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Wind- und Solarenergie: Die Lösung für die Zukunft? [DE]

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Veröffentlicht 08. September 2006, aktualisiert 28. Mai 2012

Mehrere Verbände sind der Überzeugung, dass Strom aus Wind- und Solarenergie bis 2020-2025 einen viel größeren Anteil der globalen Energienachfrage decken könnte, wenn die richtigen Politikinitiativen umgesetzt würden.

Ein am 5. September 2006 vom Welt-Windenergie-Verband (GWEC), dem Interessenverband der Windindustrie, veröffentlichter Bericht, schätzt, dass bereits 2010 die Nachfrage nach Energie deutlich das Angebot überschreiten wird.

Der Bericht „Plugging the gap“ (die Lücke schließen) schätzt, das Defizit an Öl und Gas könnte bis 2020 10% betragen und bis 2030 auf 18% steigen.

Diese Lücke könne durch einen Energiemix aus erneuerbaren Energien, Kohle und  Atomenergie geschlossen werden, so der Windverband. Nach Ansicht des Verbandes ist Windenergie als sichere, saubere, billige und natürliche Energiequelle die beste Antwort auf den Energiemangel der Zukunft.

Egal für welchen Mix aus Öl, Erdgas, Atomenergie, Kohle und erneuerbare Energien sich die Staaten entscheiden – eine Sache steht fest: Massive Investitionen sind unerlässlich, um den weltweit wachsenden Energiebedarf zu decken.

Der 2005 ‚World Energy Outlook’, der IEA beziffert die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur auf 17 Bill. US-Dollar, um bis 2030 die Nachfrage zu decken. Dies würde ein Investitionsvolumen von 56 Mrd. US-Dollar  pro Jahr voraussetzen, wenn man von dem „Basisszenario“ ausgehen würde (bei dem fossile Brennstoffe über 80% des Energiemix ausmachen). 

Laut dem GWEC sind die Prognosen der IEA bezüglich der weltweiten Öl- und Erdgasreserven jedoch viel zu hoch. Diese Schätzungen würden sich auf die fragwürdigen und sehr optimistischen Schätzungen der US Geological Survey (USGS) beziehen, die laut GWEC nicht mit anderen, genaueren, Schätzungen über Öl- und Gasreserven übereinstimmen würden.

Die GWEC prophezeit, dass der Mangel an Öl und Gas im Jahr 2020 10% betragen wird und bis 2030 auf 18% steigen wird. Die weltweiten Kohlereserven, die derzeit noch sehr umfangreich sind, würden gemessen am heutigen Verbrauch, bis Ende des 21. Jahrhunderts aufgebraucht sein.

Stellungnahmen: 

Um diese drohende Energiekrise abzuwenden, sollte in Windenergie investiert werden, da die Reserven unendlich sind und die Produktion vor Ort möglich ist und keine Emissionen beinhaltet. Der Welt-Windenergie-Verband (GEWC) ist vor allem der Meinung, dass Windenergie besonders geeignet ist, Gas als wichtigste Stromquelle zu ersetzen. Die Nachfrage werde den Gaspreis in die Höhe treiben und dadurch Windenergie konkurrenzfähig machen, da Gas große Transportkosten mit sich bringen würde und die Infrastruktur nicht so gut ausgebaut sei wie bei Erdöl, so der Verband. 

GWEC erwartet eine Verdopplung der Kapazität für Winderzeugung bis 2010 (von 60 GW zu 135 GW). Diese Kapazität könnte laut des Verbandes, bis 2020 sogar auf 1.000 GW steigen. Es gäbe Verfahren, die die Ausschöpfung dieses Potentials möglich machen würden, jedoch müssten dafür neue Wege in der Politik gegangen werden. 

Ein Bericht der Europäischen Photovoltaik Vereinigung (EPIA) und Greenpeace sagt voraus, Solarenergie könne in Zukunft den Energiemarkt dominieren und bis 2025 über 2 Mrd. Menschen mit Strom versorgen. Dies würde insgesamt Kosten in Höhe von 113 Mrd. Euro mit sich bringen – doppelt so viel wie in dem „Basisszenario“ der IEA von 2005 veranschlagt. Greenpeace und EPIA forderten die Regierungen auf, diese Investitionen durch Programme und Energieziele für 2015 und 2020 zu sichern.

Einige Energieexperten bezweifeln jedoch, dass Wind- oder Solarenergie jemals in der Lage sein werden, die wachsende Energienachfrage zu stillen. Vor allem im Transportbereich würden relevante Alternativen zu fossilen Brennstoffen fehlen. 

Drastische Politikinitiativen und technologische Fortschritte seien die Voraussetzung, um diesen Trend zu stoppen, so die IEA im ‚World Energy Outlook’ von 2005.

Inwieweit der notwendige technologische Durchbruch rechtzeitig erzielt werden kann, um eine Energiekrise abzuwenden, sei davon abhängig, wie viel in Forschung und Innovation investiert würde, so Donald Kennedy und  Colin Norman in einem Beitrag in der Zeitschrift Science Magazine.

 

Nächste Schritte: 
  • 22. September 2006: Kommission hält Anhörung über EU Energiemix (Strategic Energy Review)
  • 10. Januar 2007: Kommission stellt den ‚Strategic Energy Review’ vor. Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Energiequellen werden evaluiert und in einen außenpolitischen Kontext gestellt.
Hintergrund : 

Laut Schätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA) wird die weltweite Nachfrage an Energie bis 2030 um mehr als die Hälfte steigen. 60% des Mehrverbrauchs wird durch Öl und Gas gedeckt (mit Kohle 80%). 

In diesem „Basisszenario“ steigt der Anteil der erneuerbaren Energien von 8% im Jahr 2003 auf 9% 2030. Der Anteil der Atomenergie geht leicht zurück und liegt hinter der erneuerbaren Energie (EurActiv 8. November 2005).

Selbst die optimistischsten Schätzungen der IEA, die voraussetzen würden, dass Länder, die auf Energieimport angewiesen sind, starke Maßnahmen zur Senkung der Nachfrage und zur Förderung der erneuerbaren Energien umsetzen würden, gehen davon aus, dass die Welt 2030 weiterhin stark von Öl und Gas abhängig sein wird.

Auch im so genannten „alternativen Politikszenario“ steigen die CO2-Emissionen bis 2030 um 30%, vor allem durch steigende Nachfrage an Öl und Gas in Asien und dem Anstieg der Weltbevölkerung. Das „Basisszenario“ sagt jedoch eine 52-prozentige Steigerung der CO2-Emissionen bis 2030 voraus.

will be 52% higher in 2030 than they are today.

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