EurActiv Logo
EU-Nachrichten & Politikdebatten
- durch Sprachenvielfalt -
Bulgaria News
Turkey News
Germany News
Spain News
France News
United Kingdom News
Poland News
Czech Republic News
Slovakia News
Hungary News
Romania News
Serbia News
Greece News
Italy News
Bulgaria Turkey Germany Spain France United Kingdom Poland Czech Republic Slovakia Hungary Romania Serbia Greece Italy
EurActiv.com Réseau

ALLE SEKTIONEN BROWSEN

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Auf Grund des großen Erfolgs von EurActiv Deutschland findet die komplette deutschsprachige EU-Berichterstattung des EurActiv-Netzwerkes nun über Euractiv.de statt.

Die deutschsprachige Fassung von EurActiv.com wird nicht mehr aktualisiert, alle bisherigen übersetzten Texte bleiben aber im Archiv für Sie verfügbar.

Wir freuen uns, Sie künftig auf EurActiv.de begrüßen zu dürfen!

EU erwägt Russland in Nabucco-Projekt einzubeziehen [DE]

Veröffentlicht 02. Februar 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
Druckoptimierte VersionEinem Freund senden

Die Abgeordneten im Europäischen Parlament überlegen derzeit, Russland dazu einzuladen, sich am Nabucco-Gaspipelineprojekt der Union zu beteiligen, um angesichts des Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine einen Konkurrenzkampf mit den von Moskau finanzierten Projekten zu vermeiden.

Der Vorschlag ist Teil eines Berichtes über die Überprüfung der EU-Energiestrategie, über die morgen im Europäischen Parlament abgestimmt werden soll.

Die französische Europaabgeordnete Anne Laperrouze (ALDE), Verfasserin des Berichtes und Vizevorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie, ist eine starke Befürworterin des Nabucco-Projektes und kritisiert die geringen Fortschritte, die bisher bei seiner Umsetzung erzielt werden konnten.

Sie betont jedoch auch, wie wichtig es sei, über möglichst viele, verschiedene mögliche Lieferanten zu verfügen, da immer unsicherer werde, ob die Länder aus der kaspischen Region in der Lage sein würden, die Nabucco-Pipeline innerhalb kurzer Zeit mit den notwendigen Gasmengen zu füllen.

In einer Begründung erklärt Laperrouze, sie trete dafür ein, „die Spannungen im Dialog mit Russland abzubauen, das 42 % des in die EU importierten Erdgases liefert und Polen, Finnland und die baltischen Länder zu 100 % versorgt“. 

Laperrouze zufolge könne Moskau der Schlüssel zur Lösung des Problems sein. In ihrem Bericht deutet sie an, dass die EU das Nabucco-Projekt eher zum Abschluss bringen könne, wenn Moskau daran beteiligt sei, als wenn die EU mit Russland im Wettbewerb stehe.

Das Europäische Parlament „hofft in diesem Zusammenhang, dass die geplante Gaspipeline Nabucco in Zusammenarbeit mit Russland verwirklicht wird, damit nicht zwei Gaspipelines miteinander konkurrieren und langfristig russisches oder iranisches Gas bzw. Gas, das aus dem Kaspischen Meer kommt, weiterbefördert werden kann“, so der Bericht.

Die Europaabgeordnete glaubt, dass die Beziehungen zwischen der EU und Russland „von gegenseitiger Abhängigkeit geprägt“ seien und dass „die EU bei den folgenden Verhandlungen nicht auf der Ratifizierung des Vertrags über die Energiecharta bestehen sollte, die russischen Behörden zugleich aber an ihr Bekenntnis zu den Grundsätzen der Energiecharta, an die in Abkommen wie dem über den Beitritt zur WTO festgelegten Prinzipien und das spezielle Problem der Urananreicherung erinnert, das gesonderte Verhandlungen zwischen der EU, den USA und Russland erfordert“.

Hintergrund : 

Ziel des Nabucco-Pipelineprojekts ist es, die Abhängigkeit der EU von russischen Gasimporten zu mindern, indem Gas aus der kaspischen Region über den Balkan zu einem Knotenpunkt in Österreich gebracht wird.

Die Inbetriebnahme der Pipeline ist eigentlich für 2013 vorgesehen, allerdings ist noch nicht sicher, ob sie überhaupt gebaut werden wird. Da der Privatsektor nach wie vor zögert, das Projekt zu finanzieren, ganz zu schweigen vom kurzen Krieg zwischen Georgien und Russland im August 2008, steht Nabucco eine unsichere Zukunft bevor (EurActiv  vom 25. August 2008). 

Offiziell will die Europäische Kommission keine Rückschläge einräumen. Doch dem Projekt stehen viele Hindernisse im Weg, darunter auch die geplante Konkurrenzpipeline South Stream, die von der russischen Gazprom unterstützt wird.

Dem Nabucco-Konsortium gehören mehrere führende europäische Energieunternehmen an: OMV aus Österreich, MOL aus Ungarn, RWE aus Deutschland, Bulgargaz aus Bulgarien, Transgaz aus Rumänien und Botas aus der Türkei. Drei der Konsortiumsmitglieder – OMV, MOL und Bulgargaz – haben allerdings auch ihre Beteiligung an der South Stream-Pipeline von Gazprom zugesagt, so dass die Frage aufkam, ob es nicht zu einem Interessenkonflikt kommen könnte und wie sehr sie sich dem Nabucco-Projekt tatsächlich verpflichtet fühlen.

Mehrere EU-Regierungen, darunter Deutschland, Frankreich und Italien, die enge Beziehungen zum Kremel und langfristige Gasverträge mit der Gazprom haben, sind von der Notwendigkeit für eine neue Pipeline nicht überzeugt.

Bei einem kürzlich veranstalteten ‘Nabucco-Gipfel’ in Budapest (EurActiv vom 28. Januar 2009) schloss die EU aus, das Nabucco-Projekt zu finanzieren, versprach aber die Bereitstellung von 250 Millionen Euro für eine Fazilität für Finanzierungen auf Risikoteilungsbasis zur Sicherung von Bankdarlehen zu besseren Konditionen als sie auf dem Markt angeboten würden (EurActiv vom 29. Januar 2009). 

More in this section

Advertising