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5. September 2008
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Neues russisches Pipeline-Abkommen spaltet EU [DE][en][fr

Erschienen: Montag 25. Juni 2007    | Aktualisiert: Freitag 29. Juni 2007   

Am 23. Juni 2007 einigten sich der italienische Gasriese Eni und Russlands Gazprom über die Zusammenarbeit für eine neue Pipeline, welche den Umfang der Erdgaslieferungen von Russland in die EU erhöhen wird. Dieses Abkommen wird weithin als eine Stärkung der Abhängigkeit der EU von russischem Gas bewertet, und scheint zudem gegenläufig zu den europäischen Bemühungen zu laufen, mit einer 'gemeinsamen Stimme' aufzutreten.

Hintergrund:

Russland deckt derzeit 40% des Erdgasbedarfs der EU, aber die politischen Beziehungen zwischen der EU und Russland sind angespannt (siehe EurActiv vom 15. Mai 2007 und vom 22. Mai 2007) und die zunehmend monopolistische Kontrolle des staatlich kontrollierten Gazprom über Russlands Erdölvorkommen ist der Grund für Bedenken in Europa.

Die EU hat versucht, während dem Energiedialog zwischen der EU und Russland, der 2000 ins Leben gerufen wurde, geschlossen aufzutreten; aber bilaterale Abkommen zwischen  Russland und den EU-Mitgliedstaaten triumphieren über einen spezifischen Ansatz der EU (siehe LinksDossier über EU-Russland Energiedialog). 

Zum gleichen Thema:

Weitere Nachrichten:

  • „South Stream“

Wenn es von den Regulatoren beider Seiten bewilligt wird, wird die neue Pipeline, bekannt als „South Stream“, durch das Schwarze Meer bis nach Bulgarien führen und jährlich 300 Millionen Kubikmeter Gas in die Märkte der EU befördern.

  • Gut für Europa?

Italiens Industrieminister Pierluigi Bersani betrachtet “South Stream” als ein Abkommen zwischen Russland und Europa, das die Energiesicherheit Europas erhöhen wird.

Andere jedoch zeigen sich besorgt darüber, dass Russland die Abhängigkeit der EU von seinem Erdgas für politische Zwecke ausnutzen könnte, besonders nachdem Russland die Lieferungen in die Ukraine im Januar 2006 unterbrochen hat (EurActiv vom 11. Januar 2006).

  • „Nabucco“ und die „Schwarzmeerstrategie“

Um ihre Energieversorgung zu diversifizieren, hat die EU einige neue Pipelines unterstützt, wie beispielsweise das kaspische Nabucco-Projekt (EurActiv vom 27. Juni 2007). Die EU hat des Weiteren die Initiative „Schwarzmeersynergie” ins Leben gerufen; eine Strategie, die darauf abzielt, die Energiezusammenarbeit zwischen den Ländern der Region zu erhöhen (EurActiv vom 11. April 2007).

Das Abkommen „South Stream“ könnte mit beiden Vorhaben in Konflikt geraten, da die Investitionen von Gazprom in das Nabucco-Projekt nun unwahrscheinlich werden, und da man sich außerhalb des Rahmens der EU-Strategie auf die „South Stream“, die durch das Schwarze Meer führt, geeinigt hat.

  • Eni schlägt die Konkurrenz

Während die Vorteile Europas als Ganzen ungewiss bleiben, ist das Abkommen mit Sicherheit ein Sieg für den italienischen Gasriesen Eni.

Eni ist der größte Kunde von Gazprom und Europas größtes Gasunternehmen hinsichtlich des Umsatzes. Anders als BP und Shell, die dazu gezwungen wurden, wichtige russische Anlagen an Gazprom zu verkaufen, wird Eni, als Teil des „South Streram“-Abkommens, vermutlich eine Reihe von Anlagen, die kürzlich in Russland erworben wurden, behalten können.

Eni hat Gazprom weiterhin Versorgungsverträge bis 2035 angeboten, ebenso wie einen umfassenden Zugang zum italienischen Markt.

Positionen:

Die Europäische Kommission reagierte pragmatisch auf die Ankündigung. Ein Sprecher sagte in Brüssel, dass jede neue Infrastruktur, die angesichts der schnell wachsenden Gasnachfrage in Europa dazu beitragen könne, diesen Bedarf zu decken, 'positiv ' sei.

Nächste Schritte:

  • Anfang 2008: Geplanter Beginn des Baus der Pipeline „South Stream“.

  • 2011: Geplante Fertigstellung von „South Stream“.

Links

Leserbriefe
Zum Thema Energieeffizienz
<a href="http://www.umwelttechnik-marketing.de" rel="nofollow">Hans-Jürgen Kastner</a>
Biofuels play small role in food prices
<a href="http://www.biodiesel.org" rel="nofollow">Joe Jobe, National Biodiesel Board (USA)</a>
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