Der österreichische Wirtschaftsminister Martin Bartenstein sagte am 17. Januar bei einer Debatte im Parlament, dass die EU sich im Kielwasser der Gaskrise nach neuen Transportwegen umgucken sollte, um die Abhängigkeit von Russland zu verringern. Der österreichische Ratsvorsitz hat die Energieversorgung ganz oben auf die Tagesordnung des EU-Frühjahrsgipfels am 23. und 24. März gesetzt.
Bartenstein umriss eine Reihe von Maßnahmen, die langfristig zu einer Diversifizierung der Versorgungsströme beitragen würden:
- Der Bau der Nabucco-Pipeline, die Europa Zugang zu den Gasvorkommen in der Kaspischen Region und dem Nahen Osten verschaffen würde, sollte möglichst rasch begonnen werden. „Dieterminse Projekte müssen zügig umgesetzt werden“, sagte er vor den Europaabgeordneten. Die Pipeline, die bis 2020 fertig gestellt werden soll, wird Gas aus Iran über die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn nach Österreich bringen.
- Eine Verfünffachung der Nutzung von Flüssigerdgas (LNG), das per Schiff transportiert werden kann und damit Lieferungen aus Regionen ohne Pipeline-Verbindung ermöglicht. „In einigen Ländern laufen Projekte zur Errichtung neuen Terminals oder Erweiterungen der bestehenden Anlagen“, erläuterte Barteinstein. Er deutete an, dass diese Vorhaben die Kapazitäten der EU von derzeit 60 Milliarden Kubikmeter auf 160 Milliarden Kubikmeter vergrößern würden.
- Eine größere Transparenz der Kohlenwasserstoffmärkte, um Preisschwankungen zu verringern.
Als kurzfristige Maßnahmen forderte Bartenstein die EU auf zu erwägen, ihre Gasvorräte zu erhöhen.
Darüber hinaus erklärte Barteinstein Österreich würde sich dafür einsetzen, dass die EU „die Diversifizierung der Energieversorgung, durch verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien“ vorantreibe. Eine Verdreifachung der Nutzung von Biomasse bis 2010 könnte hierzu beitragen. Die Nutzung der Kernenergie sei aus österreichischer Sicht hingegen „keine Option“.



