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29. November 2009
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Türkei wird Nabucco helfen Rivalenpipeline zu überholen [DE][en][fr

Erschienen: Freitag 29. Mai 2009   

Es ist wahrscheinlich, dass die Türkei problematische Forderungen am Nabucco Gaspipelineprojekt aufgeben wird, was der einzige Fortschritt in dem von der Europäischen Union unterstützten Projekt darstellt, das russisch gestützte ‚South Stream’ Projekt zu überholen.

Hintergrund:

Ziel des Nabucco-Pipelineprojekts, deren Inbetriebnahme für 2014 vorgesehen ist, ist es, die Abhängigkeit der EU von russischen Gasimporten zu mindern, indem Gas aus der kaspischen Region über den Balkan zu einem Knotenpunkt in Österreich gebracht wird.

Aserbaidschan wird als wahrscheinlichster Hauptgasversorger gehandelt; in Zukunft sollen aber auch Lieferungen aus dem Nahen Osten durch die Pipeline fließen. Derzeit wird die Versorgung aus dem Irak in betracht gezogen und der Iran könnte in der Zukunft auch ein Versorger werden.

Das Gas soll dann durch die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn nach Europa transportiert werden. Der Bau Nabucco-Pipeline wird 2011 beginnen, verkündete der Geschäftsführer kürzlich (EurActiv vom 8. April 2009). Die Gaskrise im Januar, zwischen Russland und der Ukraine habe die Entscheidungsträger von der Notwendigkeit überzeugt das Projekt zu beschleunigen, erklärte er.  

Jedoch hatte Russland seine Bestreben sein South Stream Projekt zu implementieren beschleunigt (EurActiv vom 25. Mai 2009). Der Energieminister des Landes, Sergei Schmatko verkündete ebenfalls, dass South Stream seine geplante Kapazität von 31 Milliarden Kubikmetern pro Jahr auf 63 Milliarden m³ verdoppeln wolle. 

Dem Nabucco-Konsortium gehören mehrere führende europäische Energieunternehmen an: OMV aus Österreich, MOL aus Ungarn, RWE aus Deutschland, Bulgargaz aus Bulgarien, Transgaz aus Rumänien und Botas aus der Türkei. Drei der Konsortiumsmitglieder – OMV, MOL und Bulgargaz – haben allerdings auch ihre Beteiligung an der South Stream-Pipeline von Gazprom zugesagt, so dass die Frage aufkam, ob es nicht zu einem Interessenkonflikt kommen könnte und wie sehr sie sich dem Nabucco-Projekt tatsächlich verpflichtet fühlen.

Mehrere EU-Regierungen, darunter Deutschland, Frankreich und Italien, die enge Beziehungen zum Kreml und langfristige Gasverträge mit der Gazprom haben, sind von der Notwendigkeit für eine neue Pipeline nicht überzeugt. Der italienische Konzern ENI ist der Hauptpartner von Gazprom bei South Stream. 

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Weitere Nachrichten:

Die Türkei strebte an, 15 Prozent des Erdgases selbst zu nutzen das durch die ca. 11 Milliarden Euro teure Nabucco-Pipeline fließt, deren Inbetriebnahme für 2014 vorgesehen ist, was als Gegenleistung dafür gesehen wird, dass nahezu die Hälfte der Pipeline über türkisches Territorium läuft. 
Nabucco, die als Weg betrachtet wird, die Abhängigkeit vom russischen Gas zu reduzieren, welches ein Viertel des Konsums in Europa ausmacht, erhielt von den Gasförderkonzernen im Nordirak Anfang des Monats beträchtliche Unterstützungen, in Form eines 8 Milliarden US-Dollar starken Versorgungsplans der die Pipeline zum laufen bringen wird. 

Jedoch wurde die Transitforderung der Türkei vom Nabucco-Konsortium als Vertragsbruch angesehen, deren Mitglieder auch Österreich, Deutschland, Bulgarien, Rumänien und Ungarn umfassen. Die 15 Prozent Forderung müsse ausgeräumt werden. Dies würde nicht nur vom Konsortium abgelehnt, sondern sogar von den produzierenden Ländern, so der Energiesprecher der Europäischen Kommission, Ferran Tarradellas Espuny.

Wenn die Türkei ihre Forderung fallen lasse, könnten endgültige Transitvereinbarungen zwischen den fünf Mitgliedern des Nabucco-Konsortiums und dem sechsten nicht-EU-Mitglied Türkei unterzeichnet werden, dessen Einfluss als entscheidend betrachtet wird ein Hauptumschlagplatz für Energie in der Region zu werden.  

Man arbeite an den intergouvernementalen Vereinbarungen für die Mitglieder des Konsortiums, das auch die Türkei umfasst. Man habe Vertrauen, dass man das Übereinkommen bis Juni unterzeichnen werde, vielleicht in der Türkei, in Ankara, so Espuny. 

Dies würde nicht nur dabei helfen die Stimmung der Investoren zu Nabucco zu verbessern, die immer noch notwendige Finanzierungsverpflichtungen benötigt, aber dem Projekt, das als entscheidend für die europäische Energiesicherheit betrachtet wird, auch helfen würde das russisch-gestützte Konkurrenzprojekt South Stream zu überholen, das Moskau vor Nabucco fertig stellen will. 

Wenn die Resolution der türkischen Forderungen vom Tisch sei, bedeute dies für Nabucco den Konkurrenzprojekten nicht nur einen, sondern gleich mehrere Schritte voraus zu sein, so Fatih Birol, Chefökonom bei der Internationalen Energieagentur. 

Dies sei der entscheidende Unterschied für Investoren, welche die gesamten Bedingungen betrachten würden. 

Mit der Auflösung der Transitforderungen könne das Konsortium an den Übereinkommen für den Kapazitätsverkauf arbeiten, wenn Firmen Teile der Kapazitäten der 31 Milliarden Kubikmeter Pipeline aufkaufen. 

Moskau muss mit Italien, Ungarn, Griechenland und Serbien die Details der Transite noch ausarbeiten, die alle Mitglieder des Konkurrenzprojektes sind, hatte aber betont, dass es plane das Projekt zu beschleunigen, das eine finale Kapazität von 63 Millionen Kubikmetern haben werde. 

Russland machte mit mehreren Pipeline-Vertragsstaaten gemeinsame Verträge und wird das Gas nach Europa liefern. Dies ist kein kleines Detail, aber eines das Nabucco noch aufholen muss. 

Nabucco beruht auf der Sicherung von Gasreserven in Aserbaidschan und Turkmenistan und außerdem wahrscheinlich auch Irak und Ägypten, aber bisher wurden keine Verträge unterzeichnet.  

15 Prozent nicht entscheidend

Einige Analysten sagen, dass die Türkei das Thema des 15-Prozentanteils dafür verwenden werde ihre Verhandlungsposition mit Europa in anderen Fragen zu stärken, unter anderem bei den verschobenen EU Beitrittsgesprächen des Landes.

Es gab jedoch Zeichen dafür, dass die Regierung die Forderung zurückziehen könnte. 

Die Türkei verlange 15 Prozent der Pipeline, dies sei aber keine entscheidende Forderung. Die Gespräche mit der Europäischen Union über dieses Thema gingen weiter, sagte ein hochrangiger türkischer Politiker der dem Projekt nahe steht. 

Sowohl Europa als auch potentielle Pipelineversorgerländer haben versucht, die Stellung Ankaras zu besänftigen und gesagt, dass sie auf die schnell wachsenden Gasnöte der Türkei achten würden. 

Eine Union Europäischer und arabischer Energieunternehmen sagte, dass ihre Pläne Gas aus Iraks kurdischem Norden zu pumpen, den Bedarf der Türkei einbeziehen würden. Details über das nordirakische Abkommen müssten, unter anderem die Erlaubnis seitens Bagdads müssten noch definiert werden.
Jedoch sagen Experte, dass die 15 Prozent Forderung der Türkei weniger darum gehe ihre heimische Marktnachfrage zu decken, sondern eher darum, über die Nabucco-Pipeline ein Gashandelsland zu werden. 

Der heimische Verbrauch sei irrelevant, da was auf dem Spiel stehe sei, ob die Türkei ein Transitland oder ein Energieumschlagplatz werden wolle, so Wolfango Piccoli, ein Analyst der Eurasia-Gruppe.

Das Hauptproblem für die Türkei sei nicht, ihre wachsende heimische Nachfrage zu stillen, sondern wie es sich in Bezug auf Nabucco entwickeln werde, sagte er. 

(EurActiv und Reuters)  

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