Der baltische Energieverbindungsplan reagiert auf Aufrufe zu einem besser integrierten Strommarkt in der Ostseeregion, wie es von der zweiten Überprüfung der Energiestrategie im November 2008 hervorgehoben wurde.
Schweden soll die Implemetierung des Plans im zweiten Halbjahr 2009 vorantreiben, nachdem es erklärt hatte die Entwicklung der Baltikum-Region zu einer der Prioritäten seiner EU-Ratspräsidentschaft zu machen.
Der Plan zielt darauf ab, das Modell des liberalisierten skandinavischen Elektrizitätsmarktes auf die baltischen Staaten auszuweiten, als Basis für einen dortigen regionalen Markt. Dieser könnte dann in den skandinavischen integriert werden, sagte die Kommission.
Die Entfernung geregelter Tarife und grenzübergreifender Beschränkungen, die die Aktivitäten der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) spalten und eine vollständige Öffnung des Marktes, werden als Schritte in Richtung eines integrierten Marktes betrachtet, die mit den Regeln für die Zukunft des internen Energiemarktes übereinstimmen (EurActiv vom 25. März 2009).
Infrastrukturprojekte
Der Plan deckt eine Reihe von Elektrizitätsinfrastrukturprojekten für die Verbindung des Baltikums und Polens mit Skandinavien ab und soll das Elektrizitätsnetzwerk zwischen den drei baltischen Staaten verstärken. Eine zweite Reihe von Projekten soll eine Zusammenschaltung zwischen den skandinavischen Ländern, darunter auch der Fenno-Skan II Verbindung zwischen Finnland und Schweden ermöglichen.
Eine getrennte Reihe von Stromverbindungsleitungen soll zwischen Polen und Deutschland verlaufen, um so genannte Stauinteraktionen (loop-flows) zu reduzieren, die aus Winderzeugung im Norden resultieren statt aus Marktintegration.
Außerdem zielen die Ostseestaaten darauf ab, ihre Energiesicherheit zu verbessern, indem sie die Gasrouten und –quellen diversifizieren. Potentielle Projekte umfassen neue Verbindungsleitungen und Aufrüstungen der existierenden, um den Rückfluss zu ermöglichen und die Entwicklung von Flüssiggasanlagen und Gasspeicherung.
Unterstützung von Anreizfinanzierung
Energieinfrastrukturprojekte in der Region könnten über eine halbe Milliarde Euro zusätzlicher Unterstützung erhalten, da viele der vorgeschlagenen Projekte für Geld vom Europäischen Wirtschaftserholungsprogramm so die Kommission (EurActiv von 7. Mai 2005)
Die Isolation der baltischen Staaten zu beenden, die immer noch eine Form von Energieinsel repräsentierten, sei eine dringende Aufgabe, mit der man fertig werden müsse. Die Aktionen und Projekte betrachtend, die nun von den Ländern der Region übernommen worden seien, sei er sicher, dass dieses Ziel in der mittelfristigen Perspektive erreicht werden könne, so der Energiekommissar Andris Piebalgs.
Dennoch wies Christian Kjaer, Geschäftsführer der European Wind Energy Association (EWEA) darauf hin, dass die Projekte im Bezug auf ÜNB schon seit einiger Zeit in Planung seien. Er sagte, ambitioniertere paneuropäische Pläne würden benötigt, um zu einem wirklich integrierten europäischen Energiemarkt zu gelangen.
Eine Aufrüstung des existierenden Polen-Schweden Kabels sollte in zukünftige Pläne integriert werden.



