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Arbeitsplätze in den CO2-armen Branchen übertreffen bereits zahlenmäßig diejenigen aus traditionellen umweltschädlichen Branchen in Europa, aber die EU verpasst den Anschluss, da sie zu beschäftigt damit ist, die Wirtschaftskrise zu zügeln, statt den Wandel Richtung einer CO2-armen Wirtschaft zu fördern.
Saubere Technologien werden als entscheidend in der Implementierung des EU Klima- und Energiepaketes betrachtet, das letzten Dezember angenommen wurde (siehe EurActiv LinksDossier).
Im Energiesektor umfassen diese erneuerbare Technologien Wind, Solarkraft und Wasserstoff, aber auch konventionellere Technologien wie nachhaltige Kernspaltung und CO2-Speicherung und Abscheidung (siehe EurActiv LinksDossier) von der Umweltgruppen sagen, dass sie nicht ernsthaft als sauber betrachtet werden kann.
Am 28. Januar brachte die Europäische Kommission einen fünf Milliarden schweren Konjunkturplan ein, der hauptsächlich auf saubere Energieprojekte abzielte und die Schaffung von Breitbandinternetverbindungen in ländlichen Gegenden vorsah (EurActiv vom 29. Januar 2009).
Ein Kompromiss der zwischen dem Europäischen Parlament und dem Rat am 16. April getroffen wurde, verteilte den Großteil der Energiefinanzierung, 3,98 Milliarden Euro auf Gas- und Strom Verbindungsleitungen. Offshore-Windparks bekamen weitere 565 Millionen und eine Milliarde wurde der Schaffung von Vorzeigeanlagen für die CO2-Abscheidung- und Speicherungsanlagen gewidmet (EurActiv vom 7. Mai 2009).
Wenn das Geld das für diese Projekte vorgesehen ist nicht ausgegeben wird, soll die Kommission, so wie es mit dem Europäischen Parlament vereinbart wurde, die Umverteilung der Finanzierung auf Energieeffizienz und erneuerbare Technologien bis Ende 2010 bewerkstelligen. In diesem Szenario müsste die EU-Kommission ihre Entscheidung in einem Bericht rechtfertigen der im März 2010 fällig ist.
Die Einschätzungen der Umweltschutzorganisation zeigen, dass erneuerbare Energie, grüner Transport und energieeffiziente Waren und Dienstleistungen fast 3,4 Millionen Menschen in Europa mit Arbeit versorgen. Dies sei vorteilhaft im Vergleich zu den Beschäftigungszahlen in Bereich des Bergbaus, der Elektro-, Gas-, Zement-, Stahl- und Eisenindustrie, sowie weiteren verschmutzenden Industrien, die 2.8 Millionen Arbeitsplätze bieten, so der Bericht.
Erneuerbare Energien beschäftigen 400 000 Menschen, aber das potentielle Wachstum ist beträchtlich, so die Studie. Fast 70 Prozent der erneuerbaren Energien bleibt in den Händen von europäischen Unternehmen. Nur eine kleine Zahl von Ländern, mit Deutschland und Spanien an der Spitze, sind für die Mehrheit der Arbeitsplätze verantwortlich.
Der größte Anteil der grünen Arbeitsplätze, etwa 2,1 Millionen ist im nachhaltigen Transport zu finden. Die Automobilindustrie beschäftigt etwa 150 000 der zwei Millionen und ist in die Produktion von kleineren Autos involviert, die weniger als 120 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, der WWF fügt hinzu, dass die Industrie trotz der Finanzkrise ihre Produktion ausweitet.
Viel schwieriger ist es, die Jobs in den energieeffizienten Aktivitäten zu definieren, aber der WWF gibt eine recht verhaltene Zahl von über 900 000 Stellen an. Er argumentiert, dass dieser Sektor an einem kritischen Punkt sei, da er einen Multiplikatoreffekt besäße, da das Geld das bei der Energie eingespart werden könne, in anderen arbeitsintensiveren Teilen der Wirtschaft eingesetzt werden kann.
Der WWF betonte, dass die Klimapolitik keine Beschäftigung in den traditionell umweltschädlichen Industrien gefährden würde, da struktureller Wandel inklusive Automatisierung und Fusionen für die meisten Jobverluste verantwortlich seien.
Unzureichende grüne Anreize
Der WWF argumentiert, dass die wirtschaftliche Krise es sogar noch entscheidender gemacht habe, die Energie- und Klimapolitik, die im letzten Dezember verabschiedet wurde (siehe EurActiv LinksDossier) zu implementieren. Dies trage zur Schaffung neuer grüner Arbeitsplätze bei, sowie zum Wandel hingegen einer CO2-armen Wirtschaft. Trotzdem seien die europäischen Konjunkturpakete nicht annähernd grün genug und das Zeitfenster, was eine einmalige Chance in dieser Generation darstelle, würde sich schon wieder schließen, so die NGO.
Während fast 64 Prozent des EU-Konjunkturplans grün ist, liegt der Anteil allerdings unter zehn Prozent, wenn man ihn mit den Plänen der nationalen Regierungen vergleicht, so eine kürzliche Studie von HSBC (EurActiv vom 8. April 2009). Die Schlussfolgerung des WWF ist daher, dass die Mitgliedsstaaten die grünen Investitionen der EU herunterziehen würden.
Ein ähnlicher Trend ist beim Wachstum der grünen Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten sichtbar, so ein Bericht des Pew Charitable Trust, der in der letzten Woche (10. Juni 2009) veröffentlicht wurde.
Im Zeitraum von 1998 bis 2007 wuchsen die grünen Arbeitsplätze in den USA um 9,1 Prozent auf 770 000. Dies war viel schneller, als jede andere Art von Arbeitsplätzen. Die CO2-arme Wirtschaft stecke immer noch in der Entwicklungsphase und trägt nur etwa ein halbes Prozent zur Gesamtwirtschaftsleistung bei, aber sie werde rasant ansteigen, da sowohl private, als auch öffentliche Gelder zu fließen beginnen, so der Pew-Bericht.
Er weist darauf hin, dass Sektoren mit sauberen Technologien der aktuellen Krise besser trotzen können, als andere. Obwohl ihr Anteil an Risikokapitalinvestitionen im ersten Halbjahr 2009 um 48 Prozent gesunken ist, haben sie sich viel besser verhalten als der Rest der Wirtschaft, wo der Anteil um 61 Prozent zurückging.
EU-Verordnung um den Wandel zu beschleunigen
Trotz der Führungsrolle der EU in grüner Technologieinnovation, war die USA weitaus erfolgreicher bei der Anziehung von Venture Kapital, um Produkte auf den Markt zu bringen (EurActiv vom 30. März 2009).
“Unsere Studie zielt darauf ab, den Gesetzgebern politische Unterstützung zu geben, um einen Wandel zu einer emissionslosen Gesellschaft zu schaffen”, sagte Jason Anderson, Vorsitzender der Europäischen Klima- und Energiepolitik beim WWF und wies auf die wirtschaftlichen Vorteile strengerer Klimarichtlinien hin.
Anderson stellte die derzeitige Umgestaltung der Richtlinie über das Energieprofil von Gebäuden heraus, von der er sagte, dass die ein verpflichtendes Ziel von Nullemissionsgebäuden beinhalten solle.
In der Position ihrer ersten Lesung erklärte das Parlament, dass alle Gebäude genau so viel erneuerbare Energie vor Ort produzieren sollten, wie sie bis 2019 verbrauchen (EurActiv vom 24. April 2009), aber viele Mitglieder sagte, dies sei unrealistisch (EurActiv vom 15. Juni 2009)
Alleine Italien verschwendet 17 Prozent der gesamten Energie die Europa durch Gebäude jedes verloren gehen, so der WWF. Wenn schwedische Baustandards quer über den Kontinent angewandt würden, könnte die EU ihre Energieverluste um die Hälfte reduzieren.