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Grenzstreit mit Slowenien: Kroatien akzeptiert EU-Vermittlung [DE]

Veröffentlicht 10. März 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Kroatien hat das Angebot der EU, im Grenzstreit mit Slowenien zu vermitteln, angenommen. Allerdings sei diese Vermittlung nur eine Vorbereitung auf ein Verfahren vor dem  internationalen Gerichtshof, sagte der kroatische Premierminister Ivo Sanader am Montag (9. März 2009).

Man erwarte, dass die Beitrittsgespräche wieder aufgenommen würden, sobald die EU- Kommission  mit der Vermittlung beginne, sagte Sanader auf einem Treffen aller kroatischen Parteichefs. Laut ihm  gibt es zu dem Thema einen „landesweiten politischen Konsens“.

Der Disput über die relativ kleine Fläche und die Küste geht auf das Auseinanderbrechen Jugoslawiens im Jahr 1991 zurück. Aufgrund dessenhatte Slowenien im Dezember des vergangenen Jahres sein Veto zu einem Drittel der Beitrittgespräche mit Kroatien eingelegt.

Nun müsse man, zusammen mit der Kommission, das Mandat der Vermittler klären, da Kroatien beabsichtige die Angelegenheit vor dem Internationalen Gerichtshof zu lösen, sagte Sanader.

Der EU-Kommissar für Erweiterung, Olli Rehn, der beide Parteien davor  gewarnt hatte, keine unerfüllbaren Konditionen mit der Vermittlung zu verknüpfen, begrüßte Kroatiens positive Antwort. Er wird sich am Dienstag mit dem kroatischen und slowenischen Außenminister in Brüssel treffen.

Man untersuche die Details der beiden Positionen, gab er auf einer Pressekonferenz in Brüssel bekannt.

Rehn sagte, Kroatien könne die Beitrittsgespräche noch wie geplant dieses Jahr abschließen, wenn Slowenien sein Veto aufhebe.

Der slowenische Außenminister, Samuel Zbogar, schlug allerdings einen vorsichtigeren Ton an und sagte, Slowenien werde das Veto nicht sofort aufheben. Slowenien hatte ein Verfahren vor dem internationalen Gerichtshof bislang abgelehnt.

Die kroatischen Bedingungen für die EU-Vermittlung schränkten die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ein. Man müsse nun Kommissar Rehns Reaktion und die Erklärungen Kroatiens abwarten, sagte er.

Zagreb und Brüssel werden am 27. März eine gemeinsame Konferenz abhalten, bei der die Beitrittsgespräche formal wieder aufgenommen werden könnten.

Als Slowenien sein Veto zu den Gesprächen mit Zagreb bekannt gegeben hatte, hatte es geheißen, Kroatien habe in Brüssel Dokumente eingereicht, die nachteilig zur Lösung des Streits seien

Slowenien, das zwischen Italien und Kroatien eingezwängt ist, möchte direkten Zugang zu internationalen Gewässern in der Nordadria. Dies würde Kroatien dazu zwingen, etwas von seinen Seerechten abzugeben. Die Zugehörigkeit von vier kleinen Dörfern auf der Halbinsel Istrien ist ebenfalls umstritten.

Rehn hatte im Januar vorgeschlagen, dass der Friedensnobelpreisträger und ehemalige finnische Präsident, Martti Ahtisaari, in dem Streit vermitteln solle. Ahtisaari solle eine „endgültige Lösung des Grenzkonflikts” vorschlagen, beziehungsweise nur die beste Möglichkeit finden.

(EurActiv mit Informationen von Reuters)    

Hintergrund : 

Während Frankreich das Amt der EU-Ratspräsidentschaft hielt, hatte Slowenien die Eröffnung von neun aus insgesamt zehn Verhandlungskapiteln mit Zagreb aufgrund eines ungelösten Grenzkonflikts verhindert (EurActiv vom 18. Dezember 2008).

Diplomaten zweifeln stark daran, dass Kroatien sein Ziel erreichen wird, die EU-Beitrittsgespräche bis zum Ende des Jahres abzuschließen und der EU somit im Jahr 2010 beitreten zu können, wenn der Konflikt zwischen den beiden Staaten nicht bald gelöst wird (siehe EurActiv LinkDossier zu den Beziehungen zwischen der EU und Kroatien).

Der Streit um die Grenze zwischen Slowenien und Kroatien betrifft kleine Gebiete entlang der Adriaküste, die sich in der Frage um exklusive Zugangsrechte zu Tiefseezonen als wichtig erweisen könnten. Anders als Slowenien, besitzt Kroatien eine lange Küste, was Ljubljana dazu bewegt, seine Position als „geographisch benachteiligter Staat“ geltend zu machen.

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