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Rezession Vorbote günstiger Bedingungen für Unternehmensgründungen [DE]

Veröffentlicht 08. Mai 2009 - Aktualisiert 23. Dezember 2011
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Eine wirtschaftliche Krise kann Wirtschaftsführern zufolge die ideale Zeit sein, ein neues Unternehmen zu gründen, da die Kosten niedrig und genug qualifizierte Arbeitskräfte vorhanden sind. 

Peter Jungen, der Vizepräsident der KMU-Union sagte, dass einige der weltweit größten Marken in Zeiten von Rezessionen gestartet worden seien, unterstrich aber auch, dass Europa aufhören solle Versagen zu stigmatisieren, wenn man mit dem amerikanischen Unternehmergeist konkurrieren wolle.

Der Vorteil günstiger Ausgangsbedingungen sei, dass man sich Angestellte leisten könne, die man letztes Jahr noch nicht bekommen hätte und dies zu einem niedrigeren Preis. Dies sei für Angestellte schlecht, dafür aber für gut Unternehmer. Bürofläche sei ebenfalls günstiger als in der Vergangenheit. Gleiches gelte für Serverkosten. 

Auf einer Veranstaltung, die von BusinessEurope im Zeichen der KMU-Woche organisiert wurde sagte Jungen, dass erfolgreiche neue Firmen, dank der Möglichkeiten die ein Abschwung mit sich bringe, gestärkt aus der Zeit der Rezession hervorgehen könnten. 

Es könnten erfolgreiche Unternehmen aufgrund der Krise entstehen und nicht trotz der Krise. Dies könne eine einmalige Chance sein. 

Karen Wilson, eine langjährige Mitarbeiterin der Kauffman Foundation stimmte dem Standpunkt von Jungen zu. Sie sagte, dass Millionen arbeitsloser Menschen nun die Möglichkeit hätten ein Unternehmen zu starten. Zusätzlich bräuchten sich freigestellte Arbeiter, die Unterstützung bekommen weniger auf den risikoreichen Bankensektor zu verlassen.

Zeiten der wirtschaftlichen Krise seien auch gute Zeiten etwas Neues zu starten. Alternativkosten seien viel niedriger und eine Reihe guter Unternehmen sein während wirtschaftlichen Abschwüngen gegründet worden.

Stellungnahmen: 

Martin Ohneberg, der Präsident von YES, der Europäischen Vereinigung der Jungunternehmer sagte, dass Europa seine Mentalität ändern müsse, wenn es mit den USA um die Schaffung einer Umgebung konkurriere, wo Risikonehmer als Helden gefeiert würden. Dies sagte er bedeute, dass das Versagen Teil des Unternehmerdaseins sei.  

Wenn man in Europa versage und bankrott gehe, würde dies als etwas kriminelles angesehen. In den USA hingegen seien die meisten Unternehmer schon einmal, an einem Punkt in ihrer Karriere bankrott gewesen. Unternehmer sollten eine zweite Chance bekommen statt auf den Titelseiten als schwarze Schafe dargestellt zu werden. Man müsse die Mentalität im Vergleich zu den USA ändern. Menschen in Europa seien nicht bereit Risiken einzugehen. Man müsse in Grundschulen beginnen und zeigen, dass es interessant sei ein Unternehmer zu sein, sagte Ohneberg.

John Vassallo, der Vizepräsident für EU-Angelegenheiten bei Microsoft sagte in einem Interview, dass neue Erfindungen und Unternehmensgründungen Europa dabei helfen würde aus der Krise herauszufinden. Er sagte, dass Microsoft mit KMU zusammenarbeite und neue High-Tech Unternehmen unterstütze. Er betonte auch die Bedeutung neuer Formen der unternehmerischen Bildung. 

Karen Wilson eine leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Kauffmann Foundation sagte, dass die Prägung der Einstellungen und Fähigkeiten junger Menschen entscheidend sei, wenn es um die Schaffung einer risikofreundlichen Umgebung gehe. Dies bedeute Unternehmertum in Bildung einzugliedern. Unternehmertum sei nicht nur für Unternehmer. Man brauche mehr innovative Denker im öffentlichen Sektor und in allen anderen Feldern. Man brauche ebenso innovative Methoden der Pädagogik. Es sei wichtig Unternehmer in das Klassenzimmer zu bringen und die Lehrer zu lehren. 

Wilson fügte hinzu, dass die meisten Universitäten in Europa öffentliche Einrichtungen seien und dass die Induktion eines Wandels in diesen Bereichen langsam voranschreite. Universitäten sollten mehr Autonomie erhalten, sagte sie.  

Peter JungenKopräsident der KMU Union sagte, Europa brauche sechs Millionen neue Unternehmer, um aus der Krise herauszufinden oder man werde schwacher aus der Krise herauskommen als man herein geraten sei. 

Junge Menschen auszubilden sei entscheidend, so Jungen. Man könne Menschen die 50 oder 60 Jahre alt seien nicht ändern. In den USA sage man, Unternehmer seien Helden. Man müsse den Erfolg so feiern wie sie das tun, sagte er. 

Jungen kritisierte die Reaktionen auf die Finanzkrise stark, da er sagte, dass die Rettungspakete für schwächelnde Branchen lediglich alte Strukturen aufrechterhalten würden. Innovation sei der einzige Weg dort heraus, sagte er. 

Arndt Kirchhoff, der den Unternehmer und KMU Ausschuss bei BusinessEurope leitet, sagte für dieses Jahr mehr als fünf Millionen Arbeitsplatzverluste voraus. Er sagte, dass KMU die dynamischsten Beschäftigungsmaschinen der letzten fünf Jahre gewesen seien und betonte, dass der Sektor entscheidend sei, wenn es um das Überstehen der wirtschaftlichen Turbulenzen gehe. 

Leider fühlten manche KMU, dass die Handlungen seitens der Regierungen auf Banken und große Unternehmen ausgerichtet seien, jedoch seien von der Europäischen Investitionsbank zwischen heute und 2011 30 Milliarden Euro für KMU vorgesehen worden, so Kirchhoff. Er wies auch auf die Zahlungsrichtlinie, auf eine zeitweise Erleichterung der Subventionsregeln und auf ein „Think-Small-First“-Prinzip hin, die das Potential haben die unternehmerische Klima zu verbessern. 

Patrice Liauzu, Brüsseler Vertreter der Europäischen Investitionsbank sagte, die EIB sei aufgefordert worden mehr und besser zu arbeiten. Die Bank richte ihre Finanzierung auch an arbeitlose Menschen, die Mikrounternehmen gründen wollten. 

Die verbleibende Herausforderung sei sicherzustellen, dass die Banken von dieser Kreditart Gebrauch machten, sagte er.

Hintergrund : 

Einige der weltweit größten Marken begannen ihre Existenz während eines wirtschaftlichen Abschwungs. Microsoft wurde im Jahr 1975 von dem Studienabbrecher Bill Gates gegründet und hatte seinen Marktdurchbruch in den Rezessionsjahren der frühen 1980er. Die Kosmetikfirma Revlon startete in 1932 inmitten der Großen Depression und das Fortune Magazine wurde nur vier Monate nach dem Schwarzen Freitag im Jahr 1929 gegründet. 

Niedrige Betriebskosten können das Risiko mindern, dass der die Gründung eines neuen Unternehmens mit sich bringen kann und zehntausende Europäer sind von ihren Unternehmen freigestellt worden und haben daher soviel Zeit und Kapital wie nie zuvor.

Dennoch bestehen weiterhin Barrieren für die erfolgreiche Unternehmensgründung. Insbesondere befassen sich Anstrengungen das Umfeld für Unternehmertum zu verbessern, mit der Aufgabe die Kreditvergabe zu erleichtern sowie die bürokratischen Schranken und Eigenkapitalanforderungen zu lockern. 

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