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Sicherheit der Energieversorgung - heißes Thema 2006 [DE]

Veröffentlicht 04. Januar 2006 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine lässt eine gemeinsame Energiepolitik in der EU immer notwendiger erscheinen. Das langfristige wirtschaftliche Wohlergehen des Kontinents scheint auf dem Spiel zu stehen.

Der „neue Kalte Krieg“ (The Times) könnte der erste in einer Reihe von Auseinandersetzungen in diesem Jahr werden, die die Energiepolitik wieder zu dem bestimmenden außenpolitischen Faktor überhaupt macht. Zudem nehmen einige Energieexperten an, dass das „Ende des billigen Öls“ bevorstehe, da die Ölförderung bald ihren „Höhepunkt“ erreiche. Die steigende globale Nachfrage könnte außerdem zu Engpässen bei der Versorgung führen. Dies würde bedeuten, dass die Sicherheit der Energieversorgung 2006, wie bereits in den 70er und 80er Jahren, ein zentrales politisches Anliegen sein wird. 

Die Abhängigkeit Europas von russischem Gas und Öl aus dem Nahen Osten birgt ernstzunehmende wirtschaftliche Risiken. Hinzu kommt, dass sie die EU spalten könnte. Denn Mitgliedstaaten wie Polen befürchten, dass Russland aufgrund seiner energiepolitischen Bedeutung einen zu großen Einfluss auf die EU habe (25 % der europäischen Gasimporte kommen aus Russland und hiervon fast alle von einem einzigen Konzern, Gazprom, in dem die russische Regierung das Sagen hat). 

Vor diesem Hintergrund ist anzunehmen, dass das Interesse an Atomenergie wieder steigt und Bemühungen zur Verbesserung der Energieeffizienz intensiviert werden.

Nächste Schritte: 
  • Energieexperten der 25 Mitgliedstaaten werden sich auf einer Sondersitzung am Mittwoch, 4. Januar, mit den Implikationen des Gasstreits und der Verfassung der Gasreserven der Mitgliedstaaten befassen.

  • Ironischerweise ist Energiesicherheit eines der Hauptthemen des Vorsitzes der G8, den Russland am 1. Januar 2006 übernommen hat.

Hintergrund : 

Der russische Erdgasgigant Gazprom liefert seit Dienstag, 3. Januar 2006, wieder im vollen Umfang Gas an Europa. Seine Blockade gegen die Ukraine drohte, auch für einige der neuen EU-Mitgliedstaaten, Österreich und Deutschland schwerwiegende Folgen zu haben. 

Der Streit zwischen Russland und der früheren Sowjetrepublik entbrannte infolge der Forderung der russischen Regierung, die Ukraine solle für ihre Gasimporte nunmehr Marktpreise zahlen. Klar ist allerdings, dass dieser Schritt nicht nur kommerziell motiviert ist. Der russische Präsident Putin scheint Energie dazu nutzen zu wollen, Russland wieder zu einer Weltmacht zu machen.

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