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Bildung: OECD-Experte läutet die Alarmglocke [DE]

Veröffentlicht 14. März 2006 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Eine unabhängige Studie über die Verfassung der Bildungswesen der EU-Länder identifiziert große sozioökonomische Ungleichheiten bei den Bildungschancen als eines der Hauptprobleme.

OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher fordert in einem neuen Bericht einen Paradigmenwechsel in den europäischen Bildungswesen. Dies sei notwendig, wolle Europa das Lissabon-Ziel, bis 2010 die wettbewerbsfähigste wissensbasierte Wirtschaft zu werden, erreichen. Änderungen müssten vor allem darauf abzielen, flexiblere und wirksamere Schulsysteme aufzubauen, zu denen eine große Bandbreite an Schülern und Bürgern einen besseren Zugang hätten.    

Als Vorbilder werden die Bildungssysteme Finnlands, sowie Kanadas und Japans, angeführt. Diese hätten es laut Schleicher geschafft, den Übergang von der Steuerung und Verwaltung von Ressourcen und Inhalten hin zu einem stärkeren Fokus auf Bildungserfolge und Resultate zu vollziehen, unter anderem indem sie flächendeckend hohe Bildungsstandards eingeführt hätten. An die Stelle von Uniformität seien Vielfalt und individualisiertes Lernen getreten. Außerdem seien Kompetenzen delegiert und Ungleichheiten abgebaut worden.

Die Unterschiede bei dem Zugang zur Bildung ist nach Ansicht von Schleicher das größte Problem der EU. „Europäer aus unterschiedlichen sozio-ökonomischen Schichten erhalten nicht dieselben Ausbildungsmöglichkeiten wie Kinder aus reichen oder Mittelklasse-Familien“, stellt Schleicher fest. In einigen Ländern würden "europäische Schulen die existierenden sozio-ökonomischen Ungleichheiten verstärken". Beispielweise sei in Deutschland die Wahrscheinlichkeit, dass Schüler, die aus gebildeten Haushalten kommen, eine Hochschulausbildung erreichten, viermal höher als bei Kindern aus Arbeiterfamilien.

In einer andere OECD-Studie, dem Programme for International Student Assessment (PISA), wird ein internationaler Vergleich zwischen Schülerleistungen in den OECD-Ländern gezogen. Frankreich lehnt es sogar ab, die PISA-Ergebnisse zu den sozialen Ungleichheiten und großen Unterschieden bei den Schülerleistungen zwischen den Schulen Unterschieden zwischen den Schulen zu veröffentlichen. In Finnland hingegen betrügen die Unterschiede zwischen den Schulen lediglich fünf Prozent.

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