ThemenRubriken
MiniRubriken
Head of Unit - Corporate Services M/F (Grade AD 10)
Permanent representative in Madrid
Principal, Border Management Staff College (P5)
Junior Scientific and Technical Advisor
Assistant Communications & Public Affairs Departments
Head of Section, responsible for high-performance computing and data handling
Stellenangebot registrierenFührende Politiker der Vergangenheit und der Gegenwart werden heute mit deutschen Menschenmengen zusammenkommen, um den zwanzigsten Jahrestag des Falls der Berliner Mauer zu begehen - starkes Symbol des Kalten Kriegs, die eine Stadt und einen Kontinent geteilt hat.
Vor dem Bau der Berliner Mauer 1961 reisten etwa 3,5 Millionen Ostdeutsche nach Westdeutschland aus. Nach ihrem Bau versuchten etwa 5,000 Menschen über die Mauer zu fliehen, was zu schätzungsweise 100 bis 200 Toten führte.
Während einer revolutionären Welle im Ostblock kündigte am 9. November 1989 ein ostdeutscher Regierungsvertreter nach einem Missverständnis an, dass alle Bürger Ostdeutschlands ohne Einschränkungen nach Westberlin und Westdeutschland reisen dürften. Zehntausende Ostdeutsche gingen sofort zu den Grenzübergangspunkten. Die ostdeutschen Grenzwächter stellten sich ihnen nicht in den Weg.
Etliche Ostdeutsche kletterten auf die Mauer, überquerten sie und wurden auf der anderen Seite von Westdeutschen in Feierstimmung empfangen. Während der nächsten Wochen wurden Teile der Mauer zerstört. Der Fall der Berliner Mauer bereitete den Weg für die deutsche Wiedervereinigung, die offiziell am 3. Oktober 1990 abgeschlossen wurde.
Erinnerungen an den 9. November 1989 dominierten die Schlagzeilen der deutschen Zeitungen am Wochenende, und die Fernsehsender brachten Dokumentaraufnahmen, Augenzeugenberichte und Diskussionsrunden über das Ereignis, das Europa verändert hat.
„Kaum jemals war ein historischer Umbruch so schnell, so radikal und so unmittelbar sichtbar wie am 9. November 1989”, schrieb die Kölner Rundschau in einem Kommentar.
„Wer kurz vor 20 Uhr am Brandenburger Tor stand, der hätte es für einen absurden Traum gehalten, dass vier Stunden später eine Menschenmenge auf der Mauerkrone stehen würde.”
Entscheidende Personen der Epoche, die den Untergang des Kommunismus einleiteten – wie etwa der ehemalige Sowjet-Chef Mikhail Gorbatschow und Lech Walesa, der die anti-kommunistischen Proteste in Polen als Anführer der Solidaritäts-Gewerkschaft führte – werden an den Erinnerungsfeiern in der einst geteilten Hauptstadt am Montag teilnehmen.
Auch teilnehmen werden die Staats- und Regierungschefs der Länder, die Nachkriegsdeutschland besetzten – außer den USA, die durch Außenministerin Hillary Clinton vertreten werden.
Der britische Premierminister Gordon Brown, der französische Präsident Sarkozy und der russische Präsident Dmitri Medwedew werden alle zu den Feierlichkeiten erwartet, die von Kanzlerin Angela Merkel inmitten einer Reihe bilateraler Gespräche durchgeführt werden.
Tausende Touristen sind in die Hauptstadt geströmt um das Ereignis zu feiern, das die deutsche Wiedervereinigung, den Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs und das Ende der Sowjetunion beschleunigte.
Der glücklichste Tag
Merkel, die damals als Wissenschaftlerin in Ostberlin arbeitete, sagte, das Wochenende des Mauerfalls sei der „glücklichste Tag in Deutschlands jüngster Geschichte“.
Feierlichkeiten sind in der gesamten Stadt geplant, darunter das Umstürzen von 1,000 gigantischen, bemalten Styroporsteinen an einem 1,5 km langen Stück der ehemaligen Mauer.
Von der Massenflucht ihrer Staatsbürger nach Westberlin bedroht, begann das kommunistische Ostdeutschland in den frühen Morgenstunden des 13. August 1961 einen „antifaschistischen Schutzwall“ zu errichten.
Gemäß einer neuen in diesem Jahr veröffentlichten Studie wurden mindestens 136 Menschen an der Berliner Mauer zwischen 1961 und 1989 beim Fluchtversuch getötet.
Tausenden jedoch gelang es den Minenfeldern, Hunden, Grenzern und Wachtürmen zu entgehen, indem sie erfinderische Mittel wie Tunnel, Fluggeräte und versteckte Kammern in Autos benutzten, um in den Westen zu gelangen.
Für einige Deutsche bleibt die Wiedervereinigung des Landes von 1990 ein wunder Punkt. Einige Hundert linke Demonstranten protestierten am Samstag gegen die geplanten Feierlichkeiten in Berlin.
Nach einer von der Leipziger Volkszeitung in Auftrag gegebenen neuen Umfrage unter mehr als 1.000 Deutschen will einer von acht Deutschen, dass die Mauer wieder aufgebaut wird – wobei die Zahl in Ost und West fast gleich ist.
Überlebende des Kalten Kriegs haben über den Tag reflektiert, an dem Ostdeutschland seine Grenze zum Westen öffnete, nachdem Tausende seiner Bürger hinter dem Eisernen Vorhang durch die ungarisch-österreichische Grenze im Sommer 1989 hervorgeschlüpft waren.
Helmut Schmidt, der 90-jährige Bundeskanzler Westdeutschlands von 1974 bis 1982, erzählte dem öffentlich-rechtlichen Sender NDR, dass er „zutiefst bewegt“ war, als die Mauer fiel.
„Ich wusste immer, dass wir eines Tages in Europa die Gelegenheit haben würden, die zwei deutschen Nachkriegsstaaten wiederzuvereinigen, aber ich dachte nicht, dass ich den Tag erleben würde”, sagte er. „Es hat mich fast überwältigt.“
(EurActiv mit Reuters)
Der Fall der Berliner Mauer 1989 und die Wiedervereinigung im darauf folgenden Jahr hätten Deutschlands Beziehung zu Russland grundlegend verändert, was „ein Gefühl des Vertrauens und der Dankbarkeit” nach sich ziehe, sagte der russische Ministerpräsident Vladimir Putin.
„Es ist eines der Grundsteine unserer Beziehung”, sagte Putin in einem Interview mit dem russischen Fernsehsender NTV. „Es gibt eine Einsicht, dass wir einander brauchen“, so Putin.
Bei der Feier zum zwanzigsten Jahrestag des Falls der Berliner Mauer im Belgrader Sava Center sagte der serbische Präsident Boris Tadic laut der Webseite Emportal, dass Serbien am 5. Oktober 2000 seine eigenen „Berliner Mauern“ zu Fall gebracht hätte, die von der zerstörerischen Politik eines undemokratischen Regimes während der 1990er aufgebaut worden seien. Er fügte hinzu, dass die Einheit Europas erst vollständig sein würde, wenn alle Staaten des westlichen Balkans EU-Mitglieder seien.
Er betonte noch einmal, dass die EU-Mitgliedschaft das übergeordnete strategische Ziel Serbiens sei und dass das moderne, vereinigte Deutschland eine besondere Rolle zum Erreichen dieses Ziels spiele. Im Gegensatz zu den Deutschen, die vor 20 Jahren beschlossen hätten, ihre souveränen demokratischen Rechte wieder einzuführen, seien die Völker des ehemaligen Jugoslawiens in die andere historische Richtung unterwegs: von Einheit zu Teilung, von Rechtsstaatlichkeit zu Gesetzlosigkeit, von Frieden zu Krieg, was eine zehnjährige Isolierung zur Folge gehabt habe, sagte der serbische Präsident.
Tadic schätzte, dass die Menschen des westlichen Balkans sich heute wieder auf dem Weg zur Vereinigung unter dem europäischen Dach befänden und dass aus diesem Grund der Abriss der Berliner Mauer seine volle Bedeutung nur bekommen werde, wenn alle Länder in der Region EU-Mitglieder seien.
Lothar Bisky, Vorsitzender der GUE/NGL-Fraktion im Europäischen Parlament, sagte: „Die Öffnung der Mauer am 9.11.1989 hat große Chancen für eine friedliche europäische Entwicklung und die Beendigung des kalten Krieges eröffnet. Viele dieser Chancen wurden genutzt (Reisefreiheit, Pressefreiheit, Demokratie, Osterweiterung der EU u. v. a. m.), manche nicht. So entstanden militärische Konflikte auf dem Balkan und in der Kaukasusregion). In den letzten beiden Jahrzehnten haben sich die Völker in Europa besser kennen und verstehen gelernt. Die europäische Integration machte deutliche Fortschritte.“
„Die Öffnung der Mauer brachte auch für die Linke die Chance, sich konsequent mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und die richtigen Lehren aus den Deformationen des Staatssozialismus zu ziehen“, fügte er hinzu. „Die Idee des demokratischen Sozialismus, 1968 in Prag mit Gewalt unterdrückt, wurde wieder aufgegriffen und weiterentwickelt. Es gibt keinen Sozialismus ohne Demokratie und Freiheit.”
„Wie Kanzlerin Angela Merkel glaube ich, dass der 9. November der glücklichste Tag in der jüngsten Geschichte Deutschlands ist“, sagte Joseph Daul, Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament. „Und ich darf hinzufügen, dass es auch der glücklichste Tag für Europa als Ganzes ist, weil mit dem Fall der Berliner Mauer die Wiedervereinigung eines ganzen Kontinents Wirklichkeit wurde“, fuhr er fort.
„Der Fall der Mauer machte das Ende der kommunistischen Diktatur kenntlich, die jahrzehntelang Millionen Männer und Frauen in Mittel- und Osteuropa unterdrückt hatte. Er ist auch ein Symbol der neu gewonnenen Freiheiten und ist ein wichtiger politischer Meilenstein in der Geschichte Europas“, fügte der Vorsitzende der Mitte-Rechts-Fraktion hinzu.
Der Präsident der Europäischen Kommission José Manuel Barroso sagte: „Der Fall der Berliner Mauer symbolisiert nicht nur den Zusammenbruch des Totalitarismus in Mittel- und Osteuropa, sondern ist auch ein beeindruckendes Symbol der Wiedervereinigung Deutschlands und des gesamten Europas. Der 9. November 1989 war ein Augenblick, in dem alles möglich schien, der von Glück, einem Streben nach Freiheit und der Idee einer friedlichen Revolution gekennzeichnet war. Ein wahrhaft historischer Tag, der mich in vielerlei Hinsicht an die portugiesische Revolution von 1974 erinnerte, die ich als 18-jähriger Student miterlebte.“
„1989 war ein Jahr, das Europa grundlegend verändert hat, und der Fall der Berliner Mauer war eine der eindrucksvollsten symbolischen Bilder unserer Zeit”, sagte Margot Wallström, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, zuständig für institutionelle Beziehungen und Kommunikationsstrategie.
„Die Europäische Union entwickelte sich vor fünfzig Jahren auf Grundlage der historischen Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland, die von Adenauer und De Gaulle geschaffen wurde“, sagte Jerzy Buzek, Präsident des Europäischen Parlaments. „Die Aussöhnung dieser beiden Länder war im Wesentlichen die Aussöhnung des gesamten demokratischen Europas dieser Zeit. Ohne diese Verständigung wäre das Großprojekt der Integration der westlichen Demokratien nicht möglich gewesen. Dessen Höhepunkt war der Handschlag von Helmut Kohl und François Mitterand in Verdun, einem historisch bedeutsamen Ort für beide Nationen”, fügte er hinzu.
„Damals, 1989, begannen wir einen sehr wichtigen Prozess: den Aufbau einer neuen europäischen Identität. Dieses Mal zum Wohle aller und nicht gegen irgendjemanden gerichtet, sondern eine Verbindung zwischen Ost und West. Damals wurde der Gründungsmythos eines neuen Europas geschaffen! Der Lissabon-Vertrag, der jetzt von allen Mitgliedstaaten ratifiziert wurde, ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg“, fuhr er fort.