Die Europäische Kommission hat am 31. Januar 2007 neue Qualitätsstandards für Kraftstoffe vorgelegt, die weitreichende Auswirkungen auf die Ölindustrie haben werden.
Die neuen Standards zielen darauf ab, bis 2020 den CO2-Ausstoß im Laufe des Lebenszyklus der Kraftstoffe, z.B. beim Raffinieren, beim Transport und bei der Verwendung, um 10% zu reduzieren. Dadurch sollen die Emissionen bis 2020 um 500 Millionen Tonnen Kohlendioxid – das entspricht den Gesamtemissionen von Spanien und Schweden zusammen – zurückgehen.
„Dies ist eine der wichtigsten Maßnahmen in einer Reihe von neuen Initiativen, die die Kommission treffen muss, um die Bekämpfung des globalen Klimawandels zu verstärken“, sagte Umweltkommissar Stavros Dimas in einem Statement. „Es ist ein konkreter Test für unser politisches Engagement, bei der Bekämpfung des Klimawandels eine Vorreiterrolle zu übernehmen, und für unsere Fähigkeit, politische Prioritäten in konkrete Maßnahmen umzusetzen.“
Die vorgeschlagenen neuen Standards ermöglichen ebenfalls einen höheren Anteil an Biokraftstoffen, die weniger CO2-Ausstoß verursachen, am Kraftstoffgemisch – z.B. bis zu 10% Ethanol. Diese Maßnahme soll, so Dimas, „den Weg für einen wesentlich größeren Verbrauch von Biokraftstoffen, insbesondere der zweiten Generation, ebnen“. Biokraftstoffe der zweiten Generation können aus einer Reihe landwirtschaftlicher Abfallstoffe gewonnen werden und nicht ausschließlich aus Nutzpflanzen wie Zuckerrohr oder Raps.
Die Standards zielen ebenfalls darauf ab, die Emissionen, die durch Kraftstoffverbrennung entstehen, zu reduzieren. Zwei diesbezügliche Maßnahmen treten am 1. Januar 2009 in Kraft:
- Der Schwefelgehalt von Dieselkraftstoff darf höchstens 10 ppm (bisher 15) betragen. Dadurch werden schädliche Emissionen von Feinstaubteilchen verringert, die Lungenschäden verursachen. Jedoch wird diese Vorschrift den CO2-Ausstoß erhöhen, da die Raffinerien mehr Energie benötigen, um diese Zielvorgaben zu erfüllen.
- Der Ausstoß von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAHs) von Dieselkraftstoff soll um ein Drittel reduziert werden. Dies sollte ebenfalls zu einer Verringerung des Feinstaubausstoßes beitragen.
Die Verstärkte Nutzung von Ethanol als Kraftstoff wird den Ausstoß von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) erhöhen. Die Kommission wird voraussichtlich im Laufe des Jahres Vorschläge vorlegen, um den Einbau von Vorrichtungen zur Dampfrückgewinnung an den Tankstellen verpflichtend zu machen.



