er Dachverband der Europäischen Erneuerbaren Energie Industrie (EREC) und Greenpeace haben am 25. Januar 2007 eine gemeinsame Studie „Energie (R)evolution - Ein nachhaltiger Weg zu einer sauberen Energie-Zukunft für die Welt“ vorgelegt. Die Studie wurde somit fast zeitgleich mit der vom 29. Januar bis zum 2. Februar 2007 stattfindenden ersten europäischen Woche für Nachhaltige Energie veröffentlicht.
Das in der Studie beschriebene Szenario verläuft gegensätzlich zu den Ergebnissen des von der Internationalen Energieagentur (IEA) veröffentlichtem World Energy Outlook 2004, dessen Schlussfolgerung „business as usual“ bis 2050 ist.
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie von EREC und Greenpeace sind:
- Effiziente Maßnahmen zur Erreichung von Energieeffizienz im Verkehrs- und Wohnungswesen können die weltweite Energienachfrage von derzeit 435.000 PJ/a (Petajoule pro Jahr) auf 422.000 PJ/a im Jahr 2050 senken. Der World Energy Outlook der IEA sieht 810.000 PJ/a vor [1 petajoule = 10³ TJ (Terajoule) = 106 GJ (Gigajoule) = 277.8 GWh (Gigawattstunden)];
- Die Hälfte der gesunkenen Energienachfrage kann durch erneuerbare Energien gedeckt werden;
- Auf Atomkraft kann vollständig verzichtet werden, fossile Brennstoffe werden nur noch im Verkehrssektor genutzt (die Studie ist in diesem Punkt weniger optimistisch als einige Regierungen im Hinblick auf Biokraftstoffe);
- Bis 2050 werden 70% der Elektrizität aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden, im Heizsektor wird der Anteil bei 65% liegen;
- Diese Energierevolution wird zu einer bedeutenden Reduzierung des CO2-Ausstoßes führen: Im Vergleich zu den 23 Mrd. Tonnen, die im Jahr 2003 ausgestoßen wurden, wird sich der Ausstoß im Jahr 2050 auf 11,5 Mrd. Tonnen belaufen, der jährliche Pro-Kopf-Ausstoß wird von 4 auf 1,3 Tonnen sinken, und;
- Im Gegensatz zu dem Referenzszenario der Internationalen Energieagentur können nach den Ergebnissen des EREC/Greenpeace-Szenarios die Energiekosten stabilisiert werden. Nach dem IEA-Bericht vervierfachen sich die Energiekosten.
Damit dieses Szenario erreicht werden kann, empfiehlt die Studie von EREC und Greenpeace folgende Maßnahmen:
- Das Ende aller Subventionen für fossile und atomare Energie und die Kosteninternalisierung;
- Die Verabschiedung rechtlich bindender Ziele für erneuerbare Energie;
- Die Festsetzung definierter und stabiler Renditen für Investoren;
- Ein garantierter bevorzugter Netzzugang für Produzenten erneuerbarer Energie, und;
- Strikte Effizienz-Standards für alle energieverbrauchenden Geräte, Gebäude und Fahrzeuge.



