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Sind die europäischen Bürger bereit für eine Energierevolution? [DE]

Veröffentlicht 09. Januar 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die Unionsbürger sind sich der Bedeutung, die die Energiepolitik für ihr Alltagsleben hat, kaum bewusst. Eine am 8. Januar 2007 veröffentlichte Eurobarometer-Befragung zeigt, dass die Bürger auch nicht erkennen, dass verstärkte Forschung über Energieeffizienz notwendig ist.

Im Gegensatz zu der Presseerklärung der Kommission „Forschung über neue Technologien bei den Europäern hoch im Kurs“ sind die Ergebnisse der Eurobarometer-Umfrage für die europäischen Entscheidungsträger nicht besonders ermutigend. Die Kommission will am 10. Januar 2007 die Bürger davon überzeugen, dass eine „neue industrielle Revolution“ notwendig ist, um die doppelte Herausforderung des Klimawandels und der wachsenden Energienachfrage und die damit verbundenen Lieferengpässe anzugehen.

Die Energiepolitik ist für die Unionsbürger nach den Ergebnissen der Umfrage kein vorrangiges Thema und sie sind sich nicht der Notwendigkeit einer Änderung der persönlichen Lebensgewohnheiten bewusst.

Auf der Liste der wichtigsten Themen, denen sich Europa heutzutage stellen muss, erreicht Energie nur Platz 12 (14%), weit hinter Arbeitslosigkeit (64%), Kriminalität (36%), Gesundheitsfürsorge (33%) oder Wirtschaft (30%). Nur 3% der Befragten waren der Auffassung, dass Energiepolitik einen direkten Einfluss auf ihren Alltag habe. Beschäftigen sich die Bürger mit Energiefragen, dann geht es hauptsächlich um die Energiepreise, so die Umfrage.

Aufschlussreich ist auch die Tatsache, dass die Bürger die Energieprobleme nicht auf sich beziehen, sondern mit anderen in Verbindung bringen. Auf die Frage, welche Branchen die meiste Energie verbrauchen, vermuteten die Unionsbürger die Industrie als größten Konsumenten, obwohl in Wirklichkeit der Verkehrssektor und die Haushalte die meiste Energie verbrauchen.

Der Energieeffizienz, das Flaggschiff der neuen Strategie der Kommission, ergeht es nicht anders. Obgleich sich die meisten Bürger darüber bewusst sind, dass Energiesparen wichtig ist, besteht eine große Divergenz zwischen der Einstellung der Bürger und dem tatsächlichem Verhalten. Über 21% der Befragten gaben an, dass sie bisher nichts unternommen hätten, um ihren Energieverbrauch zu reduzieren. Auch die Forschung zu energiesparenden Technologien gehört für die Unionsbürger nicht zu den Prioritäten.

Die Bürger setzen auf erneuerbare Energien und misstrauen der Kernenergie, obwohl sie immer noch der Auffassung sind, dass Kernkraft ein wichtiger Bestandteil des künftigen Energiemixes sein wird.

Hintergrund : 

Die neue Eurobarometer-Umfrage „Energy Technologies: Knowledge-Perception-Measures“ untersucht die Einstellung der Europäer zur Energiepolitik. Die Ergebnisse wurden zwei Tage vor der offiziellen Annahme des strategischen Energieberichtes der Kommission und anderer Mitteilungen zum Thema Energie veröffentlicht (siehe EurActiv vom 8. Januar 2007).

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