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10. Januar 2009
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Kommissionsstudie fordert radikales Umdenken in der Energiepolitik [DE][en][fr

Erschienen: Mittwoch 10. Januar 2007   

Der neue WETO-Bericht (World Energy Technology Outlook), den die Kommission am 8. Januar 2007 vorgelegt hat, zeigt die Notwendigkeit eines radikalen Umdenkens im europäischen Energiemix, um der zweifachen Herausforderung der Energiesicherheit und des Klimawandels zu begegnen.

Hintergrund:

Die Generaldirektion Forschung der Kommission hat am 8. Januar 2007 den World Energy Technology Outlook 2050 (WETO-H2)Pdf external vorgelegt. Der Bericht soll als Grundlage für das neue und umfassende „Energie-/Klimaschutzpaket“, das am 10. Januar 2007 vorgelegt wird, dienen. 

Der Bericht prognostiziert die Entwicklung der weltweiten und europäischen Energiesysteme bis 2050 anhand von drei unterschiedlichen Szenarien:

  • Ein „Referenz“-Szenario (Business as usual - alles wie gehabt) mit moderaten Klimaschutzpolitiken und kurzfristigen Energieerzeugungseinschränkungen;
  • Ein „CO2-Reduzierungs“-Szenario, das stärkere Maßnahmen zum Klimaschutz umfasst;
  • Ein „Wasserstoff“-Szenario, das eine Abwandlung des „CO2-Szenarios“ ist, jedoch mit stärkerer Ausrichtung auf technologische Neuerungen im Bereich der Wasserstofftechnologie.

Dies ist der zweite WETO-Bericht. Der ersteexternal  wurde 2003 veröffentlicht. Die Ergebnisse des neuen Berichts unterscheiden sich grundlegend von denen des ersten. Der WETO-Bericht ist in seinen Prognosen ebenfalls pessimistischer als der World Energy Outlook 2006, der Internationalen Energieagentur (siehe EurActiv 6. November 2006). 

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Zu den Hauptbotschaften der WETO-H2-Szenarien gehören:

  1. Für das „Alles wie gehabt“-Szenario:
    • Der Gesamtverbrauch an Energie wird mehr als verdoppelt – von derzeit 10 Gigatonnen Öläquivalente pro Jahr auf 22 Gigatonnen im Jahre 2050. Die Zunahme in Europa ist etwas geringer (von 1,9 Gigatonnen auf 2,6 Gigatonnen jährlich);
    • Fossile Brennstoffe werden 70% des Energieverbrauchs abdecken, die restlichen 30% werden von nicht fossilen Energieträgern (größtenteils erneuerbare Energien und Atomenergie) abgedeckt.; In Europa wird der Anteil an erneuerbaren Energien und Atomenergie höher sein (40% im Vergleich zu den heutigen 20%);
    • Die herkömmliche Ölproduktion wird nach 2025 abnehmen und bei ungefähr 100 Millionen Barrel pro Tag stagnieren; Es wird ein „Plateau“ und keinen „Öl-Höhepunkt“ geben; Nicht herkömmliches Erdöl wird die Steigerung auf 125 Millionen Barrel pro Tag ermöglichen;
    • Die Preise werden auf 100 US-Dollar für ein Barrel Öl klettern und auf 100 US-Dollar für ein Barrel Öläquivalente für Gas;
    • Kohle wird als wichtiger Energieträger für die Stromerzeugung wiederentdeckt werden und die Preise werden auf 110 US-Dollar pro Tonne im Jahre 2050 steigen;
    • Nach 2020 wird die Nutzung von Atomenergie und erneuerbaren Energien ansteigen (massiver Anstieg ab 2030); Stärkere Nutzung von erneuerbaren Energien und Atomenergie in Europa wird dazu führen, dass die Stromerzeugung in Europa bis 2050 zu 70% kohlenstofffrei sein wird;
    • Die CO2-Emissionen werden zwischen 900 und 1000 ppm (parts per million) betragen, das Doppelte von dem, was Wissenschaftler heute als hinnehmbar bezeichnen. In Europa werden die CO2-Emissionen im Jahre 2050 10% unter ihrem derzeitigen Niveau liegen.
  2. Für das „CO2-Reduzierungs“-Szenario:
    • In diesem Szenario sinken die CO2-Emission bis 2050 auf ungefähr 500 ppmv;
    • Die globale Energienachfrage liegt 3 Gigatonnen unter dem ersten Szenario; Erneuerbare Energien (30%) und Atomenergie (40%) werden eine wichtigere Rolle in der Elektrizitätserzeugung spielen. Der Verbrauch von Kohle wird stagnieren – trotz des Verfahrens der CO2-Abscheidung und –Speicherung;
    • Die weltweiten CO2-Emissionen werden 25% höher liegen als im Jahre 1990, jedoch werden die Emissionen in der EU um die Hälfte reduziert worden sein;
    • Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die Welt eine vierfache Reduzierung der CO2-Emissionen benötigt, um das angestrebte Niveau von 500 ppmv CO2-Äquivalent für alle Treibhausgase zu erreichen. Jedoch vermeidet die Studie, die tatsächlichen Kalkulationen für dieses Szenario aufzustellen, da dies „radikale strukturelle Veränderungen“ der „Mentalität, des Verhaltens und der Organisationen“ voraussetzen würde (S. 54);
    • In Europa werden erneuerbare Energien 22% und Atomenergie 30% der Energienachfrage abdecken; Der Anteil an fossilen Brennstoffen wird unter 50% liegen, was die Energieselbstversorgung Europas stärkt.
  3. Für das „Wasserstoff“-Szenario:
    • Die Gesamtnachfrage nach Energie liegt 8% unter der im ersten Szenario; Der Anteil an fossilen Brennstoffen wird im Jahre 2050 weniger als 60% betragen; Die Nachfrage nach Kohle sinkt spürbar, während die Nachfrage nach erneuerbaren Energien und Atomenergie steigt;
    • Wasserstoff wird 13% des Endverbrauchs von Energie abdecken im Vergleich zu 2% im ersten Szenario; Die Hälfte der Wasserstofferzeugung stammt von erneuerbaren Energien, 40% jedoch von Atomenergie;
    • 90% des Wasserstoffs wird im Verkehrssektor eingesetzt;
    • Der europäische Energiemix sieht wie folgt aus: Atomenergie: 33%, Erdöl, Erdgas und erneuerbare Energien jeweils 20% und Kohle: 6%. 

 

Nächste Schritte:

  • Die Kommission legt am 10. Januar 2007 ihr Energie-/Klimaschutzpaket vor.

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