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Interview: EU zahlt für Versagen im Fall des Kosovo [DE]

Veröffentlicht 20. Februar 2008 - Aktualisiert 29. Januar 2010
Tags
Kosovo
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Die unilaterale Unabhängigkeitserklärung des Kosovo habe die „Büchse der Pandora” geöffnet. Dies werde Konsequenzen für die Situation von Minderheiten, beispielsweise in Ländern wie Spanien und Georgien, nach sich ziehen. Dies hat Thierry de Montbrial, Direktor von IFRI, dem französischen Institut für Internationale Beziehungen, im Gespräch mit EurActiv Frankreich gesagt.

„Der Kosovo hat seine Unabhängigkeit erklärt, ohne über die Charakteristika eines funktionsfähigen unabhängigen Staates zu verfügen. Er ist in fast allen Angelegenheiten von externer Hilfe abhängig, einschließlich der inneren Sicherheit“, so de Montbrial.

Das größte Problem sei, dass die Position der USA, nach welcher der Kosovo seinen eigenen Staat verdiene und die auch von einigen EU-Mitgliedstaaten unterstützt worden sei, zu keinem Zeitpunkt von einem regionalen Plan gestützt worden sei, erklärte de Montbrial.

„Daher befinden wir uns nun in einer Situation, in der die Serben zutiefst verletzt sind. Das internationale Recht gibt in diesem Fall keine eindeutige Richtung vor.“

De Montbrial beschuldigt die Europäer, es sei ihnen nicht gelungen, eine Führungsrolle zu übernehmen. Sie hätten den Kosovo-Albanern Versprechungen gemacht, die sie nicht einhalten könnten. „Nun muss Europa den Preis dafür zahlen“, sagte de Montbrial. Er fügte hinzu, dass „Europa daran gewohnt ist, für Situationen zu zahlen, die es nicht unter politischer Kontrolle hat“.

„Wenn die Amerikaner und gewisse europäische Länder den Kosovaren seit Ende des Krieges nicht wieder und wieder gesagt hätten, dass sie unabhängigen werden würden, wenn wir diese Hoffnung nicht seitdem aufrechterhalten hätten, hätten sie heute eine andere Haltung und der Status Quo hätte bewahrt werden können“, betonte de Montbrial.

Die Konsequenzen von Europas Tatenlosigkeit und leeren Versprechungen werde nicht nur Europa zu spüren bekommen, sondern sich überall auf der Welt zeigen, so der Direktor von IFRI. „Was in Georgien oder anderswo passiert, wird stark von der heutigen Situation beeinflusst werden.“

Dass die Opposition Russlands im Hinblick auf die Unabhängigkeit des Kosovo beharrlich ignoriert worden sei, sei ein weiterer Fehler der Europäer gewesen, sagte de Montbrial. Er wäre nicht überrascht, fügte er hinzu, wenn Moskau in Zukunft Georgiens abtrünnige Provinzen Abchasien und Südossetien unterstützen würde, welche ihre Unabhängigkeit anstrebten.

Um das vollständige Interview mit Thierry de Montbrial auf EurActiv Frankreich zu lesen, klicken Sie bitte hier

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