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Aus der Kommission war zu verlauten, dass noch nicht beschlossen sei, wie die Verpflichtungen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen auf die einzelnen Mitgliedstaaten verteilt werden sollen. Anfang März 2007 hatten die Staats- und Regierungschefs der EU sich darauf geeinigt, bis 2020 20% ihres Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien zu schöpfen.
Die Europäische Kommission arbeite derzeit an einer Methode, anhand welcher kalkuliert werden soll, wie hoch der Anteil jedes Mitgliedstaats am 20%-Ziel für erneuerbare Energien sein soll, erklärten EU-Beamte am 16. März 2007.
Ein Vorschlag für eine umfassende Richtlinie für erneuerbare Energien wird Ende des Jahres erwartet. Der schwierigste Teil wird hierbei die Festlegung der exakten Angaben für jeden Mitgliedstaat sein. Ein hochrangiger EU-Beamter, der unerkannt bleiben will, betonte, dass dies ein schwieriges Vorhaben werden würde – die Zahlen seien das eigentliche Problem.
Gemäß der einstimmig von den Staats- und Regierungschefs der EU angenommenen Schlussfolgerungen am 9. März 2007 sollen vom 20%-Ziel für erneuerbare Energie „differenzierte nationale Gesamtziele abgeleitet“ und dabei die „unterschiedlichen nationalen Ausgangslagen und Möglichkeiten, einschließlich des bestehenden Anteils erneuerbarer Energien und des bestehenden Energiemixes“, in die Entscheidung einbezogen werden.
Dieser Formulierung liegen Bedenken Frankreichs zu Grunde, das befürchtet hatte, große Veränderungen am Energiemix, der stark von Atomenergie für die Herstellung von Elektrizität abhängt, vornehmen zu müssen. Andere mittel- und osteuropäische Mitgliedstaaten hatten ebenfalls Bedenken geäußert, wie sie die Zielvorgaben von 20% erreichen sollen, wenn sie wenig natürliches Potential für Wind-, Wasser- und Solarenergie besitzen.
Ein hochrangiger EU-Beamter gestand ein, dass die Zielvorgabe von 20% für erneuerbare Energien eine Herausforderung darstellt, wenn man in Betracht zieht, dass Europa derzeit nur 6,4% aus erneuerbaren Energien schöpft. Des Weiteren betonte er, dass sich diese Zahl zum Großteil aus Windenergie ergebe; eine Energiequelle, die auf Grund von geographischen Gegebenheiten begrenztes zusätzliches Potential berge.
Einige Mitgliedstaaten befürchten außerdem, dass durch den größeren Anteil an erneuerbaren Energien die Energiepreise stark ansteigen werden. Ernest-Antoine Seillière, Präsident von BusinessEurope, dem Dachverband der europäischen Industrie, sagte, er unterstütze generell die Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien. Dennoch sollte das Erreichen dieses verbindlichen Ziels die Wettbewerbsfähigkeit der Preise für Energieversorgung nicht gefährden, gab Seillière zu bedenken. Die Umsetzung müsse alle anderen Energieoptionen, einschließlich der Nutzung von Atomenergie, offen lassen.
Der Verband der im Bereich erneuerbare Energien tätigen Hersteller (EREC) hat ebenfalls Bedenken gegenüber der Umsetzung geäußert. Der Verband warnte, dass die Festlegung ehrgeiziger Ziel nicht automatisch in Ergebnissen resultiere. Man müsse den Rechtsrahmen schnell durchsetzen, damit man die Ausnutzung erneuerbarer Energien in allen Bereichen garantieren könne, sagte der Präsident von EREC, Arthouros Zervos.