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Weitreichende Verbesserungen bei der Energieproduktivität der europäischen Wirtschaften könnten die schnell wachsende Energienachfrage und den steigenden Energieverbrauch, die das Wachstum der EU-Wirtschaft behinderten, reduzieren. Das sagt ein Bericht des McKinsey Global Institute (MGI).
Europa habe die Gelegenheit die Energieproduktivität zu erhöhen und damit die steigende Energienachfrage in Europa abzubremsen, behauptet der MGI-Bericht
'Capturing the European energy productivity opportunity'.
Tatsächlich könnte, den Ergebnissen des MGI-Berichts zufolge, durch die Verwendung der bereits bestehenden Technologien eine Energiemenge eingespart werden, die doppelt so groß ist wie die Energiemenge, die im Jahr 2003 in der gesamten EU-25 (ohne Bulgarien und Rumänien) verbraucht worden ist.
Verglichen mit vielen alternativen Lösungen zur Energieversorgung sei die Steigerung der Energieproduktivität kosteneffizient und mit weniger Unsicherheiten behaftet, fügt der Bericht hinzu. Er führt Schätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA) an, wonach durch jeden Euro, der in effizientere elektrische Geräte und Gebäude investiert werde, zwei Euro bei der Investition in die Stromversorgung gespart werden könne.
Verbesserungen der Energieeffizienz von Wohngebäuden würden das größte Potenzial bergen, um die Nachfrage zu senken. Dies könne vor allem durch effizientere Elektrogeräte sowie effizientere Heiz- und Kühlsysteme geschehen, geht aus dem Bericht hervor. Das zweitgrößte Potenzial würden die Wirtschafts- und Transportsektoren bergen, gefolgt von der Schwerindustrie und Raffinerien.
Verbesserungen in diesen Sektoren könnten bis zum Jahr 2012 zu einer Verminderung der Treibhausgas-Emissionen um etwa eine Milliarde Tonnen beitragen. Dies/Das sei genauso soviel wie die Treibhausgas-Emissionen Großbritanniens und Frankreichs zusammengenommen, so er Bericht.
Aber die europäischen und nationalen Politiker, die unter Druck stehen, den richtigen Rahmen für die Verbesserungen der Energieeffizienz abzustecken, mussten ihre Arbeit einstellen.
Unzählige Barrieren bei der Beschaffung von Informationen, unvollkommene Märkte und mangelhafte Politikprogramme stünden den Investoren, die die wirtschaftlich reizvolle Gelegenheit ergreifen wollten, in die Energieproduktivität zu investieren, heute im Weg. Das erkläre, warum Verbraucher und Unternehmen nicht von den Einsparungen, die eine höhere Energieproduktivität mit sich brächte, profitieren könnten, beklagt der Bericht.
Die EU hat sich das ambitionierte Ziel gesteckt, ihre Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 20% zu reduzieren. Doch im Gegensatz zum Bereich der erneuerbaren Energien, wo sich die EU-Politiker auf das rechtsverbindliches Ziel einigen werden, den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2020 um 20% zu erhöhen, wurde Brüssel dafür kritisiert, Verbesserungen im Bereich der Energieproduktivität für die Mitgliedstaaten nicht rechtsverbindlich zu machen. Die EU hat sich lediglich ein Richtziel gesetzt, das bis 2020 eine um 20% gesteigerte Energieeffizienz vorsieht.
Unter anderem empfiehlt der Bericht den Politikern, strengere Standards für die Energieeffizienz von Elektrogeräten festzulegen. Die Kommission schlägt vor, die existierenden Regelungen zum 'Ökodesign' und der Energieeffizienz zu überarbeiten und auszuweiten. Dies soll Teil eines Aktionsplans zu nachhaltigen Verbrauchs- und Produktionsmustern sein. Allerdings enttäuschten die Vorschläge viele Interessensvertreter, da sie ihrer Meinung nach nicht weit genug gingen (EurActiv vom 17. Juli 2008).