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Solarindustrie erwartet positive Entwicklung [DE][en][fr

Erschienen: Mittwoch 20. Juni 2007    | Aktualisiert: Montag 2. Juli 2007   

Die Solarindustrie sieht sich selbst als eines der wichtigsten Elemente, um das 20%-Ziel für erneuerbare Energien innerhalb des EU-Energiemixes bis 2020 zu erreichen. Trotz eines beeindruckenden Wachstums wird der Beitrag des Solarsektors jedoch im Vergleich zu Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse wahrscheinlich begrenzt sein.

Hintergrund:

Technologien zur Solarenergie erfuhren 1973/74 während der Ölkrise zum ersten Mal breite Unterstützung. In den 1980er Jahren ging dieser Zuspruch aufgrund der erneut billigen Erdölimporten jedoch wieder zurück.

Da Klimawandel und Energiesicherheit gegenwärtig weit oben auf den Tagesordnungen der Völker und Politiker überall auf der Welt stehen, beginnt die Renaissance der Solarenergie.

Die EU und besonders Deutschland haben einen der weltweit stärksten Märkte für Solarprodukte. Dieser Markt wird vermutlich weiterhin stark wachsen, besonders nachdem sich die Staats- und Regierungschefs der EU im März 2007 dazu verpflichtet haben, den Anteil der erneuerbaren Energien innerhalb des EU-Energiemixes bis 2020 auf 20% zu erhöhen (siehe EurActiv LinksDossier).

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Weitere Nachrichten:

  • Photovoltaik und Solarthermie

Technologien im Bereich Solarenergie werden grob in zwei Kategorien unterteilt: Photovoltaik- bzw. Solarzellentechnologie, wie Solarzellenplatten, die Elektrizität produzieren, und Solarthermie-Technologien, die für gewöhnlich genutzt werden, um Privathäuser mit Heizung und Kühlung ebenso wie heißem Wasser zu versorgen.  

Solarthermie mag eine gängigere Technologie sein: Sie ist billiger und benötigt weniger Sonnenlicht als die Solarzellentechnologie. Zudem nehmen die Vorkommen an Silikon, der Rohstoff, der für die Herstellung der Solarzellenplatten notwendig ist, ab; eine alternative Methode, wie man die Platten herstellen könnte, steht weithin bisher zur Verfügung.

  • Wie viel Sonnenergie im Energiemix?

Die EU hat sich zu einem Anteil von 20% für erneuerbare Energien – aus Wind, Erdwärme, Wasser, Biomasse und Sonne – bis 2020 verpflichtet. Welchen Beitrag Sonnenenergie zu dem 20%-Ziel leisten kann, ist Gegenstand der Debatte; alle Quellen geben an, dass der Beitrag bescheiden ausfallen wird.

Der European Renewable Energy Council (EREC), der europäische Branchenverband im Bereich erneuerbarer Energien, geht beispielsweise davon aus, dass Solarzellen- und Solarthermie-Technologien zusammen einen Beitrag von 1% zum gesamten Energiemix bis 2020 leisten werden. Im Vergleich dazu erwarten die Experten von EREC, dass Wind und Wasser zwischen 4%-10% und Biomasse zwischen 12,5%-14% beitragen werden.

  • Solarthermie im Kommen

Die Solarthermie-Industrie der EU hat in den vergangenen Jahren Wachstumsraten im zweistelligen Bereich verzeichnet. Laut der European Solar Thermal Industry Federation (ESTIF) ist der Markt im Jahr 2006 um 47% gewachsen; der deutsche Markt macht dabei mehr als die Hälfte der Verkaufszahlen aus.

Trotz der beeindruckenden Zahlen betont die Kommission, man dürfe die Tatsache nicht verbergen, dass aufgrund der späten Umsetzung durch die meisten europäischen Regierungen die Zielvorgaben des Weißbuchs [die Installation von 100 Millionen Quadratmetern von Solarzellenplatten bis Ende 2010] nicht innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens erreicht werden könnten. Nach Schätzungen der Kommission werden die installierten Kapazitäten nur ein Drittel der Zielvorgabe betragen.

  • Zukünftige Gesetzgebung

Vor Ende 2007 wird die Kommission eine Rahmenrichtlinie für erneuerbare Energien vorschlagen. Diese wird sich auf Elektrizität, Heizen und Kraftstoffe konzentrieren. Zunächst hat die Kommission versprochen, einen gesonderten Vorschlag mit speziellen Zielen für erneuerbare Energien in den Bereichen Heizen und Kühlen vorzulegen. Diese Idee wurde jedoch zugunsten einer Rahmenrichtlinie aufgegeben. In letzterer wird die Kommission nur Hinweise für die Mitgliedstaaten liefern, und es den Mitgliedstaaten selbst überlassen, spezifische sektorale Ziele für erneuerbare Energien festzulegen (EurActiv vom 24. Mai 2007).

Positionen:

Die European Solar Thermal Industry Federation (ESTIF) beklagte die Tatsache, dass die Kommission keinen gesonderten Vorschlag für eine Richtlinie für erneuerbare Energien in den Bereichen Heizen und Kühlen vorgebracht habe. Der Verband sagte, ohne spezifische Ziele für erneuerbare Energien bei Heizen und Kühlen könnten Investoren, Bürger und Politiker weiterhin das riesige und ungenutzte Potential der Solarthermie und anderer Technologien übersehen.

Der Branchenverband European Photovoltaic Industry Association (EPIA) argumentiert, dass die zukünftige Rahmenrichtlinie für erneuerbare Energien verbindliche sektorspezifische Ziele auf nationaler Ebene für erneuerbare Energien enthalten sollte (Elektrizität, Heizen und Kühlen, sowie Verkehr). Sie sollte weiterhin sicherstellen, dass die Mitgliedstaaten diese Ziele respektieren.

Nächste Schritte:

  • Bis Dezember 2007: Die Kommission soll eine Rahmenrichtlinie für erneuerbare Energien vorschlagen; diese soll Hinweise für die Mitgliedstaaten zur Festlegung der Ziele enthalten.

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