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EU-Unternehmen erhöhten Investitionen in Forschung und Entwicklung trotz Krise [DE]

Veröffentlicht 17. November 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Europäische Unternehmen erhöhten letztes Jahr trotz Weltwirtschaftskrise Investitionen in Industrieforschung und Entwicklung mehr als ihre US-amerikanischen und japanischen Wettbewerber.

Die weltweiten Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F & E) erhöhten sich 2008 um 6,9%, so der gestern (16. November) veröffentlichte EU-Anzeiger für F & E-Investitionen.

Für Unternehmen mit Sitz in der EU war das Investitionswachstum um 8,1% höher als im vergangenen Jahr. Dies war eine deutlich stärkere Zunahme als die 5,7% von US-Unternehmen und dem Wachstum von 4,4% in Japan.

Zwei europäische Unternehmen befinden sich in den Top Ten  für F & E-Investitionen in der Industrie. Volkswagen belegt den dritten Platz und Nokia den achten. Die Tabelle wird von Toyota mit 6,7 Milliarden Euro Ausgaben angeführt.

US-Unternehmen zeigten sich durchschnittlich konservativer als ihre europäischen Wettbewerber, jedoch belegen amerikanische Unternehmen immer noch die Hälfte der Top Ten bei Investitionen in F & E, namentlich Microsoft, General Motors, Pfizer, Ford und Johnson & Johnson. Auch die Schweiz verfügt über zwei Unternehmen an der Spitze – Roche und Novartis.

Unternehmen in den Schwellenländern zeigen weiterhin hohes Wachstum bei F & E, angeführt von China mit einem Zuwachs von 40%, Indien (27,3%), Taiwan (25,1%) und Brasilien (18,6%). Dies entspricht den Erwartungen, dass China und Indien im Jahre 2025 Europa und die USA überholen könnten und die weltweite Führung in der Forschung übernehmen werden (siehe EurActiv vom 25. September 2009). 

Während die Ausgaben in F&E im Jahr 2008 stabil blieben, legt der Anzeiger auch Angaben zu den operativen Ergebnissen der Unternehmen vor, welche um 30,5% in der EU und 19,1% in den USA gefallen sind.

Pharma- und Biotechunternehmen wegweisend

Forschungswachstum dominiert in den USA in wissensintensiven Sektoren wie der Pharmaindustrie, Biotechnologie und IT, während F & E in der EU gleichmäßiger auf alle Sektoren verteilt ist.

EU-Unternehmen sind wegweisend in mittelhohen und mittleren F & E-Bereichen wie der Autoindustrie, Elektrogeräten und dem Chemiesektor. 

Die Pharma- und Biotechnologie-Branche verstärkt ihre Position als führender F & E-Investor sowohl weltweit als auch in den USA mit einem Anteil von 18,9% bzw. 25%. Der Automobilsektor ist der weltweit drittgrößte mit 17,1%, jedoch der erste in der EU und Japan mit einem Anteil von 25% bzw. 27%. Obwohl dies der erste Sektor war, der von der Wirtschaftskrise betroffen wurde, wiesen einige Automobilunternehmen im vergangenen Jahr zweistellige Wachstumsraten F & E-Investitionen auf.

Volkswagen erhöhte seine Investitionen um 20,4%, Peugeot um 14,4% und Fiat um 14,1%. Andere Unternehmen reduzierten jedoch ihre F & E-Investitionen erheblich, darunter Renault (-9,2%), Daimler (-9,1%), BMW (-8,9%), Ford Motors (-2,7%) und General Motors (-1,2%).

Der diesjährige Anzeiger bestätigt auch die verstärkten F & E-Tätigkeiten der Unternehmen bei erneuerbaren Energien. Sechs EU-Unternehmen aus diesem Sektor zeigten in den letzten drei Jahren ein beeindruckendes Wachstum der F & E-Investitionen.

Stellungnahmen: 

Der für Wissenschaft und Forschung zuständige Kommissar Janez Potočnik sagte, es sei eine gute Nachricht, dass EU-Unternehmen ihre F & E-Investitionen vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 gehalten haben.

„Dies ist die beste Strategie, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Wir müssen die Anstrengungen der EU-Unternehmen unterstützen und Anreize für EU-Forschung in forschungsintensiven Branchen verstärken. Der Aufbau eines echten europäischen Forschungsraums zusammen mit EU-Maßnahmen zur Förderung intelligenter Investitionen in F & E ist Teil der Antwort. Ich begrüße auch die Erhöhung der F & E-Investitionen von EU-Unternehmen bei Energietechnologien mit niedrigem CO2-Ausstoß. Sie stellen eine neue Quellen der EU für Wachstum und Beschäftigung dar“, erläuterte er.  

Hintergrund : 

Der EU-Anzeiger für F & E-Investitionen enthält Angaben zu den 1,000 führenden EU-Unternehmen und den 1,000 Nicht-EU-Unternehmen im Bereich Investitionen in F & E. 

Nachhaltige Forschungsausgaben haben in der Wirtschaftskrise höchste Priorität, da aus Erfahrung Länder, die in innovative Branchen und in die Grundlagenforschung investieren, auf lange Sicht besser fahren.

Jedoch sind die Regierungshaushalte seit 2008 mit hohen Defiziten belastet und im Privatsektor sind die Margen gedrückt, was sich als schwierig erweist.

Jüngste Zahlen aus Europa und den USA zeigen, dass die Zahl der neu eingereichten Patente kürzlich gefallen ist, womit die Patent-Zahlen 12 Monate hinter der wirtschaftlichen Entwicklung liegen (EurActiv vom 6. November 2009).

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