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EPIA Business Development Unit Intern – Paid Internship
Interim Public Affairs Manager
Network and CrossLingual Projects Director
Account Executive in Public Affairs - Financial Services Practice
Writer/Web Editor - Native English
Consultant (Scientist) to work on the NERC-funded project "VALOR"
Stellenangebot registrierenIm diesjährigen Weltenergie-Ausblick bricht die Internationale Energieagentur (IEA) mit ihrer bisherigen Tradition, der zufolge sie Bedenken über die Verfügbarkeit von Öl zu zerstreuen suchte. Nun wird dringend ein Übergang zu einem nachhaltigeren globalen Energiesystem gefordert, damit die Menschheit einer Klimakatastrophe entgehen könne.
Die Internationale Energieagentur (IEA) veröffentlicht jedes Jahr einen Weltenergie-Ausblick, der eine Prognose über die zukünftige weltweite Energieversorgung und den Energiebedarf in den nächsten Jahrzehnten erstellt.
[Siehe auch die EurActiv-Berichterstattung über frühere Berichte: 2005, 2006, 2007.]
Aktuelle weltweite Trends bei der Energieversorgung und dem Energieverbrauch wiesen einen offenkundig nicht nachhaltigen Umgang mit Energie auf – sowohl aus ökologischer als auch wirtschaftlicher und sozialer Sicht, schreibt die Agentur in der Zusammenfassung ihres Ausblicks 2008, der am 12. November 2008 veröffentlicht wurde.
Der IEA-Bericht wurde zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, zu dem die Ölpreise ihren niedrigsten Stand seit Januar 2007 erreicht haben und sich die Investoren besorgt über die Auswirkungen der weltweiten Konjunkturschwäche auf die Ölnachfrage zeigen. Leichtöl wurde am Mittwoch (12. November 2008) mit nur 56 US-Dollar pro Barrel gehandelt, nachdem es im Juli mit 147 US-Dollar seinen Höchststand erreicht hatte.
Der diesjährige Bericht sendet eine ähnliche Botschaft wie die Ausgabe von 2006 aus. Darin wurden „dringende Maßnahmen“ gefordert, um etwas gegen die bevorstehende „schmutzige, unsichere und teuere“ Zukunft im Bereich Energie zu unternehmen. Doch durch die Finanzkrise und die wachsende Besorgnis über das sich schnell und auf gefährliche Weise verändernde Klima wurde der Bericht, der eine „globale Energierevolution“ fordert, am 12. November 2008 vor einem anderen Hintergrund veröffentlicht.
Die Ergebnisse einer „Feld-zu-Feld-Analyse”, wie es sie vorher noch nicht gegeben hatte, über die bisherige Produktionsleistung von 800 Ölfeldern finden sich ebenfalls in dem Bericht.
Selbst wenn der Ölbedarf bis 2030 gleich bleibe, müsse bis 2030 ein Gesamtvolumen von 45 Millionen Barrels/Tag – etwa das Vierfache der aktuellen Kapazität Saudi Arabiens – aufgebaut werden, nur um den Effekt der sinkenden Produktivität der Ölfelder ausgleichen zu können“, meinte der Exekutivdirektor der IEA Nubuo Tanaka in einer Erklärung.
Der Bericht wird wahrscheinlich die Debatte über die Höchstfördermenge von Öl wieder neu anheizen, die sich oft um die Unterscheidung zwischen dem Zugang zu Öl und den tatsächlichen Mengen an verbleibenden Erdölreserven dreht.
Ungeachtet der Menge Öl, die tatsächlich auf dem Planeten verfügbar sei, fänden große strukturelle Veränderungen im globalen Energiesystem statt, wodurch Ölreserven zunehmend in der Hand von Nicht-OECD-Ländern seien, betont die IEA in ihrem Bericht. Die Ölkonzerne erklären, dieser Wandel beschränke nicht nur ihren Zugang zu Ölfeldern, sondern auch ihre Fähigkeit, den Marktprinzipien folgend zu handeln, denen zufolge Angebot und Nachfrage, Gewinne und Zugangsmöglichkeiten stabil blieben. Die nationalen Regierungen sind unterdessen wenig motiviert, den tatsächlichen Umfang der Ölreserven zu überprüfen und über diese Mengen auf transparente Art zu berichten.
Der Chefökonom von BP Christoph Rühl, der keinen Grund sieht, Theorien über die Höchstfördermenge als theoretisch, wissenschaftlich oder ideologisch stichhaltig zu akzeptieren, sagte EurActiv, dass „es momentan keine Ressourcenknappheit beim Öl gibt“ (EurActiv vom 1. Oktober 2008).
Doch Rühl räumt ein, dass die rasch steigende Nachfrage in Entwicklungsländern und die weltweit begrenzten Vorkommen fossiler Brennstoffe auf den Energiemärkten für Preisschwankungen sorgten und die Preise auf lange Sicht auf einem hohen Niveau halten würden.
Die IEA bestätigt, dass die Möglichkeiten der Ölkonzerne, ihre Reserven und die Produktion zu erhöhen, schwinden. Allerdings betonte sie, dass der Nachfrage in der Öl-Rechnung zu viel Achtung gezollt werde. Rückläufige Zahlen seien eigentlich viel wichtiger, um den Investitionsbedarf zu bestimmen, meint Tanaka.
‚Grünes’ Bretton Woods?
Unterdessen kündigte die OECD eine „Zwei-Säulen-Strategie” an, um gegen die Finanzkrise vorzugehen. Die Politiker sollten den Klimawandel nicht aus den Augen verlieren und den Welthandel und Investitionsströme nicht behindern, damit die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien voranschreiten könne, so die Organisation in einer Pressemitteilung vom 12. November 2008.
Die internationalen Finanzierungsströme sind in einigen Sektoren fast vollständig versiegt, wodurch es zu Verzögerungen und Stornierungen gewerblicher Aufträge und zu einer Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivitäten kommt. Es besteht die Sorge, dass es durch die aktuelle Lage schwieriger wird, eine strukturelle Veränderung in der Wirtschaft herbeizuführen, damit diese sich hin zu umweltfreundlicheren Gebäuden und weniger verschmutzenden Energie- und Verkehrssystemen entwickelt. Besonders schwierig wären solche Veränderungen zu erzielen, sollten die Wirtschaftssysteme weiterhin stark auf fossile Brennstoffe angewiesen sein, während sie gleichzeitig aufgrund der sinkenden Verfügbarkeit und schwankender Preise nur noch über eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten verfügten.
Am 15. November 2008 werden die Grundfesten des globalen Finanzsystems von den Staats- und Regierungschefs bedeutender Länder im Rahmen eines groß angelegten ‚Bretton Woods’-Treffens in Washington D.C. genau überprüft werden. Allerdings bleibt unklar, welche Form ein reformiertes globales Finanzsystem annehmen soll oder wie lange es dauern wird, bis diese Reformen in Zeiten erneuten weltweiten Wirtschaftswachstums ihre Feuerprobe bestehen können.
Die EU-Mitgliedstaaten formulierten kürzlich ihre Position, die sie bei dem Treffen einnehmen wollen. Die EU will dort mehr Transparenz und stärkere Regulierung fordern sowie eine Annäherung der Rechnungslegungsstandards (EurActiv vom 7. November 2008). Das Dokument enthält keine Verweise auf die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien, führt den Klimawandel jedoch als eine von mehreren „Herausforderungen“ neben der Ernährungssicherheit und dem Kampf gegen die Armut.