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EU begrüßt Rumänien und Bulgarien [DE]

Veröffentlicht 04. Januar 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Am 1. Januar 2007 wurde der Beitritt Rumäniens und Bulgariens zur Europäischen Union gefeiert. Die Wirtschaft und Grenzkontrollen stellen dennoch für beide Länder weiterhin Herausforderungen dar.

Mit Abschluss der fünften Erweiterungsrunde hat die EU rund 30 Millionen neue Bürger bekommen und besteht nun aus 27 Mitgliedstaaten und 490 Millionen Einwohnern.

Rumänien und Bulgarien sind mit einem BIP von 33% des EU-Durchschnitts vergleichsweise arm. Das Durchschnittseinkommen beträgt in Bulgarien 180 Euro, in Rumänien liegt der durchschnittliche Verdienst bei etwa 300 Euro. Dennoch sind die Wirtschaftsperspektiven für beide Länder gut: Bulgarien konnte im Jahr 2006 eine Wachstumsrate von 5,5% des BIP verzeichnen, die rumänische Wirtschaft wuchs im selben Jahr um 7% des BIP.

Dennoch erwartet die EU von den neuen Mitgliedern weitere Fortschritte. Um den europäischen Sicherheitsvorschriften nachzukommen, musste Bulgarien bereits vier der sechs Reaktoren des Atomkraftwerkes in Kozluduj schließen. 

Auch die Grenzkontrollsysteme Rumäniens und Bulgariens mussten an die europäischen Standards angepasst werden. Rumänien hatte entsprechende EU-Vorschriften bereits früher umgesetzt, Bulgarien musste hingegen große Anstrengungen unternehmen, um seine Grenzen für Reisende aus EU-Staaten zu öffnen. 

In einigen der EU-25-Staaten wurden neue Einwanderungswellen von Arbeitnehmern aus Rumänien und Bulgarien befürchtet, was dazu geführt hat, dass beispielsweise Großbritannien Zugangsbeschränkungen zu seinem Arbeitsmarkt eingeführt hat. Andere Länder wie Schweden und Finnland werden hingegen Arbeitnehmer aus den zwei neuen Mitgliedstaaten ohne Auflagen begrüßen. Zudem betonen bulgarische und rumänische Regierungsbeamte, dass die größte Welle der Arbeitsmigration bereits stattgefunden habe.

Stellungnahmen: 

Der rumänische Präsident Traian Basescu sagte, „Wir sind in Europa angekommen, willkommen in Europa“. Er fügte hinzu, dass der Beitritt des Landes zur EU große Chancen für neue Generationen berge.

Der bulgarische Präsident Georgi Parwanow sprach anlässlich der Feierlichkeiten in Sofia am Silvesterabend von einem „himmlischen Moment“. Der Beitrittstag gehöre zu den wichtigsten Daten der bulgarischen Geschichte, so Parwanow. 

Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der an den Feierlichkeiten teilnahm, sprach der Bevölkerung und der politischen Führung Bulgariens und Rumäniens seine Glückwünsche für den Mut, die Entschlossenheit und die Arbeit aus, die in den Vorbereitungen für die Mitgliedschaft gesteckt hätten. 

Erweiterungskommissar Olli Rehn sagte, der Beitritt zur EU würde den Bürgern spürbare Verbesserungen im Alltagsleben bringen. Rehn sprach von sichereren Lebensmitteln, einer saubereren Umwelt und besseren Straßenverhältnissen.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, mit dem Beitritt zur EU hätten Rumänien und Bulgarien ihre Rückkehr nach Europa abgeschlossen, die mit dem Fall des Eisernen Vorhangs begonnen habe. "Heute ist […] ein Tag zum Feiern, nicht nur für die Menschen in Rumänien und Bulgarien, sondern in Ganz-Europa", so Steinmeier.

Auch die Europäische Union des Handwerks und der Klein- und Mittelbetriebe (UEAPME) begrüßte die neuen Mitgliedstaaten. Luc Hendrickx, Direktor für Unternehmenspolitik und Außenbeziehungen der UEAPME, sagte, Bulgarien und Rumänien könnten einen Mehrwert für die gesamte Europäische Union bilden. Er fügte hinzu, dass die kleinen Unternehmen in beiden Staaten jedoch angemessene Unterstützung benötigten, um ihr Potential voll ausschöpfen zu können.

Nächste Schritte: 
  • Die EU wird weiterhin die Fortschritte der beiden neuen Mitgliedstaaten überwachen. Im Vorfeld des Beitritts sprach die Kommission gegenüber Bulgarien eine Warnung bezüglich der Lebensmittelstandards und der Sicherheit des Luftverkehrs aus.
Hintergrund : 

Bulgarien und Rumänien haben 1995 jeweils einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Europäischen Union gestellt. Die Beitrittsverhandlungen begannen im Jahr 2000 und konnten 2004 erfolgreich abgeschlossen werden.

In ihrem letzten Fortschrittsbericht zu Rumänien und Bulgarien forderte die Kommission weitere Anstrengungen, kam aber zu dem Ergebnis, dass beide Länder der EU im Jahr 2007 beitreten können.

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