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EU und Norwegen sehen 'enorme' Öl- und Gasvorkommen in der Arktis [DE]

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Veröffentlicht 30. August 2006, aktualisiert 28. Mai 2012

Auf einem Treffen zwischen der EU und Norwegen in Brüssel stehen Energiefragen oben auf der Tagesordnung. Unter anderem wird über die Möglichkeiten für die Erschließung der möglicherweise riesigen Öl- und Gasvorkommen in der Arktis diskutiert. Bisher verhindert ein Grenzstreit mit Russland die Erschließung des Gebiets.

Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Frage einer Aufstockung der Flüssigerdgaslieferungen (Liquefied Natural Gas/LNG) und die für Oktober 2006 geplante Eröffnung der „Langeled-Pipeline“, die das Gasfeld Sleipner mit Easington in Großbritannien verbindet. 

Die EU veranschlagt, dass der Umfang der norwegischen Erdgasexporte von heute 85 auf 120 Mrd. Kubikmeter im Jahre 2020 steigen wird.

Ganz oben auf der Tagesordnung stehen Gespräche über die langfristige Erschließung der enormen Öl- und Gasvorkommen in der Arktis. Die US Geological Survey, eine Behörde des US-Innenministeriums, veranschlagt, dass 25% der weltweiten Öl- und Gasvorkommen in der Region lagern. Parallel mit der wachsenden Nachfrage an fossilen Brennstoffen steigt das Interesse der großen Ölfirmen an den nördlichen Gebieten.

Ein Streit zwischen Norwegen und Russland bezüglich eines „umstrittenen Gebiets“ in der Barentssee hat jedoch bisher die Erschließung der Vorkommen verhindert.

„Das Potential ist riesig“, sagte ein Brüsseler Repräsentant des staatlichen norwegischen Ölunternehmens Statoil. Er fügt hinzu, dass Fragen wie Zugangsrecht, Grenzverlauf und Produktionsregeln geklärt werden müssen. Des Weiteren forderte er ein „internationales Abkommen“ für die Arktis und betonte, dass ein „größeres politisches Interesse“ für die Region von Vorteil wäre.

Laut Statoil könnten im Jahre 2020 jährlich bis zu 50 Mrd. Kubikmeter Gas aus den Erdgasvorkommen (u.a. Shtokman-Feld) in der Arktis gewonnen werden. Dies würde 7-9% des EU-Gasverbrauchs entsprechen.

Bisher ungeklärt sind die Fragen der hohen Kosten für Tiefbohrungen und Umweltfragen, wie die Frage der Koexistenz von Öl- und Gasfeldern und der Fischereiindustrie.

Piebalgs sagte im Mai 2005 in einem Gespräch  mit EurActiv: „Es gibt vielversprechende Gasvorkommen in Norwegen und Russland, jedoch haben wir weder exakten Zahlen bezüglich des Umfangs der Vorkommen noch eine Vorstellung davon, wie viel es kosten würde sie zu erschließen“.

Bei ihrem Treffen 2005 im Rahmen des Energiedialogs haben Norwegen und die Europäischen Union ihre Bereitschaft zu stärkerer Zusammenarbeit in den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Energieversorgungssicherheit, einschließlich Explorations- und Produktionstätigkeiten in der Arktis geäußert.

 

Hintergrund : 

Norwegen deckt zwischen 10 und 18% der Nachfrage der EU an Erdöl und 15% der Gasnachfrage. Das Land ist nach Saudi-Arabien und Russland der weltweit drittgrößte Öl- und Gaslieferant. Seit 1994 ist Norwegen Mitglied des Europäischen Wirtschaftraums und dadurch integraler Bestandteil des EU-Binnenmarktes.

Am 30. August 2006 trifft Energiekommissar Andris Piebalgs seinen norwegischen Amtskollegen Odd Roger Enoksen, um über die Stärkung eines, 2002 eingegangenen, bilateralen Energiedialogs zu sprechen. 

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