Beim Gipfel beschrieb der ungarische Premierminister Ferenc Gyurcsány Nabucco als eine Frage der nationalen Sicherheit und schlug vor, die EU solle das strategisch wichtige Projekt finanzieren.
Der ungarische Gastgeber des Gipfels forderte außerdem die Einrichtung eines ‚Internationalen Nabucco-Gremiums’ und deutete an, dass Budapest über die Mittel verfüge, um den Sitz für eine solche Institution bereitzustellen. Er betonte zudem, die EU müsse den Förder- und Transitländern, die an Nabucco beteiligt sein sollten, weitere Zusagen machen, da jene nicht einfach nur Lieferanten sein wollten.
Der zweitägige Gipfel versammelte die Staats- und Regierungschefs und die Energieminister von zwölf Ländern, außerdem nahmen auch Vertreter der Europäischen Kommission und Finanzinstitutionen teil. Ziel des Gipfels war die Wiederaufnahme des EU-Vorzeigeprojekts angesichts der Gaskrise zwischen Russland und der Ukraine.
Anfangs hatte Piebalgs noch erklärt, man werde die Position von Premierminister Gyurcsány berücksichtigen. Später machte er jedoch deutlich, dass die Union die Pipeline nicht finanzieren werde.
Er glaube, die EU könne bei der Beschaffung von Krediten für das Projekt helfen, meinte Piebalgs Reuters zufolge. Allerdings, sagte er, werde die EU nicht darüber hinausgehen, da dies keinen Sinn ergebe. Sonst sei es nicht mehr das Projekt des Konsortiums, sondern eine „öffentlich-private Partnerschaft“.
Er sei nicht bereit zu diesem Zeitpunkt eine solche Option auch nur in Erwägung zu ziehen, fügte Piebalgs hinzu.
Der EU-Energiekommissar fügte hinzu, dass eine Reihe offener Fragen zu Nabucco noch geklärt werden müssten. Wenn es bis Mai keine konkreten Antworten gebe, sei das Projekt in Gefahr, warnte er.
Auch keine Ausgleichszahlungen für Gaskrise
Gyurcsány drängte die EU zudem, eine gemeinsame Position bezüglich der Entschädigung für die Schäden, die durch die Gaskrise zwischen Russland und der Ukraine entstanden seien, auszuarbeiten. Er zeigte sich sehr optimistisch und erklärte, die Mitgliedstaaten der Europäischen Union hätten verstanden, dass alle gemeinsam unter dem Schaden zu leiden gehabt hätten. Er forderte Tschechien im Rahmen seiner Ratspräsidentschaft und die Kommission dazu auf, die Organisation zu übernehmen, damit die Mitgliedstaaten gemeinsame Schritte unternähmen.
Im Gespräch mit EurActiv Ungarn meinte Piebalgs jedoch, die Frage des Schadensersatzes werde in den Handelsverträgen geklärt. Er wies darauf hin, dass die Kommission „zuerst die genauen Ausmaße des Schadens kennen muss“ bevor sie in irgendeiner Weise einschreiten könne. Er warnte außerdem, dass es sich als sehr schwierig erweisen könnte, Ausgleichszahlungen zu erhalten, da sich die beiden Streitparteien gegenseitig die Schuld an der Krise geben. „Russland wird sagen, die Ukraine war Schuld, und die Ukraine wird sagen, Russland war Schuld“, so der Kommissar.
(Mit Informationen von Presseagenturen)



