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Frankreich steigt in Wettrennen um Solarkraft ein [DE]

Veröffentlicht 24. Juli 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
Tags
solar
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Die gestrige Ankündigung vom französischen Industriegiganten EDF, dass er die größte Produktionsanlage für Solarzellen des Landes bauen will, signalisierte das Unterfangen Frankreichs eines der weltweit führenden Solarmärkte werden zu wollen. 

EDF Energies Nouvelles (EDF EN), das zur Hälfte dem Staatsversorger EDF gehört, hat sich mit dem Amerikanischen Solarzellenhersteller First Solar zusammengetan, um 90 Millionen Euro für den Bau einer Fabrik mit einer anfänglichen Kapazität von mehr als 100 Megawatt Spitzenleistung (MWp) zu investieren. 

EDF EN wird die Hälfte der Kapital- und Existenzgründungsausgaben übernehmen, für welche es den gesamten Ertrag der ersten zehn Jahre erhalten wird. Die Fabrik ist für die Beschäftigung von mehr als 300 Menschen geplant, wenn sie bis 2011 ihre volle Kapazitätsleistung erreicht hat.

Der Bau und der Betrieb der Anlage stellen das erste Unterfangen von First Solar auf dem französischen Solarmarkt dar, welches Betriebe in Deutschland, den USA und Malaysia unterhält. Es führte die langfristige Bindung der französischen Regierung zu einer günstigen Politik sowie regulative Netzwerke zur Förderung von Solarmärkten als Hauptfaktor an für seine Entscheidung in das Land zu investieren.

Tatsächlich kommt der Investitionsplan hervor, während Grenelle Environnement, eine Initiative von Präsident Nicolas Sarkozy, in den vergangenen Jahren die Förderung der erneuerbaren Energien – die Solar-, Wind-, Biomasse-, Geothermie und Hydraulik eingeschlossen – als politische Prioritäten für nachhaltige Entwicklung identifiziert hat.

“Diese Investition stellt einen echten Wendepunkt für die Photovoltaikindustrie dar und bestätigt, dass Frankreich mehr als je zuvor in einer Position ist, eine weltweit führende Rolle zu spielen“, sagte Frankreichs Minister für nachhaltige Entwicklung, Jean-Louis Borloo.

Mit Deutschland gleichziehen

Frankreich hat in seiner Energiestrategie der Nuklearenergie sehr stark den Vorrang eingeräumt und sucht nun seine erneuerbaren Energien zu vervollständigen. Da es den Kampf um die Windenergie gegen Deutschland, Dänemark und Spanien verloren hat, versucht es nun mit seinen Nachbarn in der Solarkraft gleichzuziehen.

Ende letzten Jahres versprach Frankreich, seinen Solarenergieverbrauch in den nächsten 12 Jahren um 400 Prozent zu erhöhen. Dieses Vorhaben ist Teil eines größeren Plans, den Anteil der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 auf 23 Prozent zu verdoppeln, damit die EU ihre Verpflichtungen einhält.  Sarkozy hatte mit der Idee eines “Mittelmeersolarplans” als Teil der Mittelmeerunion gespielt, welche letzten Sommer gegründet worden war (EurActiv vom 14. Juli 2008). Das Ziel ist die Nutzung der Photovoltaikelektrizität in den Mittelmeerländern durch die Verbundnetze Tunesien-Italien und Türkei-Griechenland anzukurbeln.

Die ehrgeizigste Kooperation in der Solarenergie zwischen Nordafrika und Europa wurde jedoch vergangene Woche von einem Konsortium überwiegend deutscher Firmen gegründet (EurActiv vom 22. Juli 2009). Untersützt von Kanzlerin die Das Desertec-Projekt, das von Angela Merkel befürwortet wird, soll thermale Solarenergie die in der Sahara produziert wurde mit einem Starkstromkabel nach Europa bringen.

Der französische Photovoltaikmarkt bleibt im Vergleich zum deutschen, welcher der größte der Welt ist, bescheiden. Er ist dennoch ein Wachstumsmarkt und es wird erwartet, dass er Deutschland, Spanien und Italien mit neuen Anreizen herausfordern wird.

Stellungnahmen: 

Der französische Minister für Nachhaltige EntwicklungJean-Louis Borloo begrüßte die Entscheidung zu den Investitionen. Er sagte, dass obwohl dies eine private zwischengeschäftliche Vereinbarung sei, sie einen Teil der weitläufigeren Strategie für erneuerbare Energien darstelle. 

Mike Ahearn, der Geschäftsführer von First Solar erklärte, dass die Investitionen seines Unternehmens, den "Glauben der Firma in den französischen Markt" widerspiegeln. „Dies stellt ein Vertrauensvotum in den Richtlinien dar, die von der französischen Regierung seit der Grenelle de l'Environnement entwicklet worden seien, um erneuerbare Energien zu fördern und es Solarenergie zu ermöglichen, mit anderen Formen von Energie zu konkurrieren“, sagte er. 

Pâris Mouratoglou, Vorstandsvorsitzender von EDF Energies Nouvelles, nannte das Abkommen einen entscheidenden Meilenstein in der Strategie des Konzerns, ein Weltmarktführer in Solarenergie zu werden. „Die Sicherheit einer wettbewerbsorientierten Versorgung ist entscheidend für das uns, um an der Entwicklung eines umfassenden französischen Solarmarktes teilzuhaben“.

Hintergrund : 

Solarenergie wird immer mehr zu einer attraktiven alternativen Enerigequelle, seit die Staats- und Regierungschefs der EU im März 2007 ein EU-weit bindendes Ziel annahmen, bis 2020 20 Prozent ihrer Energie aus erneuerbaren Quellen zu beziehen (siehe  EurActiv LinksDossier über " EU-Politik für Erneuerbare Energien"). 

Im Dezember 2008, erreichten die EU-Institutionen eine Einigung über die Richtlinie zu erneuerbaren Energien (EurActiv vom 9. Dezember 2009), die für jedes EU-Land nationale Ziele festlegt, um den Beitrag der erneuerbaren Energien zum Energiemix erheblich zu erhöhen, was zu einem Gesamtanteil in der EU bis 2020 auf 20 Prozent führt. 

Letzte Woche, bestätigte Deutschland abermals seine Position als führendes Innovationszentrum in der Solartechnologie, indem es einen weiteren Schritt ging, Solarenergie aus der Sahara nach Europa zu bringen. Am 13. Juli gründete ein Konsortium aus größtenteils deutschen Unternehmen die internationale Industrieinitiative Desertec, um Investitionen für ein großflächiges Solarprojekt in Nordafrika zu finden, das letztendlich darauf abzielt, 15 Prozent des Energiebedarfs der EU abzudecken (EurActiv vom 22. Juli 2009).

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