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Dem Maastrichter Vertrag zufolge haben alle neuen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union das Recht, sich der europäischen Einheitswährung, dem Euro, anzuschließen. Die zehn Länder, die der EU am 1. Mai 2004 beitreten werden, haben alle ihr Interesse geäußert, der Eurozone zum frühestmöglichen Zeitpunkt beizutreten. Für einige der Länder, etwa Polen und Ungarn, könnte die Eingliederung angesichts wachsender Haushaltsdefizite und steigender Arbeitslosigkeit länger dauern als erwartet. Andere Länder (Zypern, Estland, Litauen, Malta und die Slowakei) haben bereits erste konkrete Schritte in Richtung Euro unternommen.
Einen Überblick bietet unser LinksDossier Einführung des Euro in den neuen Mitgliedstaaten
(auf Englisch).
Die Eurozone besteht seit dem 1.Januar 1999. Damals hatten 11 Länder die Wechselkurse aller Währungen der Europäischen Währungsunion (EWU) festgesetzt und der Euro wurde offiziell als gemeinsame Währung eingeführt.
Am 2.Januar 2002 wurden die Euro-Banknoten und -Münzen in Umlauf gebracht und sechs Monate später verschwanden die nationalen Währungen schließlich ganz.
Großbritannien, Schweden und Dänemark beschlossen sich dafür, vorerst nicht Mitglied der Eurozone zu werden und Griechenland war anfangs ebenfalls nicht dabei, weil es die Maastricht-Kriterien für den Beitritt zur Eurozone nicht erfüllte.
Am 1. Januar 2001 wurde Griechenland, nachdem es die Auflagen erfüllt hatte, das zwölfte Land, das die gemeinsame Währung einführte.
Alle Bewerberländer müssen eine Reihe von Bedingungen erfüllen, bevor sie den Euro übernehmen können:
Die Wechselkurspolitik der Kandidatenländer unterliegt vor dem EU-Beitritt keinen Beschränkungen. Erst mit der EU-Mitgliedschaft wird von den Ländern erwartet, dass sie den Wechselkurs als gemeinsames Interesse betrachten. Unterdessen werden innerhalb der EU mittlerweile Warnrufe laut, dass ein verfrühter Beitritt zum Europäischen Wechselkursmechanismus (EWM II) und zur Eurozone sich nachteilig auf die neuen Mitgliedstaaten und die Eurozone auswirken könnte.
Die Länder, die sich Hoffnungen auf einen Beitritt machen, können bereits zum heutigen Zeitpunkt ihren Außenhandel auf den Euro umstellen. Auf dem integrierten Euro-Finanzmarkt profitieren sie ebenfalls von neuen Finanzierungsquellen, da eine große Zahl internationaler Anleihen seit Januar 1999 in Euro ausgestellt wird.
Es gibt keine Strategie hinsichtlich des Wechselkurses, die die Länder, die der Europäischen Währungsunion (EWU) beitreten wollen, folgen müssen. Der Europäische Rat hat im Dezember 2000 auf dem Gipfel von Nizza die Empfehlung ausgesprochen, dass Kandidaten ihre Währungspolitik an ihre eigene wirtschaftliche Situation anpassen sollten und dass sie im Einklang mit ihren anderen Politiken stehen solle.
Seit ihrem EU-Beitritt nehmen die neuen Mitgliedsländer am EWU teil, wobei eine Ausnahmeregelung für sie - wie auch für Schweden - gilt (Dänemark und Großbritannien stehen ganz außen vor, weil für sie eine so genannte ‚Opt-Out-Regelung' gilt). Die Ausnahmeregelung ist in den Beitrittsverträgen festgeschrieben. Während der Beitrittsphase sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, Währungsangelegenheiten als gemeinsames Interesse zu betrachten und es ist vorgesehen, dass die dem Europäischen Wechselkursmechanismus (EWM II) beitreten.
Sobald die neuen Mitgliedstaaten einen hohen Grad nachhaltiger nominaler Konvergenz erreicht haben und somit die Konvergenzkriterien von Maastricht erfüllen sowie mindestens zwei Jahre an dem Europäischen Wechselkursmechanismus (EWM II) teilgenommen haben, können sie den Euro übernehmen.
Der Enthusiasmus für eine frühzeitige Euroeinführung hat mittlerweile leicht nachgelassen. Während Slowenien am 1. Januar 2007 der Eurozone beitrat, kämpfen die meisten der neuen Mitgliedstaaten im Hinblick auf Inflation, Haushaltsdefizite, Währungsstabilität und rechtliche Vereinbarkeit noch mit den Beitrittsbedingungen zur Eurozone (acht der elf Staaten erfüllen die Inflationsbedingung nicht, fünf Staaten haben große Haushaltsdefizite). Die meisten der neuen Mitgliedstaaten haben mittlerweile ihre ursprünglich anvisierten Beitrittsdaten zur Eurozone verworfen.
Die Slowakei hat das Ziel beibehalten, 2009 der Eurozone beizutreten. Der Antrag Litauens, 2007 die Gemeinschaftswährung anzunehmen, wurde wegen Inflationsbedenken verworfen. Estland und Lettland haben aus demselben Grund ihre Beitrittspläne verschoben. Die baltischen Staaten haben nunmehr anerkannt, dass sie voraussichtlich nicht vor 2010 dem Euro beitreten können. Die anderen der neuen Mitgliedstaaten rechnen damit, die Gemeinschaftswährung frühestens zwischen 2010 und 2012 annehmen zu können.
Im November 2004 hieß es in dem ersten umfassenden Bericht der Kommission zu den Vorbereitungen der neuen Mitgliedstaaten auf den Euro, dass man davon ausgehe, dass der Übergang zur Eurozone "schneller und reibungsloser" vonstatten gehen könnte, als dies bei den jetzigen Mitgliedern der Fall war. Die Kommission hält es für möglich, dass viele der 10 neuen Mitgliedstaaten den Euro gleichzeitig einführen werden.
Der Internationale Währungsfond (IWF) hat in einem im August 2004 veröffentlichten Bericht erklärt, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den Ländern der Eurozone angestiegen sei, wobei der Anstieg der Nachfrage in den einzelnen Ländern, insbesondere in Deutschland, nur schleppend vorankomme. Die Sachverständigen des IWF waren indes der Meinung, dass die allgemeine Wirtschaftserholung letztendlich jedoch auch durch eine anziehende Nachfrage in den Ländern verstärkt werden würde, während die Produktion jedoch nur langsam aufholen werde. Der Inflationsdruck werde bis 2005 zurückgehen. Das Hauptproblem der Eurozone bestehe nach Aussagen des IWF in dem wenig verheißungsvollen Wachstumspotenzial, das die finanzielle Zukunftsfähigkeit der Sozialsysteme der Länder - insbesondere angesichts der Bevölkerungsalterung - gefährde.
In einem Vortrag hat der stellvertretende Geschäftsführer des Internationalen Währungsfonds, Hari Vittas, den neuen EU-Mitgliedstaaten davon abgeraten, dem ERM vorschnell beizutreten, nur um dort für einen langen Zeitraum zu verweilen. Er riet ihnen ebenfalls, ein klares Zieldatum für die Einführung des Euro festzusetzen.
Im Bericht vom Juni 2004 von PriceWaterhouseCoopers (PWC) heißt es, die "Leistung der Eurozone ist auch weiter schwach. Dies spiegelt die geringe Nachfrage in den Ländern, die Schwächung des Dollar gegenüber dem Euro sowie größere geopolitische Spannungen wider". PWC sagt für die Eurozone für 2005 ein BIP-Wachstum von rund 2,25 Prozent voraus, wobei Spanien das Land ist, in dem die Ankurbelung der Wirtschaft am erfolgreichsten sei. Die Wachstumsraten in Polen, Ungarn und der Tschechischen Republik würden voraussichtlich auch in der Zukunft weit über dem EU-Durchschnitt liegen.