EurActiv Logo
EU-Nachrichten & Politikdebatten
- durch Sprachenvielfalt -
Bulgaria News
Turkey News
Germany News
Spain News
France News
United Kingdom News
Poland News
Czech Republic News
Slovakia News
Hungary News
Romania News
Serbia News
Greece News
Italy News
Bulgaria Turkey Germany Spain France United Kingdom Poland Czech Republic Slovakia Hungary Romania Serbia Greece Italy
EurActiv.com Réseau

ALLE SEKTIONEN BROWSEN

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Auf Grund des großen Erfolgs von EurActiv Deutschland findet die komplette deutschsprachige EU-Berichterstattung des EurActiv-Netzwerkes nun über Euractiv.de statt.

Die deutschsprachige Fassung von EurActiv.com wird nicht mehr aktualisiert, alle bisherigen übersetzten Texte bleiben aber im Archiv für Sie verfügbar.

Wir freuen uns, Sie künftig auf EurActiv.de begrüßen zu dürfen!

Interview: Schweiz vor ‚riskantem’ EU-Referendum [DE]

Veröffentlicht 04. Februar 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
Druckoptimierte VersionEinem Freund senden

Die Schweizer werden am Sonntag (8. Februar 2009) darüber abstimmen, ob bulgarische und rumänische Bürger ohne Beschränkungen in ihrem Land arbeiten dürfen. Allerdings könne sich das Land in den Alpen gegenüber der EU in eine „schwierige“ Lage bringen, sollte das Referendum negativ ausfallen, meinte der Botschafter des Landes bei der EU, Jacques de Watteville in einem Interview mit EurActiv.

Das Referendum an diesem Sonntag wird entscheiden, ob die Arbeitnehmerfreizügigkeit auf Bürger aus Bulgarien und Rumänien ausgeweitet wird. Dieses Privileg wurde bisher nur den 25 älteren EU-Mitgliedstaaten zugestanden.

Auf dem Spiel stehe nichts weniger, als die rechtlichen Grundlagen, die die Beziehungen zwischen Bern und Brüssel untermauerten, erklärte de Watteville. So sieht eine „Notstandsklausel“, die 1999 ausgehandelt wurde“ vor, dass eine Reihe von Handelsabkommen, die hiermit zusammenhängen, im Falle eines negativen Ergebnisses bei der Volksabstimmung automatisch ihre Gültigkeit verlieren.

„Das Scheitern des Abkommens über die Freizügigkeit der  Arbeitnehmer würde sechs Monate später das Ende von sechs weiteren Abkommen bedeuten”, erklärte der Botschafter gegenüber EurActiv. 

Diese Abkommen beträfen weitestgehend den Handel zwischen der Schweiz und der EU sowie den Landverkehr (darunter auch die Transitstrecken durch die Alpen), so dass es zu Problemen sowohl für die Schweiz als auch für die Union kommen könnte, meinte de Watteville.

Da aus Umfragen das Ergebnis des Referendums noch nicht absehbar sei, erklärte der Botschafter, beginne er sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen, was passieren würde, wenn das Ergebnis negativ ausfalle.

„Sagen wir, die Schweiz würde sich im Falle eines Scheiterns des Referendums in eine schwierige Lage bringen. Und für die Union sähe die Sache auch nicht gerade einfach aus. Denn wir haben sehr enge Beziehungen miteinander und sind beispielsweise hinter den USA der zweitgrößte Handelspartner der EU. Jeden Tag werden zwischen der Schweiz und der EU Güter im Wert von einer Milliarde Schweizer Franken gehandelt“, meinte der Botschafter.

De Watteville erklärte, dass alle großen Parteien seines Landes die Ausweitung der Rechte auf Bulgarien und Rumänien unterstützten. Ausgenommen davon sei lediglich ein Drittel der UDC, der Partei des Großunternehmers und Rechtspopulisten Christoph Blocher. Blocher, der nicht wieder in die Regierung gewählt worden sei, führe eigenständig eine Kampagne für die Ablehnung des Referendums, erklärte er.

Der schweizerische Diplomat fügte hinzu, dass die aktuelle Wirtschaftskrise die Lage noch schwieriger gemacht habe. Er glaube, dass das Referendum noch vor sechs Monaten problemlos hätte durchlaufen können. Er betonte, dass seine Regierung viel unternommen habe, um den Wählern zu erklären, welche Folgen der Ausgang des Referendums haben werde. Auch die schweizerischen Medien hätten insgesamt „gute Arbeit“ geleistet.

Weiterhin erklärte de Watteville die Haltung seines Landes gegenüber der aktuellen Reform der Regeln für den globalen Finanzmarkt. Er räumte ein, dass die Schweiz bei vielen politischen Organisationen, die für dieses Vorhaben gegründet wurden, nicht vertreten sei. Sein Land sei jedoch auf formeller Ebene „anwesend und aktiv“ und einsatzbereit. 

Des Weiteren erläuterte der Botschafter den Standpunkt seines Landes zum Thema Bankgeheimnis.

Um das Interview in voller Länge und in französischer Sprache zu lesen, klicken Sie bitte hier.

Advertising