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Frankreich: Universitäten offen für Finanzierung aus Wirtschaft [DE]

Veröffentlicht 02. August 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die französische Regierung hat erfolgreich ein Gesetz durchgesetzt, dass die Finanzierung der Universitäten und der Humanressourcen durch die Wirtschaft ermöglicht. Sie folgt damit Empfehlungen der EU aus dem vergangenen Jahr, Wissenschaftlern und Studenten mehr finanzielle Autonomie zu geben und den unternehmerischen Geist zu fördern. In Frankreich kam es zu dieser Reform trotz starker Gegenwehr von Studenten- und Lehrervereinigungen.

Das vorgeschlagene Gesetzt zur Autonomie der französischen Universitäten, das am 24. Mai 2007 vom Minister für Wissenschaft und Bildung, Valérie Pécresse vorgelegt wurde (EurActiv vom 8. Juni 2007), wurde vom französischen Parlament am 1. August 2007 angenommen. Die Reform, die in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden soll, sieht vor:

  • Universitäten mehr Autonomie einzuräumen, um über ihr Budget und Personal zu entscheiden sowie Stiftungen zur Sammlung von Geldern zu gründen und ihre eigenen Einstellungsverfahren durchzuführen;
  • Universitäten mehr Kompetenzen zu verleihen, um ihre Verwaltung  für externes Personal zu öffnen, zum Beispiel Vertreter der Wirtschaft in die Führung der Universität einzubinden;
  • Stärkung der rechtlichen Kontrolle des Staates
Stellungnahmen: 

Die European University Association (EAU) sagte, sie begrüße den Schritt, den französischen Universitäten mehr Autonomie zu gewähren, als einen ‚entscheidenden Aspekt’ der Hochschulreform. Wenn man nicht entscheide, wen man einstellen wolle und wofür man das Geld ausgeben solle, werde es den Universitäten niemals möglich sein, sich zu ändern, sagte der Generalsekretär der EUA, Lesley Wilson.

Die französische Académie des Sciences (Akademie der Wissenschaften) unterstützt die Reform vollständig, da dies den Universitäten dabei helfen werde, besser qualifizierte Menschen auszubilden.

Die Conférence des Présidents d'Université (CPU), die Vereinigung der Universitätspräsidenten, begrüßte den Text, der vom französischen Parlament angenommen wurde. Die Vereinigung fordert jedoch die Annahme eines zusätzlichen finanziellen Rahmens, um die Verpflichtungen der Regierung zur Formsache zu machen und um die verschiedenen vorgeschlagenen Rahmenwerke umzusetzen.

Laut einer Gruppe aus 25 Gewerkschaften und Handelsverbänden, einschließlich des französischen Verbands von Forschern „Sauvons la Recherche“ sowie Lehrer- und Studentenvereinigungen, werde die Reform zu einer unausgewogenen Entwicklung der Universitäten führen, die einen Wettstreit um Finanzierungen zur Grundlage habe sowie die Loslösung des Staates. Ende Juli 2007 hat die Gruppe die französische Regierung aufgefordert, ihre Pläne zur Hochschulreform fallen zu lassen.

Laut der französischen Wissenschaftsgewerkschaft SNCS (Syndicat National des Chercheurs Scientifiques) ziehe der Text nicht die Bedürfe des Universitäten im Forschungsbereich in Betracht. Besonders widerspreche die Möglichkeit, Forschern Kurzzeitverträge vorzuschlagen, dem Wesen von Forschungsaktivitäten.

Valérie Pécresse, die Ministerin für Hochschulbildung, sagte, dass sie sehr zufrieden sei mit dem angenommenen Text. Sie begrüße die Ankündigung des französischen Premierministers François Fillon, das Budget für Hochschulbildung und Forschung um 5% zu erhöhen.

Nächste Schritte: 
  • 31 May 2007: Launch of the Consultation on higher education reform.
  • 1 Aug. 2007: Final adoption by Parliament.
  • 2007-2012: Transition period for universities to reform and move towards increased autonomy in financial and human ressources.
Hintergrund : 

Im Mai 2006 hat die Kommission eine Mitteilung vorgelegt, die detaillierte Empfehlungen über die Modernisierung des Hochschulsystems in Europa abgibt. Der umstrittenste Vorschlag des Dokuments fordert die Mitgliedstaaten auf, den Universitäten mehr Autonomie und Verantwortlichkeiten zu übertragen und ermutigt die Regierungen, die Universitäten für die Wirtschaft zu öffnen.

Mitteilungen führen nicht zu Gesetzgebungsvorschlägen der EU. Stattdessen zielen sie darauf ab, Signale für Reformen zu vermitteln und zu zeigen, dass die Kommission die Bemühungen der Mitgliedstaaten unterstützen kann, durch die „offene Methode der Koordinierung“ oder spezielle EU-finanzierte Programme

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