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EU plant weltweite KMU-Hilfszentren [DE]

Veröffentlicht 15. Januar 2010 - Aktualisiert 23. Dezember 2011
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Die EU-Exekutive plant die Eröffnung einer Reihe von neuen Büros weltweit, um kleinen Unternehmen beim Ausdehnen ihrer Geschäfte in neue Märkte zu unterstützen. Die von EurActiv eingesehenen Dokumente der Europäischen Kommission zeigen jedoch ebenfalls, dass Brüssel darauf achtet, nationalen Agenturen und privaten Organisationen, die solche Dienstleistungen bereits anbieten, dabei nicht auf den Schlips zu treten.

Der Plan sieht die Bereitstellung von Millionen von Euro für außereuropäische Beratungsstellen vor, um europäischen Unternehmen beim Umgang mit rechtlichen und kulturellen Herausforderungen der Arbeit in neuen Märkten zu unterstützen.

Die Finanzierung für die Einrichtung von Büros in Indien und China steht bereits, obwohl letzteres wegen Auseinandersetzungen darüber, welche Organisation es führen wird, seine Türen noch nicht geöffnet hat.

Seit Ende 2008 arbeitet ein europäisches Geschäfts- und Technologiezentrum im indischen Neu Delhi mit einem Gesamthaushalt von 14,5 Millionen Euro für einen Zeitraum von acht Jahren. Eine Erweiterung um drei weitere indische Zentren ist geplant.

Das geplante KMU-Zentrum in China, das offiziell bei einem EU-China-Gipfel im Jahr 2009 vereinbart wurde, verfügt über einen Haushalt von 5 Millionen Euro für fünf Jahre.

Bangkok und Moskau als nächstes auf der Liste

Im Verlauf des Jahres wird ein ähnliches Büro im thailändischen Bangkok mit einem Haushalt von 2,2 Millionen Euro für die ersten drei bis vier Jahre eröffnet werden. Es soll Thailand und die anderen südostasiatischen Staaten, die in der ASEAN-Gruppe zusammengeschlossen sind, abdecken.

Die EU hat außerdem eine Machbarkeitsstudie zur Eröffnung eines EU-Geschäfts- und Technologie-Zentrum inMoskau durchgeführt. Unterstützung für ähnliche, privat geführte Dienstleistungen sind für Hongkong, Malaysia und Singapur vorgesehen. 

Zusätzlich zu den Programmen zur Unternehmensförderung in Schwellenländern existieren solche Programme bereits in Japan und Südkorea.

Die EU überprüft derzeit ihre Aufgabenbeschreibung für solche Büros, um zu gewährleisten, dass deren Förderung europäischer KMU nicht, wie von manchen befürchtet, in die Arbeit der nationalen Botschaften und Instanzen zur Unternehmensförderung eingreifen wird.

Auch gab es ähnliche Befürchtungen, dass sich die Arbeit öffentlich finanzierter Beratungszentren für Unternehmen und die bestehende Arbeit von Unternehmensverbänden oder privaten Beratungsfirmen überschneiden könnten.

Brüssel will nicht mit Mitgliedstaaten und dem Privatsektor konkurrieren

Ein internes Dokument der EU-Exekutive warnt vor einer Verdopplung der Dienstleistungen, die bereits von lokal etablierten Organisationen – öffentlich wie auch privat – eingerichtet wurden.

„Wo die aktuelle Gefahr von Überschneidungen oder Konkurrenz besteht, muss darauf geachtet werden, dass die von der EU finanzierten Hilfen keinen unlauteren Wettbewerbsvorteil haben“, ist im Dokument zu lesen.

Öffentlich unterstützte Dienstleistungen sollten der Europäischen Kommission zufolge auf Bereiche, in denen „Marktversagen“ herrscht, beschränkt werden. Während die meisten europäischen Regierungen bereits außereuropäisch tätige Unternehmen unterstützen, haben viele kleinere Mitgliedstaaten in Mittel- und Osteuropa ein weniger gut entwickeltes Netzwerk von Botschaften. Dies führte zu Vorschlägen, dass Brüssel eine Rolle bei der Unterstützung ihrer Unternehmen übernehmen könnte.

Überprüfung der Politik im Gang

Die EU-Exekutive befindet sich mitten in der Gestaltung einer kohärenten Politik zur Nutzung der vom Europäischen Parlament vorgesehenen Finanzierung zur Unterstützung von Unternehmen im Ausland.

Die Vielfalt dessen, was benötigt wird, erschwert die Schaffung einer einheitlichen Politik in diesem Bereich. So wurde ad hoc bereits eine Reihe von Anstrengungen  unternommen, um den marktspezifischen Problemen, denen KMU ausgesetzt sind, zu begegnen. 

Zum Beispiel hilft der ‚ Intellectual Property Rights Helpdesk’ in Peking Unternehmen, sich in Chinas zersplittertem Urheberrechtssystem zurechtzufinden. Der Entwurf der EU-Mitarbeiter sieht vor, dass diese Art von Dienstleistungen in eine einzige Stelle für KMU integriert werden könnte.

Ein weiteres Problem liegt im vernünftigen, sparsamen Umgang mit den Geldern. Beamte sind sich bewusst, dass der Europäische Rechnungshof in Luxemburg die sachgemäße Verwendung der öffentlichen Mittel überprüfen wird.

Während EU-Gelder zur Errichtung der Zentren benutzt werden, sollen sich diese im Laufe der Zeit selbst finanzieren können, möglicherweise indem sie allmählich gebührenpflichtige Dienstleistungen und Mitgliedsbeiträge einführen.

Hintergrund : 

Der im Jahr 2008 von der EU eingeführte ‚Small Business Act’ verpflichtet die EU und ihre Mitgliedstaaten ausdrücklich dazu, KMU dabei zu unterstützen, vom Wachstum in den außereuropäischen Märkten zu profitieren. Der SBA sagt, Europa müsse „marktspezifische Unterstützung und Schulungen“ für kleine Unternehmen anbieten.

Die Europäische Kommission hat in 31 Hauptexportmärkten von Argentinien bis Vietnam so genannte Marktzugangsteams eingerichtet. Der SBA verpflichtete sich zur Schaffung von ‚Europäischen Geschäftszentren’ im Jahr 2009, wobei Indien und China den Anfang machen sollten. Die Pläne zur Errichtung eines Zentrums in Peking sind jedoch letztes Jahr zum Stillstand gekommen, als die EU-Exekutive entschied, keinen Auftrag zur Führung des Büros zu erteilen (EurActiv vom 4. November 2009). Das Enterprise Europe Network (EEN), das Dienstleitungen zur Unterstützung von KMU in der EU anbietet, unterstützt ebenfalls bei der Expansion in neue Märkte. Es verfügt über Partner in 17 Nicht-EU-Staaten.

Angesichts der rechtlichen, sprachlichen und kulturellen Komplexität von Geschäftstätigkeiten im Ausland haben europäische KMU immer wieder über die Schwierigkeiten beim Eindringen in neue außereuropäische Märkte geklagt. Einige Unternehmen haben sich darüber beschwert, dass wirtschaftlich sensible Daten, die sie den Behörden in Schwellenländern wie China übermitteln müssen, in die Hände lokaler Wettbewerber gerieten (EurActiv vom 7. September 2009)

Protektionismus ist seit Ausbruch der Finanzkrise ebenfalls zu einem wachsenden Problem geworden. So erschweren Regierungen ausländischen Unternehmen den Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen und Konjunkturprogrammen.

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