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Deutsche Glühbirne: fixe Idee vor dem bevorstehenden EU-Verbot [DE]

Veröffentlicht 19. August 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Deutsche stocken ihren Vorrat an Glühbirnen auf vor dem EU-Verbot, das ab September kommt.

Im März hat die Europäische Kommission eine neue Richtline angenommen, um nach und nach alle Lichtglühbirnen und ineffizienten Halogenbirnen zwischen 1. September und 2012 aus dem Verkehr zu ziehen. Mit dem Verbot wird die Absicht verfolgt, in der EU zu helfen, gegen den Klimawandel zu kämpfen, da die Kommission schätzt, dass ein Schritt zu effizienten Halogen- und kompakten fluoreszierenden Lampen, die CO2-Emisssionen der EU um ungefähr 15 Millionen Tonnen jedes Jahr  reduzieren könnte.

Nutznießer, so glaubt die Kommission, werden die Verbraucher sein, da ein Haushalt “leicht“ 50 € im Jahr einsparen wird, dank eines geringeren Stromverbrauchs und der längeren Lebenszeit von diesen neuen Lampen, was den höheren Verkaufspreis kompensieren wird.

In der Annahme der neuen Regeln, fielen die Verkäufe traditioneller Glühbirnen in vielen europäischen Ländern um bis zu 35 Prozent im ersten Jahresviertel 2009, laut der Marktforschungsgesellschaft Gfk. Zur gleichen Zeit haben Energiesparlampen zunehmend ihren Marktanteil erhöht. Im Vereinigten Königreich wurden zum Beispiel 12,3 Millionen im letzten Quartal in 2008 im Vergleich zu 8,9 Millionen in der Vorjahresperiode verkauft.

Osram, ein führender Hersteller, berichtete, dass grüne Produkte nun zu 65 Prozent seiner Verkäufe zählten und dass er auf einen Anstieg auf 80 Prozent in den nächsten Jahren hoffe.

“Der große Trend ist Energieeffizienz”, sagte Marten Goetzeler, Vorstandschef von Osram, und fügte hinzu, dass die EU-Entscheidung weiterem technologischen Wandel weiteren Auftrieb verleihe.

Deutsche Verbraucher sträuben sich

Aber nicht alle Regionen folgen. In Deutschland horten die Verbraucher nun traditionelle Glühbirnen bevor die Aussonderung mit 100-Watt-Glühbirnen beginnt, so die deutsche Zeitschrift Der Spiegel. Manche Deutsche haben genug Glühbirnen gekauft, die ihnen für die nächsten 2 Jahrzehnte reichen würden und Einzelhändler folgen dem Trend und haben ihr Sortiment mit den Energieverschwendern aufgestockt, da Glühbirnen in den Regalen oder Lagern immer noch verkauft werden dürfen bis sie ausgehen.

Ironischerweise hat dies die Gewinne der Unternehmen erhöht, welche diese Ware herstellen. Laut der GfK war der Verkauf von Glühbirnen in Deutschland dieses Jahr zwischen Januar und April um 20 Prozent höher als in der gleichen Zeit im Jahr 2008.

Verbraucher argumentieren, dass fluoreszierende Glühbirnen nicht mit der Lichtqualität der gewöhnlichen Glühbirnen vergleichbar sind, sie seien zu dunkel und hätten verfälschte Farben. Zudem wurden Bedenken laut, dass das flackernde Licht fluoreszierende Licht Migräne oder Epilepsiekrämpfe auslösen könnte.

Manche stellen auch die Grünheit der fluoreszierenden Glühbirnen in Frage, welche Quecksilber enthalten und daher angemessene Recyclingeinrichtungen benötigen. Jedoch so wie Kohlekraftwerke Quecksilber ausstossen, geben die gewöhnlichen Glühbirnen indirekt noch mehr Quecksilber ab, da sie größere Mengen an Elektrizität verbrauchen, so Experten.

Das wirtschaftliche und umwelttechnische Argument gegen die Glühbirne ist jedoch überzeugend, da sie nur 5% der Energie umwandeln, um Licht zu erzeugen, und den Rest als Hitze verschwenden. Fluoreszierende Lichter benutzen um 75 Prozent weniger Energie als Glühbirnen, während effiziente Halogenlampen welche die Lichtqualität gewöhnlicher Glühbirnen erreichen, zwischen 25 und 55 Prozent Energie sparen. 

Nächste Schritte: 
  • September 2009: Lichtglühbirnen von 100 Watt und darüber werden vom Markt genommen.
  • September 2011: 60 Watt Lichtglühbirnen werden aus dem Verkehr gezogen.
  • September 2012: 40 und 25 Watt Lichtglühbirnen werden vom Markt genommen.
  • Bis Ende 2012: Alle ineffizienten Lichtglühbirnen werden aus dem Verkehr gezogen.
Hintergrund : 

Im Oktober 2008 haben die EU-Energieminister die Europäische Kommission dazu eingeladen, einen Vorschlag für eine Richtlinie auszuarbeiten, um den Verkauf sämtlicher Glühbirnen und aller ineffizienten Glühbirnen bis 2010 vom Markt zu nehmen. Dies soll im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie geschehen (siehe EurActiv Linksdossier), welche die Effizienzanforderungen für energieverbrauchende Produkte nennt.

Das Europäische Parlament gab am 17. Februar grünes Licht für eine Aussonderung von Glühbirnen, nachdem ein Versuch einer Gruppe von Europaabgeordneten die Gesetzgebung zu blockieren, zurückgewiesen worden war. (EurActiv vom 18. Februar 2009).

Die Kommission hat am 19. März 2009 offiziell eine Richtlinie angenommen, um die Energieeffizienz von Haushaltslampen zu verbessern (EurActiv vom 19. März 2009). Die Maßnahme wird allmählich alle Glühbirnen und ineffizienten Halogenlampen bis 2012 gegen kompakte fluoreszierende Lampen oder effiziente Halogenlampen austauschen. 

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