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Neue Hoffnungen für Nabucco-Pipeline [DE]

Veröffentlicht 18. September 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Das deutsche Unternehmen REW und der französische Konzern Gaz de France haben ihr Interesse angekündigt, das Nabucco-Projekt mitzufinanzieren. Das Projekt der Nabucco-Gaspipeline war aufgrund finanzieller Probleme und konkurrierender Pipeline-Vorhaben in Zentralasien des russischen Energiegiganten Gazprom verschoben worden.

Stefan Judisch, Geschäftsführer der RWE Trading GmbH, erklärte während einer Financial Times-Konferenz am 14. September 2007 die Bereitschaft des Konzerns, eine Milliarde Euro in die Nabucco-Pipeline zu investieren. Jean-Marie Dauger, Vorstandsvorsitzender bei Gaz de France, bekräftigte ebenfalls das Interesse des französischen Energie-Giganten an dem Projekt.

Die Unterstützung durch den deutschen und/oder den französischen Energieriesen würde dem Nabucco-Projekt, das finanzielle Probleme erfahren hatte, einen Auftrieb verleihen. Eine Erhöhung der weltweiten Stahlpreise hatte die Projektkosten unerwartet in die Höhe getrieben. Das Konsortium – bestehend aus OMV (Österreich), Botas (Türkei), Mol (Ungarn), Transgaz (Rumänien) und Bulgargaz (Bulgarien) – vermochte es bisher nicht, eine finanzielle Einigung zu erlangen.

Das Nabucco-Projekt, das ist von geopolitischer Bedeutung ist, da es russisches Territorium umgehen wird (siehe unser LinksDossier), hat weitere Schwierigkeiten erfahren, die nicht in Zusammenhang mit den finanziellen Problemen stehen.

Im Juni 2007 haben sich der italienische Gasriese Eni und Russlands Gazprom auf eine  Zusammenarbeit an einer neuen Pipeline geeinigt, die Gas aus Zentralasien durch Russland leiten wird. Dieses Abkommen wurde weithin als Konkurrent zum Nabucco-Projekt betrachtet (EurActiv vom 25. Juni 2007).

Aber die Europäische Kommission scheint entschlossen, das Projekt durchzusetzen. Am 12. September 2007 hat sie den niederländische Außenminister Jozias van Aartsen als Koordinator für das Nabucco-Projekt nominiert. Während einer Konferenz in Budapest sagte der Kommissar für Energie Andris Piebalgs: „Diese Konferenz in Budapest zeigt, dass sich Europa einig ist über die Fortsetzung dieses wichtigen Projekts.”

Piebalgs Äußerungen waren auch eine Reaktion auf die Ankündigung, die der ungarische Premierminister Ferenc Guyrcsany am 12. September 2007 gemacht, und mit der er seine Unterstützung des Projekts geäußert hatte. Guyrcsany Bekräftigung schien im Widerspruch zu stehen mit Äußerungen, die er im März 2007 gemacht hatte, dass es dem Nabucco-Projekt an finanzieller und politischer Unterstützung mangele und ein „langer Traum“ sei.

Nach der Fertigstellung wird sich die Nabucco-Pipeline über 3 400km erstrecken und pro Jahr 31 Milliarden Kubiktonnen Gas von Aserbaidschan und Turkmenistan über die Türkei, Rumänien, Bulgarien und Ungarn nach Österreich befördern.

Von der Kommission im Jahr 2002 vorgeschlagen, wird das Nabucco-Projekt als ein Flaggschiff-Projekt und als Symbol für Europa, das in seiner Energiepolitik mit geschlossener Stimme auftritt, verstanden, während es die Gasversorgung der EU variiert.

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