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Klimawandel zwingt Energiemarkt zum Andersdenken [DE]

Veröffentlicht 22. April 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die Meinung, dass Marktkräfte langfristige gesellschaftliche Probleme lösen können, ist im Kampf gegen die globale Erwärmung völlig überholt geworden, so David Buchan, hochrangiger wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Energiewissenschaften in Oxford.  In einem Interview mit EurActiv, schlägt er vor, dass die britische „laissez-faire“ Mentalität im Bezug auf Energie kurzsichtig gewesen sein könnte.

Bei der Präsentation seines Buches „Energy and climate change: Europe at the crossroads” („Energie und Klimawandel: Europa am Scheideweg“) am 20. April in Brüssel, sagte Buchan, die EU Klimawandelpolitik habe gravierende Auswirkungen auf die europäische Integration.

„Klimapolitik stellt eine relativ dramatische Abweichung vom Standpunkt der Integrationsbefürworter dar. CO2-Preisfestetzung findet nur auf europäischer Ebene statt. Zusätzlich gibt es natürlich noch die ganze nachfolgende Gesetzgebung und Regulierung, die sich daraus ergibt, sowie Richtlinien zu Autos, effizienteren Gebäuden, die Einbeziehung der Luftfahrtemissionen und möglicherweise auch die der Schifffahrt in das ETS, und so weiter“. 

“So schient es mir von einem politischen Standpunkt aus, einen starken Effekt auf Integrationsbefürworter zu haben“.

Jedoch warnt er, dass es Austauschbeziehungen zwischen den Zielen der Energiepolitik der EU gebe, durch die die Energieversorgung und der Wettbewerb auf dem Markt sichergestellt werden sollen, sowie langfristige Umweltprobleme wie der Klimawandel.  

Freie Märkte total veraltet

Buchan glaubt, dass es nun in klar werde, insbesondere in England, dass Klimawandel und freie Energiemärkte nicht miteinander vereinbar seien. 

„Es war ein Problem für die Briten, aber ich glaube sie akzeptieren es nun. Ich denke, dass es nun von allen akzeptiert werden muss, dass Klimawandel bedeutet, dass es mehr Eingriffe in den Markt geben und mehr Beschränkungen wie Quoten und Ziele geben wird“ 

„Sollte jemand immer noch ein Verfechter des freien Marktes sein, dann würde er sagen, dass dies ein schrecklicher Tausch sei, der den Markt ruiniert. Aber ich denke, dass der freie Markt für Energie durch wegen den Anforderungen des Klimawandels total veraltet ist“.

Trotzdem ist Buchanan skeptisch darüber, dass der Erhalt von großen Energieunternehmen wie EDF in Frankreich und E.ON in Deutschland wirtschaftlich Sinn macht. 

“Vom wirtschaftlichen Standpunkt glaube ich nicht, dass es besondere Ertragssteigerungen bei Großunternehmen gibt. Um effektiv arbeiten zu können, müssen die Unternehmen nicht groß sein“, sagte er weiter. 

Britischer „Laissez-Faire”- Ansatz nicht besonders vernünftig

Buchan zog auch die Meinung in Betracht, sie aus Gründen der Energiesicherheit zu behalten. „Wenn man natürlich als Unternehmen wie EDF in Frankreich Atomkraftwerke baut, ist es hilfreich, wenn man über große Bilanzen verfügt und den Staat als Hauptanteilnehmer hat.“

Im Gegensatz dazu sagte er, dass es Großbritannien anscheinend egal sei, ob man ein großes Energieunternehmen habe, oder nicht. 

„Wie ich in dem Buch beschreibe, hat es eine Art von „Laissez-Acheter“- Einstellung bei den Briten gegeben. Jeder kann kommen und alles kaufen, solange er einen guten Preis bezahle. Als Brite fühle ich mich bei dem Gedanken nicht besonders wohl.“

„Ich denke, dies ist nicht besonders vernünftig”

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