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Erneuerbare Energien vs. Atomkraft: Umfragen zeichnen gegensätzliches Bild [DE]

Veröffentlicht 26. Januar 2006 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Nach einer jüngsten Umfrage sehen knapp 80 % der EU-Bürger erneuerbare Energien als beste Alternative zu teuren Erdöl- und Erdgasimporten. Lediglich 12 % bevorzugen Atomkraft.

Die am 24. Januar veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Befragten der Meinung ist, dass die Regierungen erneuerbare Energien weiterentwickeln, mehr in neue Technologien investieren und die Energieabhängigkeit verringern sollten. 

47 % der Befragten halten die EU für die angemessenste Ebene für energiepolitische Entscheidungen bezüglich der hohen Ölpreise, des Klimawandels und der Sicherheit der Energieversorgung. Indes sind 37 % der Ansicht, dass die die Entscheidungen auf nationaler Ebene getroffen werden sollten. Briten und Finnen sind besonders skeptisch: 66 % beziehungsweise 67 % glauben, dass den Herausforderungen am besten auf nationaler Ebene begegnet werden kann. 

Sonnenergie (48 %) ist die bevorzugte Alternative zu Energieimporten, an dritter Stelle liegt Windenergie (31 %). Die Förderung von Forschung im Bereich neuer Energietechnologien wie Wasserstoff und saubere Kohle kommt auf den zweiten Platz (41 %). 

Eine stärkere Regulierung der Ölmärkte sehen nur wenige als eine Lösung (23 %), und lediglich 12 % sehen in der Atomkraft die beste Alternative. 

Gleichzeitig geht aus der Umfrage jedoch hervor, dass die meisten Menschen (54 %) nicht bereit sind, für erneuerbare Energien mehr zu zahlen. In den zehn neuen Mitgliedstaaten ist die Ablehnung noch höher (66 %). Diejenigen, die höhere Preise in Kauf nehmen würden (27 %), würden bis zu 5 % mehr zahlen. In Dänemark, Finnland, Luxemburg und den Niederlanden sowie in Großbritannien, Spanien und Frankreich ist der Widerstand am geringsten (unter 50 %).

Stellungnahmen: 

Nach Ansicht von Foratom, Interessenverband der Atomkraftindustrie in Europa, spiegele die Umfrage nicht die „echte Verfassung der öffentlichen Wahrnehmung bezüglich der nuklearen Energieoption wider“. Der Fragebogen hätte die Menschen unweigerlich dazu veranlasst, eine Wunschliste von Optionen zusammenzustellen, die ebenso „wünschenswert“ wie „unrealistisch“ seien.

Foratom verweist auf eine andere im Juni 2005 erschienene Eurobarometer-Umfrage zu Nuklearabfällen, aus der hervorgegangen sei, dass es in den Ländern unterschiedliche Einstellungen gebe. „Auf der einen Seite gibt es in Ländern, mit einer starren Anti-Atomkraftkultur, fest verwurzelte Haltungen, etwa in Österreich, Zypern, Malta und Portugal. Auf der anderen Seite weisen Länder wie Ungarn (65 %), Schweden (64 %), die Tschechische Republik (61 %), Litauen (60 %), Finnland (58 %), Frankreich und die Niederlande (beide 52 %)  eine große Unterstützung für Kernenergie auf“. 

„Wir finden die zum Ausdruck gebrachte Unterstützung für erneuerbare Energie und Effizienz ermutigend“, sagte Mahi Sideridou, Greenpeace-Direktorin für Klimaschutz und Energiepolitik. 

Sideridou weist darauf hin, dass „die Bürger in Ländern mit Erfahrungen im Bereich der Sonnenenergie wie Österreich, Deutschland, Griechenland und Zypern sehr positiv gestimmt sind“. So seien „die Dänen, die über den größten Windenergieanteil verfügen, auch am stärksten von dieser Technologie überzeugt“. 

„Wir halten Piebalgs Bemerkung, dass Atomenergie im Energiemarkt konkurrieren sollte ohne staatliche Beihilfen zu erhalten, sehr hilfreich, und wenn das tatsächlich passiert, können wir von der nuklearen Energie Abschied nehmen“, so Sideridou weiter. 

In Großbritannien hat die Regierung am 23. Januar eine „Energy Review“ veröffentlicht und zeitgleich eine breite öffentliche Konsultation zur Frage der zukünftigen Energieversorgung eingeleitet. Die Regierung wolle sich angesichts der steigenden Energiepreise „erneut mit der Rolle der nuklearen Stromerzeugung“ befassen.

Nächste Schritte: 
  • 8. März 2006: Die Kommission veröffentlicht wahrscheinlich ihr Grünbuch “Eine sichere, wettbewerbsfähige und nachhaltige Energiepolitik für Europa“.

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