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Strompanne in Deutschland: Europaweiter Blackout nur knapp verhindert [DE]

Veröffentlicht 06. November 2006 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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10 Millionen Menschen in Europa waren am 4. November 2006 für bis zu zwei Stunden von der Stromversorgung abgeschnitten, nachdem ein Stromnetzfehler in Deutschland zu Versorgungsstörungen in den meisten westeuropäischen Ländern geführt hatte.

Der französische Netzbetreiber RTE veranschlagt, dass allein in Frankreich fünf Millionen Menschen kurzzeitig keinen Strom hatten. Auch Österreich, Belgien, Italien, die Niederlande, Spanien und Marokko waren von dem Stromausfall betroffen und die Schwankungen machten sich im gesamten europäischen Stromnetz bemerkbar. 

Eine mögliche Ursache für den Stromausfall war eine vom Netzbetreiber E.ON gegen 21.30 Uhr abgeschaltete Starkstromleitung über der Ems, um das Kreuzfahrtschiff „Norwegian Pearl“ passieren zu lassen. 

Der Vorfall habe zu Schwankungen im Stromnetz geführt und damit eine automatische Schutzabschaltung ausgelöst, so RTE. Trotz der Abschaltungen, sei ein Totalausfall in ganz Westeuropa vermieden worden, so RTE-Präsident André Merlin.

Die genaue Folge der Vorfälle müsse noch untersucht werden, sagte die Union for the Co-ordination of Transmission of Electricity (UCTE), die für den Betrieb des europäischen Netzverbundes in 23 Ländern zuständig ist.

Der Stromausfall macht die Instabilität des europäischen Stromnetzes deutlich und gibt der Debatte über die Notwendigkeit einer neuen Strominfrastruktur neuen Antrieb.

Der französische Industrieminister François Loos sagte gegenüber France Inter Radio, dass der Vorfall den Bedarf an Investitionen auf europäischer Ebene unterstreiche. Der italiensche Ministerpräsident Romano Prodi forderte die Einrichtung einer EU-Strombehörde. „Es gibt noch keine gemeinsame europäische Energiepolitik“ so Prodi.

Auf EU-Ebene wurde in letzter Zeit vermehrt Kritik an fehlenden Investitionen in die Infrastruktur laut. 2005 wurde in diesem Bereich eine Richtlinie angenommen. Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten beim diesjährigen Frühjahrsgipfel jedoch die Idee einer europäischen Energiebehörde als „verfrüht“ verworfen.

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