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Die Partnerschaft wird Investitionen von über 600 Millionen Euro umfassen, die einen Plan zur Versorgung Afrikas mit Strom sowie Projekte im Bereich erneuerbare Energien vorantreiben sollen. Diese würden Europa dabei helfen, seine Energieversorgung zu diversifizieren. Eine weitere Vereinbarung in Bezug auf eine Trans-Sahara-Gaspipeline, die auch als afrikanische Nabucco-Pipeline bezeichnet wird, könnte am Mittwoch getroffen werden.
Europas Interesse an Energielieferungen aus Afrika wurde im November 2006 wiedererweckt, als feststand, dass man zu keinem neuen Partnerschafts- und Kooperationsabkommen mit Russland gelangen werde, das den gemeinsamen Beziehungen im Energiebereich eine offizielle Grundlage hätte geben könne (EurActiv vom 29. November 2006). Verhandlungen über das PKA wurden in Folge der Russland-Georgien-Krise erneut auf Eis gelegt (EurActiv vom 2. September 2008).
Die EU importiert gegenwärtig fast 15% seines Öls und Gases aus Afrika. Dieser Wert könnte durch größere Investitionen in Infrastrukturen, wie Offshore-Pipelines nach Spanien und Italien, die überwiegend unter Wasser auf dem Meeresboden verlaufen würden, deutlich gesteigert werden. Algerien ist derzeit der drittgrößte Gaslieferant der EU, hinter Russland und Norwegen.
Darüber hinaus könnten große Anlagen zur Gewinnung von Solarenergie in der Sahara, die an ein neues 'Supernetz' angeschlossen würden, dazu dienen, den zunehmenden Energiebedarf der EU zu decken. Diese Idee fand die Unterstützung von Frankreich und Großbritannien, jedoch wurden bislang keine konkreten Verpflichtungen zur Finanzierung der Idee übernommen (EurActiv vom 25. Juli 2008).
Der EU-Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe Louis Michel und sein Amtskollege Andris Piebalgs, der für den Energiebereich zuständig ist, haben die Partnerschaft gestern (8. September 2008) gemeinsam mit den Vertretern der Afrikanischen Union (AU) in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba eingeleitet.
Die Partnerschaft beinhaltet eine „Gemeinsame Erklärung
über die Umsetzung des ersten Aktionsplans der Energiepartnerschaft EU-Afrika“, die von Dr. Elham Mahmoud Ahmed Ibrahim, dem Kommissar der AU für Infrastruktur und Energie, unterzeichnet wurde.
In der Erklärung wird die Dringlichkeit hervorgehoben, mit der die Stromversorgung Afrikas sichergestellt werden müsste, und vereinbart, so bald wie möglich mit dem Verfahren für die Ausarbeitung eines Elektrizitätsgesamtplans für Afrika zu beginnen. Der Gesamtplan sowie die gemeinsame Erklärung würden am 1. Oktober 2008 bei einem Treffen von AU und EU in Brüssel offiziell bekräftigt werden, sagte die Kommission.
Die Initiative ist Teil eines breiter gefassten Energiedialogs zwischen der EU und Afrika, der regelmäßige Treffen beider Seiten vorsieht. Ein Treffen auf Ministerebene zum Thema Energie soll alle zwei Jahre organisiert werden. Treffen von Experten sollen ebenfalls regelmäßig stattfinden; und zwar mindestens einmal pro Jahr, um die verschiedenen Aktivitäten, die in dem Aktionsplan vorgesehen sind, zu koordinieren. Ein Forum, an dem die Zivilgesellschaft, Forschungsinstitute und die Privatwirtschaft beider Kontinente teilnehmen, soll alle zwei Jahre als Zusatzveranstaltung zu den Ministertreffen organisiert werden.
Piebalgs Sprecher Ferran Tarradellas sagte, das Partnerschaftsabkommen sehe die Bereitstellung folgender Fördermittel aus dem EU-Haushalt vor:
Außerdem sagte die Kommission, sie plane, in Zukunft größere Beträge bereitzustellen. Tarradellas erklärte, die Bereitstellung folgender Mittel sei möglich:
Einigung bei ‚afrikanischer Nabucco-Pipeline’?
Die beiden Kommissare werden ihren Afrikabesuch heute in Nigeria fortsetzen, wo sie am Mittwoch auf den nigerianischen Präsidenten Yar’Adua treffen werden.
Nigeria verfüge über große Gas- und Ölvorkommen und könnte sich bei dem Versuch der EU, ihre Energieversorgung zu diversifizieren als wichtiger Partner erweisen, sagte Tarradellas. Europäische Ölgesellschaften, darunter auch Shell, Total und ENI, hätten große Investitionen in Nigeria getätigt und würden diese Praxis wahrscheinlich fortsetzen, fügte er hinzu.
Das Projekt zum Bau einer Trans-Sahara-Gaspipeline könne zur Errichtung einer strategischen Infrastruktur beitragen und Investitionen von EU-Unternehmen anziehen, fuhr Tarradellas fort. Ihm zufolge fühlten sich Nigeria und Algerien diesem Projekt sehr verpflichtet.
Eine Konferenz
, die letztes Jahr in Brüssel stattgefunden hat, zielte darauf ab, Partner für das Projekt anzuwerben, an dem sich die algerische Öl- und Gasgesellschaft Sonatrach und die nigerianische National Petroleum Corporation beteiligen wollen. Wenn die Pipeline fertiggestellt sein wird, wird sie bis zu 30 Milliarden Kubikmeter nigerianischen Erdgases über eine Strecke von mehr als 4.300 Kilometer über Algerien nach Europa transportieren können. Die aktuellen Pläne sehen eine Inbetriebnahme der Pipeline im Jahr 2015 vor.