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Russland Nord-Stream Pipelineprojekt auf Kurs [DE]

Veröffentlicht 14. Mai 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die Bauphase des Projektes, die darauf abzielt russisches Gas direkt durch die Ostsee nach Deutschland zu leiten und so die Ukraine zu umgehen, wird im April 2010 beginnen. 

Paul Corcoran, der Finanzdirektor des Nord-Stream-Konsortiums sagte EurActiv, dass er die notwendigen Umweltzertifikate im Dezember 2009 erhalten werden. 

Die Projektfinanzierung werde im dritten Halbjahr in Kraft treten und im Frühling 2010 werde wie geplant mit dem Bau begonnen, sagte er. 

Corcoran bestand darauf, dass es seine solide Basis für eine gesicherte Finanzierung gebe. 

Das Abkommen der Anteilseigner von Nord-Stream habe eine klare Ansicht gehabt, wie das Projekt finanziert werden sollte, sagte er. Dreißig Prozent werde von den Anteilseignern bezahlt, die im Voraus erhalten wurden. Das Konsortium habe 1,5 Milliarden Euro dafür zur Verfügung. Siebzig Prozent der Investitionen werde durch externe Finanzierung bereitgestellt, die durch Projektfinanzierung ermöglicht wurde. 

Corcoran sagte, er sei sicher, dass Anteilskapital und eine 22-jähriger Vertrag mit Gazprom ein guter Finanzierungsvorschlag seien, um Banken anzuziehen, die sich für die Finanzierung des Projektes aussprechen würden. Das Risiko der Fertigstellung würde von den Anteilseignern übernommen, was auch für Banken attraktiv sein sollte. 

Er gab aber auch bekannt, dass Geldgeber ebenfalls solide Umweltgarantien und endgültige technische Spezifikationen sehen wollten, bevor sie ihr Geld in das Projekt stecken würden. Sobald die Fragen über Transportroute, die technische Entwicklung und die Studien über Umwelteinflüsse überwunden seien, würde man sich um Geldgeber bemühen. 

Der derzeitige wirtschaftliche Abschwung wird vom Konsortium nicht als großes Problem angesehen. Die Wirtschaftskrise habe sogar Vorteile für sie, so Corcoran. Wenn man betrachte, dass die zweite Reihe von Rohren noch nicht bestellt wurde, könne man sehen, dass die gesunkenen Stahlpreise eine positive Auswirkung auf das Budget hätten, wodurch man nun einen viel größeren Spielraum hätte, so Corcoran weiter. 

Stellungnahmen: 

Estnische Forscher zweifelten an der Genauigkeit einer Umweltstudie die im Golf von Finnland für die Nord-Stream Gaspipeline durchgeführt wurde, so die Presse. 

Ivar Puura, der dem Naturschutzkomitee an der Estnischen Akademie der Wissenschaften vorsitzt, sagte während einer öffentlichen Diskussion über die Umweltfolgenabschätzung von Nord-Stream, dass Sedimentprüfungen in einer Tiefe von ungefähr fünf Zentimeter nicht ausreichend gewesen seien und merkte an, dass 30 Zentimeter angemessener seien, berichtet das Magazin The Baltic Course.

Puura wies auch darauf hin, dass russische Daten in dem Bericht nicht enthalten waren, ebenso wenig die Dioxin-Verschmutzung des Kymi-Flusses in Finnland.

All diese Erweiterungen seien aus der Studie herausgelassen worden, sagte er. Außerdem sei in älteren Studien angemerkt worden, dass wahrhaft gefährliche Substanzen sich in zehn Zentimeter Tiefe und darunter befinden. 

Der Ramboll Konzern, der die Studie durchführte wies die Behauptungen über das Sediment zurück und merkte an, dass 85 Prozent der Pipeline direkt auf dem Seeboden liegen würden. 

Unterdessen kritisierte der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko das Projekt, da er es als „politisiert“ wahrnehme.

Der litauische Präsident Valdas Adamkus erklärte seiner finnischen Amtskollegin Tarja Halonen gegenüber, dass die litauische Gesellschaft über mögliche Umweltfolgen der Nord-Stream Pipeline besorgt sei. Derzeit finden in Litauen vermehrt politische Debatten über den Folgenbericht statt. 

Hintergrund : 

Nord Stream ist eine geplante Erdgaspipeline die über 1,200 Kilometer zwischen Vyborg in Russland nach Greifswald in Deutschland verläuft und unter der Ostsee verlegt wird. Nord Stream ist darauf ausgerichtet mehr als 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr zu befördern. Genug um 25 Millionen Haushalte zu versorgen. 

Nord Stream ist eine gemeinsames Projekt aus vier großen Unternehmen: Gazprom, BASF/Wintershall Holding AG, E.ON Ruhrgas AG und N.V. Nederlandse Gasunie, die 51 Prozent der Mehrheitsanteile an dem Konsortium besitzen. 

Die paneuropäische Natur der Pipeline wird durch ihren Status als Projekt unter der Richtlinie der Transeuropäischen Netzwerke unterstrichen. Dieser Status wurde im Jahr 2006 bestätigt. Das gesamte Budget für Nord Stream ist 7,4 Milliarden Euro stark, was es zu einem der größtenprivatfinanzierten Infrastrukturprojekte aller Zeiten macht. 

Das Projekt wird in einigen Ländern der Ostsee kontrovers betrachtet, wie zum Beispiel in Polen, Schweden und in den Baltischen Staaten. 

Ein intensiver internationaler Beratungsprozess und Dialog mit den Behörden der baltischen Region startete im Frühling des Jahres 2006. Im März diesen Jahres überbrachte Nord Stream den „Espoo Report“ der die potentiellen Grenzkonflikte auf der Strecke detailliert betrachtet. Der Bericht wurde an Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland geschickt, durch dessen Wirtschaftsbereiche und territoriale Gewässer die Pipeline laufen wird. Polen, Lettland, Litauen und Estland wurden als betroffene Parteien Kopien davon geschickt. 

Das Nord Stream-Konsortium das für das Projekt verantwortlich ist hält zurzeit in neun Ländern öffentliche Treffen ab, auch in Lettland, Estland und Litauen, die alle von dem Projekt betroffen sind. 

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