Bei ihrem Treffen am 15. Februar 2007 in Brüssel haben die Minister es vermieden, unangenehme Entscheidungen bezüglich der Liberalisierung der Energiemärkte und erneuerbare Energien zu treffen und stattdessen die Benennung von Zielen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen als Priorität erklärt.
Die Minister erklärten, der Rat unterstütze die ehrgeizigen EU-Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2020, wobei auf die nationalen Besonderheiten der Mitgliedstaaten Rücksicht genommen werden müsse. Im Ergebnis einigten sich die Minister auf:
- Das unverbindliche Ziel, dass der gesamteuropäische Energieverbrauch bis zum Jahr 2020 zu 20% aus erneuerbaren Energien gedeckt werden soll, und;
- Das Ziel, dass der gesamteuropäische Verbrauch von Benzin und Diesel im Verkehrssektor bis 2020 sich zu mindestens 10% aus Biokraftstoffen speisen soll.
Die Minister forderten zudem die baldmöglichste Umsetzung des Aktionsplans „Energieeffizienz“, durch den nach Berechnungen der Kommission Europa bis 2020 etwa 20% seines Energieverbrauches einsparen und so die Energiekosten jährlich um 100 Mrd. Euro senken könnte.
Im Hinblick auf die Liberalisierung der Energiemärkte folgten die Minister Frankreich und Deutschland und bestätigten, dass der erste Schritt zur Liberalisierung die Umsetzung und Anwendung der bestehenden Gesetzgebung im einzelstaatlichen Recht sei, bevor zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden sollten.
Die Schlussfolgerungen stellen einen Rückschlag für die Kommission und liberalisierungsfreundliche Staaten wie Großbritannien dar, die sich für eine vollständige Entflechtung der Eigentumsverhältnisse ausgesprochen hatten, wodurch die großen Energieunternehmen ihre Energieproduktion von der Netzbetreibung hätten abspalten müssen.
Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes verteidigte die Haltung der Kommission und erklärte erneut, dass eine vollständige Entflechtung der unmissverständlichste Weg sei, um neuen Marktteilnehmern einen gleichberechtigten Zugang zu den Energienetzen zu garantieren.
Dennoch reagierten Frankreich und Deutschland, die ihre früheren Staatsmonopole EDF und E.ON. schützen wollen, auf den Kommissionsvorschlag mit starkem Widerstand.
Der Rat forderte die Kommission auf, eine effektive Trennung der Erzeugung und Lieferung von der Netzwerkbetreibung sicherzustellen und den gleichberechtigten und offenen Zugang zu den Verkehrsinfrastrukturen für neue Energielieferanten zu gewährleisten.



