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Interview: EU-Gesetzgebung wird Windindustrie stärken [DE]

Veröffentlicht 21. Januar 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die Richtlinie über erneuerbare Energie, auf die man sich im Dezember geeinigt habe, werde Anreize für die Entwicklung der Windenergie schaffen, da alle 27 Mitgliedstaaten neue Gesetze einführen müssten, sagte Christian Kjaer, Geschäftsführer der European Wind Energy Association (EWEA), in einem Interview mit EurActiv.

16% des Stroms in Europa würden derzeit aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen (siehe EurActiv LinksDossier), allerdings gehe die Kommission davon aus, dass dieser Anteil bis 2020 auf 34% steigen werde. Die EU-Kommission habe darauf hingewiesen, dass der Anteil der Windenergie an diesem Stromverbrauch bei rund 12% liegen solle, sagte Kjaer.  

„Die Windenergie wird den größten Beitrag dazu leisten, dieses Ziel zu erreichen“, sagte er und fügte hinzu, dass es nicht schwer sei, einen Anteil von 12% zu realisieren. Um das zu erreichen, müsste die Produktionskapazität von Windenergieanlagen während der nächsten 13 Jahre jährlich um 9,5GW erhöht werden. „Das ist keine große Steigerung“, erklärte Kjaer angesichts der Tatsache, dass die Produktionskapazität allein im Jahr 2007 um 8,5GW erhöht worden sei. 

Der EWEA-Chef sagte, die Zahl der Kommission stimme mit den im vergangenen Jahr ausgegebenen Zielen der Windindustrie selbst überein. Allerdings glaube er, dass diese Ziele nun gegen Ende des Jahres überarbeitet würden, um die neue Richtlinie über erneuerbare Energie, die vor Weihnachten verabschiedet wurde, zu berücksichtigen (EurActiv vom 9. Dezember 2008). „Die Richtlinie sorgt für einige Sicherheit bei den Investoren. Das bedeutet, dass wir wahrscheinlich unsere Ziele höher stecken werden“, sagte er. 

Die größte Auswirkung der Richtlinie auf die Förderung der Windenergie rühre daher, dass sie alle EU-Länder dazu verpflichte, Rechtsrahmen auszuarbeiten, verwaltungstechnische Barrieren abzubauen und für einen fairen Zugang zu Stromnetzen zu sorgen, meint Kjaer. „Die Richtlinie hat wahrscheinlich weltweit die größte Bedeutung für unseren Sektor.“

Der Zugang zu Netzen sei der erste Schritt für eine vermehrte Verwendung der Windkraft, sagte er und wies darauf hin, dass es bisher schwierig gewesen sei, die Betreiber der Versorgungsnetze davon zu überzeugen, dass ihr Stromsystem durch den Anschluss von Windturbinen nicht zusammenbrechen werde. Wenn die aus Windenergie produzierte Strommenge ansteige, sei es notwendig, die gesamte Infrastruktur neu zu gestalten. Das sei bereits in den 60er-Jahren der Fall gewesen, als man damit begann, in großem Maße Strom aus Atomenergie zu produzieren, fuhr er fort.

„Wir setzen uns sehr stark für die Idee ein, die europäischen Systeme miteinander zu verbinden und ein europäisches Stromnetz einzurichten. Dies sei gleichzeitig eine Bedingung, um mehr Wettbewerb auf dem europäischen Binnenmarkt für Strom zu schaffen“, sagte er und fügte hinzu, dass die Unbeständigkeit der Windenergie im Falle eines größeren Stromsystems kein Problem sei.

Aus einem EWEA-Bericht geht hervor, dass die Windindustrie im Jahr 2000 ihre Stromproduktionskapazitäten mehr erhöht habe als alle anderen Energiesektoren, außer dem Gassektor. In den letzten fünf Jahren seien im europäischen Windenergiesektor täglich 33 neue Arbeitsplätze entstanden, so die Studie, die auch auf große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten hinweist. 

Kjaer sagte, die Unterschiede könnten durch die unterschiedlichen, geltenden Rechtsrahmen erklärt werden. Die bei der Windenergie führenden Länder haben bereits in den 90er-Jahren damit begonnen, Rechtsrahmen auszuarbeiten, um erneuerbare Energien zu fördern, erklärte er. Ein EU-Gesetz aus dem Jahr 2001, das freiwillige Ziele vorgab, habe dazu geführt, dass eine zweite Welle von Ländern eine ähnliche Rechtssetzung erlassen habe.

„Wir erwarten von der nun verabschiedeten EU-Richtlinie, dass sie die Bewegung der zweiten Welle beschleunigt. Nun beginnt aber auch eine dritte Welle von Ländern infolge der Diskussionen über diese Richtlinie damit, Rechtsrahmen auszuarbeiten“, schloss Kjaer und warnte, dass es nichtsdestotrotz einige Jahre dauern werde, bevor die neuen nationalen Gesetze in Kraft träten. 

Um das vollständige Interview zu lesen, klicken Sie bitte hier.

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