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Betriebscluster als Sprungbrett für KMU ins Ausland

Veröffentlicht 02. März 2010 - Aktualisiert 23. Dezember 2011
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Das Bilden so genannter Cluster kann für kleine Betriebe ein wirksames Mittel sein, um auf ausländischen Märkten Fuß zu fassen, so das Enterprise Europe Network (EEN), ein Dienst der Europäischen Kommission.

Aufgrund kultureller Schranken und hohen Marketing-Ausgaben haben es kleine Unternehmen für gewöhnlich schwer, sich auf ausländischen Märkten zu etablieren. Jedoch haben KMU eine bessere Chance, ihre Produkte und Dienste im Ausland zu verkaufen, wenn sie als Teil eines größeren Pakets regionalen Sachverstands auftreten können.

Nicoletta Marchiandi, die am 9. März auf einem Treffen der Steuerungs- und Beratungsgruppe des Enterprise Europe Network über die Internationalisierung von KMU sprechen wird, sagte, nur relativ wenige KMU verfügten über Erfahrungen mit dem Export. Dabei seien Märkte wie China, Indien und Russland für dynamische KMU von überragender Bedeutung.

"Für KMU ist der Zugang zu Großkunden aussichtslos, wenn sie nicht Teil eines bestimmten Clusters sind. Sie stehen vor sprachlichen Hürden und wissen oftmals nicht, wie sie an Informationen über ausländische Märkte herankommen können", sagte sie im Gespräch mit EurActiv.

Marchiandi, die außerdem die Abteilung für Innovation bei der Handelskammer Turin leitet, verwies insbesondere auf die Automobilbranche und Luftfahrt-Cluster in Norditalien, bei denen die Wissenschaft mit großen und kleinen Unternehmen zusammenarbeitet. Dadurch können ortsansässige Unternehmen die Region als Drehscheibe für hochwertige F&E (Forschung und Entwicklung) in der Fahrzeug- und Luftfahrtbranche vermarkten.

Dabei werde viel Geld investiert, um die gesamte Versorgungskette in Turin zu schaffen und diese im Ausland vorzustellen.

Mit dieser Strategie habe man Kunden aus Kanada und China gewinnen können. Zudem ermögliche sie kleinen Firmen Geschäftsbeziehungen, die ihnen andernfalls nicht offen stünden.

Um im Ausland erfolgreich zu sein, müssen europäische Cluster Marchiandi zufolge einen innovativen Ansatz verfolgen. Sie räumt ein, dass dies für einige Kleinunternehmen nicht immer einfach ist.

Innovation müsse zur Geschäftsstrategie von KMU gehören, obwohl dies für einige schwierig sein könne, nicht zuletzt für Unternehmen mit traditioneller Unternehmenskultur.

Die EU plant derzeit die Eröffnung einer Reihe neuer Büros weltweit, die kleinen Firmen dabei unterstützen sollen, sich neue Märkte zu erschließen (EurActiv vom 29. Januar 2010). Ein derartiges Zentrum besteht seit 2008 in Indien und ein anderes KMU-Zentrum soll bei Ende des Jahres in Beijing eröffnen (EurActiv vom 24. Februar 2010).

Ähnliche Büros sind ebenfalls in Bangkok und Moskau geplant. Dazu kommen privat geführte Dienste in Hongkong, Malaysien und Singapur. Wirtschaftsvertreter haben zudem vorgeschlagen, den Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) dafür zu nutzen, dass KMU in ausländischen Märkten leichter Fuß fassen können (EurActiv vom 8. Februar 2010).

Nächste Schritte: 
  • 9.-10. März: Treffen des Steuerungs- und Beratungsausschusses des Enterprise Europe Network (EEN).
Hintergrund : 

Die Europäische Union möchte Cluster aus Großunternehmen, KMU, Wissenschaftlern und anderen wirtschaftlichen Akteuren fördern, um Innovation zu fördern, eine kritische Masse von wirtschaftlichem und F&E-Sachverstand zusammenzuführen und das Meiste aus Investitionen herauszuholen (EurActiv vom 20. Januar 2010).

Derzeit bestehen ungefähr 2.000 europäische Wettbewerbscluster, welche die Europäische Kommission zu weltweit führenden Zentren für Innovation ausbauen will.

Das Enterprise Europe Network ist eine Organisation zur Wirtschaftsförderung mit Vertretungen in 45 Ländern. Sie hilft Firmen hauptsächlich dabei, innerhalb der EU neue Möglichkeiten auszuschöpfen, wendet ihre Aufmerksamkeit jedoch immer mehr den wachsenden Märkten in den Schwellenländern zu.

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