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Erneuerbare Energien könnten im Jahr 2050 die Hälfte des weltweiten Energiebedarfs sättigen. Zu diesem Ergebnis kommt ein gemeinsam von dem Dachverband der Europäischen Erneuerbaren Energie Industrie und Greenpeace verfasster Bericht.
Aus Licht, Wind und Wasser gewonnene erneuerbare Energien haben – theoretisch – das Potential, die Volkswirtschaften mit einer ausreichenden Menge an sauberer Energie auszustatten. In der Theorie ist allein durch das Sonnenlicht täglich mehr Energie verfügbar, als die Weltwirtschaft verbrauchen kann. Auch wenn nur auf einen kleinen Anteil der Energie aus diesen Quellen technisch zugegriffen werden kann, sind einige Wissenschaftler der Auffassung, das der Anteil groß genug sei, um sechsmal soviel Energie zu liefern, wie die Welt derzeit benötige.
Dennoch wird derzeit der weltweite Energieverbrauch nur zu 13,1% durch erneuerbare Energien gedeckt (Zahlen der Internationalen Energieagentur von 2004). In der EU liegt der Anteil erneuerbarer Energien bei 8%.
Steigende Ölpreise, Bedenken bezüglich der Langzeitperspektive für nichterneuerbare, fossile Brennstoffe und die wachsende Herausforderung des Klimawandels haben jedoch dazu geführt, dass Politiker ihr Augenmerk mehr und mehr auf Sonnen-, Wind-, Biomassen- und Wasserkraft lenken.
In ihrem am 10. Januar 2007 vorgelegtem „Energie- und Klimapaket“ hat die Kommission das Ziel formuliert, bis 2020 einen Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch von 20% zu erreichen. Die Kommission hat jedoch – zur Enttäuschung der erneuerbaren Energie Industrie - keine Ziele für einzelne Branchen festgelegt (siehe EurActiv vom 11. Januar 2007 und vom 15 Januar 2007).
er Dachverband der Europäischen Erneuerbaren Energie Industrie (EREC) und Greenpeace haben am 25. Januar 2007 eine gemeinsame Studie „Energie (R)evolution - Ein nachhaltiger Weg zu einer sauberen Energie-Zukunft für die Welt“ vorgelegt. Die Studie wurde somit fast zeitgleich mit der vom 29. Januar bis zum 2. Februar 2007 stattfindenden ersten europäischen Woche für Nachhaltige Energie
veröffentlicht.
Das in der Studie beschriebene Szenario verläuft gegensätzlich zu den Ergebnissen des von der Internationalen Energieagentur (IEA) veröffentlichtem World Energy Outlook 2004, dessen Schlussfolgerung „business as usual“ bis 2050 ist.
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie von EREC und Greenpeace sind:
Damit dieses Szenario erreicht werden kann, empfiehlt die Studie von EREC und Greenpeace folgende Maßnahmen:
In ihrem World Energy Outlook 2006 äußert sich die Internationale Energieagentur im Hinblick auf erneuerbare Energien weniger optimistisch. Nach dem „Alternative Politikszenario“ (das von den derzeit von den Regierungen umgesetzten und entwickelten Politiken ausgeht) wird der Anteil der erneuerbaren Energien am weltweiten Energieverbrauch im Jahr 2030 kaum verändert bei 14% liegen. Nach den Schätzungen der IEA werden im selben Jahr 26% des Stroms auf der Grundlage erneuerbarer Energien produziert (derzeit 18%). In einem anderen von der IEA entworfenen Szenario (BAPS- Beyond the Alternative Policy Scenario, das auf ehrgeizigeren Zielen der Regierungen basiert) wird der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion im Jahr 2030 bei 32% liegen.
Die größten Herausforderungen für erneuerbare Energien bestehen immer noch in den kaum wettbewerbsfähigen Preisen und der „intermittency“ (siehe Wikipedia Intermittent power sources
). Erneuerbare Energien stellen aber auch einige Herausforderungen für die Umwelt und die öffentliche Akzeptanz dar, Aspekte, die in der von EREC und Greenpeace verfassten Studie nicht genannt werden. Auf Nachfrage von EurActiv sagte Sven Teske von Greenpeace, dass ein Kapitel über die Grenzen der erneuerbaren Energien im Hinblick auf die Umwelt vorgesehen gewesen sei, jedoch aus Platzmängeln ein solches Kapitel keinen Einzug in die Studie gefunden habe.
Für einen Überblick über die Grenzen der erneuerbaren Energien lesen Sie den von Prof. David Elliott von der Open University verfassten Artikel
, der über die Homepage „Before the wells run dry. Ireland's transition to renewable energy„ zugänglich ist.