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5. Dezember 2008
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Interview: Erweitertes Europa 'noch immer ein Lernprozess' [DE][en][fr

Erschienen: Freitag 20. Juli 2007   

Sowohl Ost- als auch Westeuropa muss sich mit ähnlichen Herausforderungen auseinandersetzen, die eine zunehmend globalisierte Welt mit sich bringt. Die Bedrohung durch gefährliche Überreaktionen unzufriedener Bevölkerungen, die von populistischen Regierungen geführt werden, ist überall in Europa vorhanden, so Dr. András Inotai vom Institut für Weltwirtschaft in Budapest.

Dr. András Inotai, Generaldirektor des Instituts für Weltwirtschaftexternal  in Budapest, hat mit EurActiv über den EU-Gipfel vom 21. bis 23. Juni 2007 gesprochen, sowie über die Folgen der Erweiterung und die politischen und sozialen Realitäten in Mittel- und Osteuropa.

Inotai erklärte, dass der Erweiterungsprozess und die Umwandlung vieler ehemaliger Sowjetstaaten in EU-Mitgliedstaaten in einem breiteren Kontext gesehen werden müsse, anstatt lediglich im Kontext von Ost-West-Beziehungen innerhalb der EU.

Mit Verweis auf eine weit verbreitete und nachhaltige Wahrnehmung von Europas historischer Dominanz und „natürlicher“ Überlegenheit, die nun mit zunehmenden Güterströmen und Investitionen aus China und Indien konfrontiert sei, warnte Inotai davor, dass „Europa noch immer vor einen Lernprozess steht“. Die Globalisierung bedeute „einen wechselseitigen Prozess, keinen einseitigen“, und „Europa muss sich daran gewöhnen“, so Inotai.

Die Mitgliedstaaten der EU-15 müsszen eine wichtige Rolle spielen, um mit gutem Beispiel voran zu gehen, so Inotai. „Wenn einige der alten Mitgliedstaaten – vielleicht sogar die Gründungsmitglieder – sich gegen Europa richten, beispielsweise durch wirtschaftlichen Patriotismus und die Rolle des Staates bei der Behinderung von normalen Kapitalströmen oder dem Austausch von Eigentum, dann gründet dies eine Schule in den neuen Mitgliedstaaten. Und dann ist dies ein sehr gutes Argument für Populisten und demagogische Politiker“, warnte Inotai.

Aber Inotai lieferte auch starke Kritik und eine unverblümte Analyse der sozialen und politischen Realitäten in einigen der neuen EU-Mitgliedstaaten: Er wies darauf hin, dass eine Form der „mentalen Verunreinigung“ die Prozesse in Mittel- und Osteuropa untergrabe.

Die mentale Verunreinigung bestehe laut Inotai in den falschen Versprechen, um die „guten alten kommunistischen Zeiten zurückzubringen, als der Staat für alles verantwortlich war“. Außerdem gehörten auch ein Mangel an angemessener Untersuchung und der Verarbeitung der letzten 90 Jahre der turbulenten Geschichte sowie eine Form des extremen Nationalismus dazu. Ironischerweise, so Inotai, schlösse sich eine beträchtliche Zahl junger Menschen in Mittel- und Osteuropa, die keine Erinnerung an die Vergangenheit hätten, extremistischen nationalistischen Ideologien an.

Auf der anderen Seite ist Inotai jedoch überzeugt, dass die Erweiterung eine „Erfolgsgeschichte“ gewesen sei. Er schlug aber vor, dass in Zukunft Mitgliedstaaten ihre eigenen strategischen Interessen „im europäischen Rahmenwerk“ sehen müssten, „weil es in vielen Fällen kurzfristige, so genannte ‚nationale Verluste’ viel geringer und wesentlich kostengünstiger sind als langfristige europäische Interessen.“

"Erweiterung war eine Erfolgsgeschichte"

Um das vollständige Interview zu lesen, klicken Sie bitte hier.

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