Mit Abschluss der fünften Erweiterungsrunde hat die EU rund 30 Millionen neue Bürger bekommen und besteht nun aus 27 Mitgliedstaaten und 490 Millionen Einwohnern.
Rumänien und Bulgarien sind mit einem BIP von 33% des EU-Durchschnitts vergleichsweise arm. Das Durchschnittseinkommen beträgt in Bulgarien 180 Euro, in Rumänien liegt der durchschnittliche Verdienst bei etwa 300 Euro. Dennoch sind die Wirtschaftsperspektiven für beide Länder gut: Bulgarien konnte im Jahr 2006 eine Wachstumsrate von 5,5% des BIP verzeichnen, die rumänische Wirtschaft wuchs im selben Jahr um 7% des BIP.
Dennoch erwartet die EU von den neuen Mitgliedern weitere Fortschritte. Um den europäischen Sicherheitsvorschriften nachzukommen, musste Bulgarien bereits vier der sechs Reaktoren des Atomkraftwerkes in Kozluduj schließen.
Auch die Grenzkontrollsysteme Rumäniens und Bulgariens mussten an die europäischen Standards angepasst werden. Rumänien hatte entsprechende EU-Vorschriften bereits früher umgesetzt, Bulgarien musste hingegen große Anstrengungen unternehmen, um seine Grenzen für Reisende aus EU-Staaten zu öffnen.
In einigen der EU-25-Staaten wurden neue Einwanderungswellen von Arbeitnehmern aus Rumänien und Bulgarien befürchtet, was dazu geführt hat, dass beispielsweise Großbritannien Zugangsbeschränkungen zu seinem Arbeitsmarkt eingeführt hat. Andere Länder wie Schweden und Finnland werden hingegen Arbeitnehmer aus den zwei neuen Mitgliedstaaten ohne Auflagen begrüßen. Zudem betonen bulgarische und rumänische Regierungsbeamte, dass die größte Welle der Arbeitsmigration bereits stattgefunden habe.



