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Experten uneinig über EU Mikrofinanzfonds [DE]

Veröffentlicht 18. September 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Ein Anfang des Jahres gegründeter EU Mikrofinanzfonds, der die Schaffung von Arbeitsplätzen fördern sollte, sorgt nun für Streitigkeiten. EurActiv sprach mit dem Vertreter eines Dachverbands für Nichtstaatliche Organisationen, Patrick de Bucquois und Ben Butters vom Dachverband der europäischen Handelskammern über das Projekt.

Ben Butters, Direktor für europäische Angelegenheiten bei der Vereinigung der europäischen Industrie- und Handelskammer (Eurochambers), glaubt, dass der Fonds „erfolgreich sein wird, wenn er tatsächlich die angehenden Unternehmer erreicht“.

Patrick de Bucquois, Präsident des europäischen Dachverbandes für Non-Profit Organisationen CEDAG, argumentiert hingegen, dass die Umschichtung von Finanzmitteln aus schon bestehenden sozialen Programmen in den Mikrofonds einen völlig falschen Eindruck vermittele.

Der Fonds wurde im Juli 2009 (EurActiv vom 2. Juli 2009)  gegründet und wird für einen Zeitraum von vier Jahren 100 Millionen Euro für arbeitslose Menschen bereitstellen, die einen Kredit benötigen, um ihre Geschäftsidee zu verwirklichen.

Laut de Bucquois wird der Fonds jedoch einfach nicht funktionieren. „Ich verstehe natürlich, dass die Kommission in dieser Krise unter Druck steht, aber selbst einige Lobbygruppen der Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) bezweifeln, dass dieser Fonds effektiv sein wird“, sagte er.

Er fügte hinzu, der Fonds würde den Eindruck vermitteln, „wenn du arbeitslos bist, ist das deine Sache. Wir werden dich mit den finanziellen Mitteln versorgen, aber wenn du es nicht schaffst, viel Glück, du hast deine Chance gehabt“.

De Bucquois stellte auch die Frage „ob der Fonds das richtige Mittel ist,  in einer Umgebung des Vertrauens und der Gewissheit, dass es einen grundlegende Schutz gibt, den Menschen zu ermöglichen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen“.

Butters konterte mit dem Argument, man brauche zwar soziale Schutz während einer wirtschaftlichen Erholung, aber „Geschäftsideen in Zeiten der Krise sind eine positive soziale Maßnahme“.

Falls der Fonds erfolgreich sein sollte, „bedeutet dies die Schaffung neuer Arbeitsplätze, es bedeutet auch, dass Menschen nicht mehr von Sozialmassnahmen leben müssen. Für uns ist das ein konstruktiver Weg“.

Jedoch wies Butters auch darauf hin, dass das Konzept zwar zu begrüßen sei, die Methodik jedoch noch geklärt werden müsste. „Wir haben auf der nationalen Ebene so viele Geschichten gehört über die Bemühungen, finanzielle Mittel für Unternehmen zu finden, die im jetzigen Wirtschaftsklima aber nicht funktionieren. Diese Mikrofonds-Initiative könnte demselben Problem zum Opfer fallen, wenn wir nicht vorsichtig sind“, schloss er.

Um das gesamte Interview zu lesen klicken Sie hier.

 

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