Die wieder auflebende Debatte um die Zukunft des Atomenergiesektors in Europa und die Erinnerung an den 20. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe, haben die Diskussion über Gesundheits- und Sicherheitsaspekte der Atomenergie neuen Input gegeben.
Eine im Herbst 2005 veröffentlichte Studie des UN Tschernobyl-Forums, ausgeführt im Auftrag der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), heißt es, dass die Auswirkungen der Tschernobyl-Katastrophe weniger dramatisch seien, als vorerst befürchtet wurde und das „nur“ ca. 9.000 Menschen an durch diesen Unfall ausgelösten Krebserkrankungen sterben würden. Eine Zusammenfassung dieser Studie kann auf den Internetseiten von Greenfacts herunter geladen werden.
Andere, von Atomgegnern durchgeführte, Studien stellen die Zahlen des Tschernobyl-Forums in Fragen und werfen den UN-Agenturen vor, die Auswirkungen der Katastrophe herunterzuspielen.
In einer im Auftrag der Grünen des Europäischen Parlaments erstellten Studie heißt es, dass 30.000 bis 60.000 Menschen an der Folgen der Tschernobyl-Katastrophe vorzeitig sterben werden. Greenpeace veröffentlichte letzte Woche eine weitere Studie, durchgeführt von über 50 Wissenschaftlern aus der ganzen Welt, welche davon ausgeht, dass langfristig wahrscheinlich über 100.000 Menschen an Krebs, in Folge des Reaktorunfalls, sterben werden.



