte um Wahlbeobachtung , als die EU tatsächlich durchführt - in den letzten zehn Jahren waren es circa zehn pro Jahr. Es gebe jährlich etwa 80 Wahlen in der Welt, doch auf Grund begrenzter finanzieller Ressourcen müsse man sehr selektiv sein, so Kovanda.
Ohne die offizielle Einladung von den Behörden des Landes, in dem die Wahlen gehalten werden, kann die EU keine Beobachter entsenden. Doch viele Entwicklungsländer sind daran interessiert, Brüssel ihr Engagement zu beweisen, Demokratie und Stabilität des politischen Systems in ihrem Land einzuführen. Das ultimative Ziel ist es, kostbare EU-Gelder und Investition anzuziehen.
Kovanda reagierte auf die Kritik, die EU habe mehrere fragwürdige Regimes in der Welt legitimiert, indem sie der Abstimmung in einem Wahlbericht den Segen gegeben habe, und sagte, ohne die Präsenz der europäischen Beobachter wären viele starke Führer der Welt noch stärker und noch undemokratischer, als es so der Fall sei.
Solange die Europäer da seien, hätten Oppositionskräfte immerhin die faire Chance, wenigstens etwas Einfluss auszuüben oder die Stimmen zu gewinnen, die die Menschen ihnen ansonsten nicht geben würden, so Kovanda.
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