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Großbritannien: Hitzige Debatte über Zustrom ausländischer Arbeitnehmer [DE]

Veröffentlicht 23. August 2006 - Aktualisiert 22. Dezember 2011
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Zahlen, die am 22. August 2006 veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass über 427.000 Arbeitnehmer aus den neuen Mitgliedstaaten seit 2004 nach Großbritannien gekommen sind. Diese neuen Zahlen stehen im Gegensatz zu früheren Schätzungen, die von einer viel niedrigeren Anzahl an ausländischen Arbeitnehmern ausgegangen sind. 

Ursprüngliche Schätzungen der britischen Regierung schwankten zwischen 5.000 und 13.000 Arbeitnehmer, tatsächliche liegt die Anzahl der Arbeitnehmer jedoch bei über 427.000. Die Regierung weist außerdem darauf hin, dass die tatsächliche Zahl noch höher liegen könnte (bis zu 600.000), da die Statistik nur registrierte Arbeitnehmer umfasst und Selbständige auslässt. Über die Hälfte der Arbeitnehmer kommt aus Polen.

Die neuen Zahlen werden die laufende Debatte in Großbritannien über eine mögliche neue Welle an Arbeitnehmern aus Bulgarien und Rumänien ankurbeln. Die Entscheidung der Regierung, ob gegenüber den neuen Mitgliedstaaten eine Politik der offenen Tür vertreten werden soll, steht an (siehe Euractiv 22. August 2006  und Euractiv Rumänien 23. August 2006).

Stellungnahmen: 

Der britische Handels- und Industrieminister, Alastair Darling, hat bereits angedeutet, dass die Regierung eine restriktivere Haltung gegenüber bulgarischen und rumänischen Arbeitnehmer erwägt.

Tony McNulty, Staatssekretär im britischen Innenministerium, sagte: "Das System zur Registrierung der Arbeitnehmer zeigt, dass Großbritannien von Arbeitnehmern aus den neuen Mitgliedstaaten profitiert. Sie besetzen wichtige offene Stellen, die nicht von britischen Arbeitnehmern besetzt werden können.“

Der Sprecher der britischen Liberaldemokraten, Ed Davey, sagte, dass einige Probleme aufgetreten seien, aber dass die ausländischen Arbeitnehmer auch viele positiven Auswirkungen gehabt hätten.

Richard Lamber, Generaldirektor der Vereinigung der britischen Industrie (CBI), sagte: „Großbritannien hat in großem Maße von der harten Arbeit der ausländischen Arbeitnehmer profitiert. Es ist jedoch wichtig, dass Großbritannien sich jetzt die Zeit nimmt, über bisherige Erfahrungen zu reflektieren und zu überlegen, wann die nächste Phase anlaufen soll.“ 

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