Die Sonne nutzen
„Jüngste Berichte deuten an, dass der Ölpreis bis Ende des Jahres auf 200 US-Dollar pro Barrel steigen könnte. Also ist der Plan klar: Wir müssen erneuerbare Energiequellen fördern. Und Fotovoltaik funktioniert“, sagt Marcias in einem Interview mit EurActiv.
Die Märkte scheinen dem zuzustimmen. Die Anlagenwerte globaler Solarenergieunternehmen seien stetig gestiegen, so ein Bericht der Financial Times vom 16. Mai 2008. Der Mangel an Vorräten von Polysilizium, dem seltenen Material, das zur Herstellung gewöhnlicher Fotovoltaikmodule genutzt wird, verringert sich.
„Diese Minikrise, welche die Industrie vor ein paar Jahren heimgesucht hat, wird vermutlich noch für ein weiteres Jahr andauern. Doch wenn auf dem Markt mehr Rohmaterial verfügbar wird, wird sie sich auflösen“, sagt Marcias.
„Unternehmen werden weiterhin die Rohmaterialen herstellen, die notwendig sind; viele in China, Japan und in den USA tun dies. Andererseits geht die Nutzung von Polysilizium zurück. Wir erhöhen den Wirkungsgrad der Zellen“, fügt er hinzu.
Ein jüngster Durchbruch in der Nanotechnologie verspricht, den Wirkungsgrad von Fotovoltaikmodulen zu erhöhen. Dies hat dem Sektor Auftrieb für langfristige Entwicklungen verliehen (EurActiv vom 15. Mai 2008).
Ist größer besser?
Trotz dieser positiven Anzeichen bleibt jedoch noch eine Reihe von Problemen für die Industrie bestehen.
Einige EU-Mitgliedstaaten – hauptsächlich Spanien und Deutschland – unterstützen Solarenergie und andere erneuerbare Energiequellen in großem Umfang finanziell – in Form von Einspeisetarifen. Diese gewähren Erzeugern von Strom aus erneuerbaren Energiequellen einen Rückkaufpreis pro Kilowattstunde, der höher als der Marktpreis ist. Dies macht Investitionen in teurere erneuerbare Energiequellen interessant.
Diese Politik der Einspeisetarife führte jedoch in Spanien und in Deutschland zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen. Solarmodule sind auf Dächern überall in Deutschland zu finden. Das Land installiert weltweit die meisten Solarmodule und verzeichnet ein zunehmendes Interesse an Mikrogeneration oder an ‚selbst erzeugtem’ Strom. Spaniens Solarenergielandschaft ist jedoch von großen Anlagen geprägt.
„In Spanien machen sich einige der Versorgungsunternehmen die [Einspeisetarife] zunutze und werden Erzeuger“, erklärt Macias.
Macias hat jedoch Zweifel, ob die großen Flächen an Solarmodulen, die sich durch die spanische Landschaft ziehen, eine tatsächliche Änderung in der Wahrnehmung von erneuerbaren Energien bedeuteten. „Im Allgemeinen unterstützen [die Versorgungsunternehmen] dies nicht, da viele von ihnen nicht der Ansicht sind, dass Fotovoltaik in der Zukunft als Energiequelle dienen kann“, sagte er.
Die Solarpolitik
Die Politik trägt zumindest teilweise Schuld.
„In vielen Ländern [der EU] besteht ein interessanter Widerspruch zwischen Reden und politischen Maßnahmen. Man wird die Regierung über den Kampfe gegen den Klimawandel und die Unterstützung erneuerbarer Energien reden hören. Zwischen diesen Meinungen und deren Umsetzung dessen besteht jedoch eine große Kluft. Plötzlich wollen die Finanz- und Industrieminister nicht zu große Verpflichtungen eingehen, da sie nur an die nahe Zukunft denken“, sagt Macias.
Spanische Bürger, die Solarmodule an ihren Häusern installieren wollen, sind mit zahlreichen Problemen konfrontiert. „Neue Verwaltungsprozesse stellen beträchtliche Hürden dar; für einen normalen Bürger ist es ein Albtraum, eine Genehmigung zu erhalten. Die Verwaltungsprozesse sind absoluter Unsinn“, erklärte Macias.
EPIA, der die ersten europäischen „Solartage” am 16. und 17. Mai 2008 ausrichten wird, hofft, dass der neue Vorschlag zu erneuerbaren Energien von Nutzen sein werde. Der Vorschlag ergänze und stärke den bestehenden Rechtsrahmen für administrative Verfahren. Er sehe die Einführung mehrerer nützlicher Klauseln vor, welche geschaffen worden seien, um administrative Hürden abzubauen und um die Transparenz der Verfahren zu verbessern, so die Organisation.
Um das vollständige Interview mit Ernesto Macias Galán zu lesen, klicken Sie bitte hier.


